Quito’s Altstadt

6 Dez

Impressionen aus der Ecuadorianischen Hauptstadt:

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Umgeben von Vulkane

5 Dez

Wo oder Wie fange ich an zu schreiben über die Orte, die wir vor drei Monaten gesehen haben? Am einfachsten wäre es für mich, das „Alte“ auszulassen, denn ich merke, dass mir die Zeit nicht reicht um über alles zu berichten. Wenn ich mir aber die Fotos anschaue, finde ich es sehr schade, die Kontinuität der Reiseberichte zu unterbrechen und besondere Erlebnisse auszulassen. Nun versuche ich dies nachzuholen in zusammengefasster Form, was mir allerdings nicht einfach fällt – wie erzählt man das Wesentliche?

von der Stadt Riobamba kann man den Vulkan Chimborazo erkennen

von der Stadt Riobamba kann man den Vulkan Chimborazo erkennen

Zunächst geht es von Cuenca über Berge und durch Nebelwälder zum Thermalort Baños de Agua Santa, der Einfachheit halber nur Baños (Bäder) genannt. Dabei dürfen wir den Vulkan Chimborazo von der Ferne aus betrachten. Wir nehmen eine Abkürzung um Baños so schnell wie möglich zu erreichen, doch finden wir nicht den direkten Weg dorthin und verfahren uns. Als es zu dunkeln anfängt, befinden wir uns in der Nähe eines Flusses, wo wir einen geschützten Platz suchen um die Nacht zu verbringen. Die Strasse wird trotz der Abgeschiedenheit oft befahren, aber wir verbringen eine ruhige und angenehme Nacht.

Übernachtung am Fluss, auf der Fahrt nach Baños

Übernachtung am Fluss, auf der Fahrt nach Baños

In Baños besuchen wir Regine’s Café und ihre Finca Chamanapamba. Das Deutsche Ehepaar Regine und Dietrich haben hier am Fusse des Wasserfalls Chamana ein wunderschönes kleines Hotel gebaut. Wie wir während unserem langen Gespräch erfahren, steht das liebevoll gebaute Haus und über 32 Hektar grosse Grundstück mit eigenem Wasserfall zum Verkauf. Regine und Dietrich sind im Pensionsalter und möchten sich nun zur Ruhe setzten bzw. dies fortführen, was sie hierher gebracht hat… die Leidenschaft fürs Reisen.

Finca Chamanapamba

Finca Chamanapamba

Das Grundstück und die Lage sind bezaubernd und die Besitzer sind uns auf Anhieb sehr sympathisch. Wir lassen uns in ihrem Restaurant kulinarisch verwöhnen und verbringen anschliessend einen gemütlichen gemeinsamen Abend mit tollen Gesprächen. Auf ihrem Grundstück dürfen wir umsonst stehen. Seit vielen Jahren empfangen sie Langzeitreisende, die wie wir mit dem Fahrzeug unterwegs sind. In mehreren Gästebüchern sind die vielen Menschen verewigt, die hier schon vorbei  gekommen sind.

Feines Nachtessen im Regine's Café bei Regine und Dietrich

Feines Nachtessen im Regine’s Café bei Regine und Dietrich

So wie sie vor vielen Jahren ihren Traum an diesem Ort verwirklicht haben, leben sie heute ihren Traum weiter und da ihre zwei Kinder andere Ziele verfolgen, steht ihr Lebenswerk zum Verkauf. Wir wünschen ihnen von Herzen viel Erfolg.

Unser nächstes Ziel ist der Vulkankrater Quilotoa auf 3‘900 M.ü.M. Wir dürfen mit unserem rollenden Häuschen direkt am Krater stehen bleiben.

Quilotoa Krater auf 3'900 M.ü.M.

Quilotoa Krater auf 3’900 M.ü.M.

Den steilen Abstieg zum See schaffen wir leider nicht, weil Mike auf dieser Höhe die Luft ausgeht. Wenn dies schon beim Abstieg passiert, wie soll dann der Aufstieg erfolgen? Lieber auf halbem Weg zurück gehen als am Ende zu leiden. Bei Temperaturen von -0,1 Grad wärmen wir uns mit einer selber gemachten Gemüsesuppe auf und schauen uns anschliessend – im Schlafsack warm eingekuschelt – einen Film an.

viele Blumen säumen den Weg zum See

viele Blumen säumen den Weg zum See

Am Morgen bedanken wir uns bei der treuen Seele, die sich neben dem Auto gelegt hat und uns vor möglichen Einbrecher bewahrt hat, mit Haferflocken! Wir taufen sie „Vicky“. Die Hündin frisst drei volle Schüsseln – muss hungrig sein, die arme! Mike möchte sie am liebsten mitnehmen, sieht aber selber ein, dass dies nicht optimal ist. Sollten wir uns aber in Ecuador niederlassen, möchte er Vicky zurückholen.

Vicky beschützt uns die ganze Nacht

Vicky beschützt uns die ganze Nacht

Als wir uns zur Weiterfahrt bereitmachen, bittet mich der indio-stämmige Parkwächter darum, den eben eingetroffenen ausländischen Touristen zu erklären, dass der Eintritt zum Vulkankrater 2 USD pro Person kostet. So lernen wir die Schweizer Jean-Pierre und Adrian kennen, die mit demselben Fahrzeug wie wir unterwegs sind, allerdings mit Aufbau. Wir unterhalten uns mit ihnen über 6 Stunden lang! Die zwei haben viel zu erzählen, sind sie doch seit vielen Jahren mit ihrem Fahrzeug unterwegs und haben ihre jetzige Reise in den USA angefangen.

Treffen Jean-Pierre und Adrian aus der Schweiz

Treffen Jean-Pierre und Adrian aus der Schweiz

Trotz der späten Stunde fahren wir zum Nationalpark Cotopaxi. Wir müssen auf 3‘300 M.ü.M. am Eingang des Nationalparks stehen bleiben, weil das Tor geschlossen ist, zumindest für Parkbesucher. LKW’s voll beladen mit Holzstämmen fahren die ganze Nacht aus dem Park und leer wieder rein. Und dies in einem Nationalpark?

Die schönste Aussicht auf den Cotopaxi gibt es um 9 Uhr.

schönste Zeit für den zweithöchsten Berg Ecuadors: Cotopaxi

schönste Zeit für den zweithöchsten Berg Ecuadors: Cotopaxi

Danach hüllt sich der Berg im Nebel ein. Wir geniessen einen Spaziergang um die Laguna Limpiopungo und unterhalten uns mit einer Schülergruppe aus Melbourne, Australien. Die Schüler feiern ihren Schulabschluss mit einem „Ausflug“ nach Ecuador!  Nicht schlecht, was heutzutage die internationalen Schulen auf die Beine stellen.

Traumhafte Laguna Limpiopungo

Traumhafte Laguna Limpiopungo

In der Hauptstadt Quito feiern wir Wiedersehen mit unserem Freund Hector, den Motorradfahrer aus Coroico. Hector war in Chile gestürzt und hatte sich dabei den Arm verletzt. Da er eine Auszeit vom Fahren nehmen musste, kümmerte er sich um seine Arbeit, die ihn über Mexiko wieder nach Ecuador führte. So kommen wir in den Genuss, ihn an seinem aktuellen Wohnort einige Tage zu besuchen und zu begleiten. Dabei dürfen wir den Deutschen Matthias kennenlernen, der ebenfalls mit dem Motorrad den amerikanischen Kontinent bereist.

mit Hector und Matthias in einem Shoppingcenter in Quito

mit Hector und Matthias in einem Shoppingcenter in Quito

Erwähnenswert ist unsere Unterkunft in Quito. Unser Auto passt hinter Matthias Motorrad knapp in die Garage. Das Hostal Casa Helbling ist ein wahres Juwel mitten in der Stadt und sehr beliebt bei Weltenbummler.

Das Haus ist ausgebucht, aber dies interessiert uns nicht wirklich, denn wir können in unserem Auto schlafen und dabei die Infrastruktur des Hostals nutzen, wie gemeinsame Küche, verschiedene Aufenthaltsräume und nicht zu vergessen das WIFI.

Mit Hector und Matthias erkunden wir Quito und die nähere Umgebung. Das tropische Dorf Mindo ist ein Paradies zur Beobachtung von Kolibiris und Schmetterlinge, letztere findet man in voller Pracht in der Schmetterlingsfarm „Mariposario“.

Prachtsexemplare in der Schmetterlingsfarm

Prachtsexemplare in der Schmetterlingsfarm

Auf ihre Kosten kommen Mike und Matthias, als sie sich über den Regenwald abseilen.

... Matthias auf dem Kopf

… Matthias auf dem Kopf

Die Überraschung des Tages ist der Besuch eines einheimischen Käsers, der nach französischem Rezept Qualitäts-Käse herstellt – und dies in Südamerika! Wir verschlingen eine leckere Käseplatte zu viert.

tolle Käseplatte

tolle Käseplatte

Einige Tage später trennen sich unsere Wege. Hector fliegt nach Arequipa, wo sein Motorrad auf ihn wartet um ans Ende der Welt zu fahren. Matthias kurvt noch etwas in Ecuador herum, bevor er Richtung Norden weiterfährt. Und wir fahren an die Küste um ein Permakultur-Projekt kennenzulernen.

Wir alle denken, dass sich unsere Wege irgendwo wieder kreuzen werden und somit fällt uns der Abschied nicht so schwer. In diesem Sinne sagen wir – Aufwiedersehen!

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Unsere Route: Cuenca – Baños – Laguna Quilotoa – Parque Nacional Cotopaxi – Quito