Die Gegend um Esperance

27 Jun

Von Kalgoorlie fahren wir Richtung Süden nach Esperance und in den Nationalpark Cape Le Grand. Da unternehmen wir schöne Spaziergänge am Südpolarmeer und kurze Wanderungen durch die Buschlandschaft, beobachten Vögel, halten nach Walen Ausschau. Morgens und Abends muss man mit den Kanguruhs auf der Strasse aufpassen. In Alexander Bay quartieren wir uns für 5 Tage ein und geniessen die reine Meeresluft, erkunden kilometerlange weisse Sandstrände und ihre kleinen Bewohner, schauen den Australier beim Fischen zu, gehen über Sanddünen und klettern über Steine um über die Klippen den weiten Ozean nach Walen abzusuchen. Die Tage sind kurz. Morgens geht die Sonne erst um 7.15 Uhr auf und Abends schon um 17.30 Uhr unter. Der schönste Sternenhimmel macht sich breit, wenn keine Lichter am Horizont zu sehen sind. An diesem Ort ist das Campen ganz rudimentär. Es gibt nur einen Plumsklo und gesammeltes Regenwasser. Wir nutzen die Tage um Diverses auszutesten wie z.B. unsere Solardusche: ein Gummisack in dem 5 Gallonen Wasser Platz hat. Wir legen diese über das Reservenrad damit sie mit der Sonne lauwarm wird, was bei diesen Temperaturen erst gegen 15 Uhr geschieht. Wir stellen zum ersten Mal das kleine Zelt auf, was wir hinter dem Auto anbringen als Windschutz fürs Kochen. Strom haben wir natürlich keinen. Unsere Geräte wie Laptop, Handy, Ipod, GPS usw. laden wir während der Autofahrt auf. Der kleine Kühlschrank ist an der zweiten Autobatterie angehängt und läuft ohne Unterbruch auch wenn wir 5 Tage stehen bleiben. Die Akkus der Geräte sind dagegen schnell leer. Internetverbindung haben wir hier keine. Abends wird es richtig kalt, wir liegen spätestens um 20 Uhr in den Schlafsäcken und kuscheln uns warm ein. Es windet sehr stark an der Küste. Man hört nur die Meeresbrandung, den Wind pfeiffen, den Sand ans Autozelt rascheln. Hier campt weit und breit kein Mensch ausser wir. Mitten in der Nacht werden wir wach, weil etwas an das Autozelt schlägt. Es hört sich an wie ein Tier, das mit dem Schwanz ans Zelt schlägt. Wir horchen nervös zu und schlagen dagegen an die Zeltwand. Es hört auf um nach kurzer Zeit wieder anzufangen. Ich liege stundenlang wach und stelle mir vor wie draussen ein Tier das Zelt ausseinander reisst. Endlich fangen die Vögel an zu zwitschern und es wird langsam hell. Ich schaue aus dem Fenster raus und sehe, dass alles in Ordnung ist, steige aus dem Auto und entdecke den Ursprung des nächtlichen Lärms… eine Schnalle hatte sich durch den Wind gelöst und dabei die Schnur ans Zelt geschlagen. Wir lachen uns krumm bei der Vorstellung wie unser wildes Herumfuchteln wohl von Aussen ausgesehen hat.  Die 5 Tage vergehen wie im Flug. Am 5. Tag fängt es an zu regnen, wir packen unsere Sachen zusammen und ziehen wie die Zigeuner weiter.

In Esperance decken wir uns mit Lebensmitteln ein, erledigen den Postgang für unsere Versicherung, laden Emails runter, kaufen den Jahrespass für die Nationalpärke von WA und machen uns auf dem Weg Richtung Westen zum nächsten Nationalpark, aber nicht bevor wir den wunderschönen 40 km langen Ocean Drive fahren, eine idyllische Küstenstrasse mit schönen Buchten in denen sich Surfer vergnügen. Die Sonne liegt schon tief. Wir fahren wenn möglich nur bei Tageslicht, Abends kann es mit den frei laufenden Kanguruhs gefährlich werden, deshalb übernachten wir zwischendurch auch an Rastplätzen.

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