Fitzgerald River Nationalpark

1 Jul

Im Fitzgerald River Nationalpark kommen wir am Vormittag an. Die 60 km Fahrt durch die blühende Buschlandschaft zum Campingplatz des NP dauert eine Stunde. Unterwegs halten wir an für einen Spaziergang zum Aussichtspunkt und um die Berge, Blumen, Bäume und Vögel zu fotografieren. In diesem 3300 km2 grossen Park begegnen wir niemanden! Die Australier sind wohl zu wärmeren Jahreszeiten unterwegs. Wir testen Dingidi auf einem schmalen 4WD Weg bis wir zu Sanddünen kommen, wo wir aufgeben und zum Campingplatz  zurückfahren um zu kochen und die Nacht zu verbringen.

Nach dem Frühstück mit Müsli & Kaffee machen wir uns zur Abfahrt fertig. Toilettengang, Anziehen, Frühstück vorbereiten und gemütlich essen, Tee für Thermoskrug kochen, Abwaschen, Einräumen, Umbiegen, Dach einziehen. Dies kann bei uns in diesem kleinen Raum zwischen 2 und 3 Stunden dauern. Heute fährt Mike. Ich geniesse die Landschaft. Wir fahren eine Stunde durch den Park, dann 30 Min. ausserhalb auf der Bundesstrasse um später wieder an einer anderen Stelle in den Park zu fahren. Dabei begegnen uns 6 Kanguruhs, 3 Emus, viele verschiedene Vögel. Wir halten zwischendurch um die Landschaft und das Meer zu fotografieren. Wir sind diesmal ca. 40 km durch den Park gefahren und sehen zum ersten Mal den Ranger uns entgegenfahren. Er winkt kurz ohne anzuhalten. Nach weiteren 20 km kommen wir an unserer heutigen Destination an, den Point Ann am Südpolarmeer (Southern Ocean).

Von hier aus soll man zwischen Juli und Oktober Wale beobachten können, die vom Süden migrieren. Es gibt einen kurzen Spazierweg zum Aussichtspunkt umsäumt von stacheligem Gebüsch zum Teil blühend. Es windet sehr stark und es ist recht frisch. In der Bucht sehen wir dunkle grosse Schatten, die aussehen wie Felsen, welche Mal untergehen und mit der Brandung wieder ersichtlich werden und Wasser spritzen. Wir können unseren Augen kaum trauen. Erst als wir die Flossen sehen, sind wir uns ganz sicher. Es sind 9 Wale! Am Aussichtspunkt lernen wir aus den Beschreibungstafeln, dass es sich um Buckelwale handeln soll. Auf Grund der Grösse und vorallem der Flossen, kann man dies erkennen. Ich bin überglücklich und spähe mit meinem Feldstecher stundenlang ins Meer.

Es ist bereits 16 Uhr. Wir geniessen unseren am Vortag gekochten Teigwarensalat im Auto und schauen uns dabei das Schauspiel weiter an. Unglaublich, dass wir sie aus dem Auto so zu sagen zum „Wohnungsfenster“ aus sehen können! Wir warten bis einige von ihnen weg schwimmen und fahren die restlichen 2 km zum Campingplatz. Dabei begegnen wir wieder zwei Kanguruhs. Wir steigen aus zum Fotografieren, es fängt an leicht zu regnen und ein wunderschöner Regenbogen wird am Horizont ersichtlich. 5 Wale können wir von hieraus immer noch sehen. Der Regen hört gleich wieder auf. Wie erwartet sind wir alleine am Campingplatz. Wir suchen uns einen einiger Massen windgeschützten Platz aus und richten uns ein für eine Nacht. Die Sonne geht unter. Wir schauen nochmals am Strand nach. 7 Wale kann man zählen. Kurze Zeit später ist es stockdunkel und der schönste Sternenhimmel macht sich breit. Das Meer hört man rauschen, einige Male höre ich die Wale rufen. Ich bin überglücklich und unheimlich dankbar für den heutigen Tag.

Am nächsten Tag sind die Wale noch da. Sie ruhen sich einfach aus in der Bucht. Wir können uns fast nicht von ihnen trennen. Schweren Herzens gehen wir doch auf unserer Erkundungstour weiter.

Wir spazieren entlang des Weges um die Bucht wo ein Stück Geschichte lebendig wird. Im Jahr 1859 hat ein englischer Bauer 24 Kaninchen in den Staat Viktoria aus England importiert. Diese sollten ihm ein Stück Heimat vermitteln, ihm Spass machen bei der Jagd mit seinen Freunden. Er dachte, die harmlose Tiere können nichts böses anstellen. Doch die Kaninchen haben sich innerhalb kürzester Zeit wie eine Plage verbreitet und alles gefressen, was sie auf dem Weg gefunden haben. Die Westaustralier wollten ihre Ländereien vor den Kaninchen beschützen und haben zwischen 1901 und 1908 einen 1’833 m langen Zaun gebaut von Norden nach Süden. Leider hat dieser Zaun den gewollten Dienst nicht erwiesen. 1905 wurde ein zweiter Zaun – 1’165 km lang – westlich vom 1. Zaun gebaut und ein dritter im Jahre 1908 von Osten nach Westen – 258 km lang. Die Ruinen des zweiten Zauns sind hier in Point Ann zu sehen. Dieses Projekt wurde irgendwann begraben, da die Kaninchen sich mittlerweile überall in Australien befanden.

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