Die Perlenhauptstadt des Südens

26 Aug

Endlich sind wir in Broome. Die angenehme kleine Stadt (ca. 14‘000 Einwohner) ist für uns ein wichtiger Ort, weil sie der Eingang zur Kimberley Region darstellt. Broome bietet uns die letzte Möglichkeit, uns  für die kommenden Wochen mit Lebensmitteln einzudecken, bevor wir uns auf das Abenteuer der Gibb River Road einlassen. Für andere ist Broome die Feriendestination. Am wunderschönen weissen Strand von Cable Beach kann man die, während der Trockenzeit garantiert, sonnigen und heissen Tage geniessen. Man darf sogar baden im kristallklaren Wasser, was im Norden Australiens nicht selbstverständlich ist wegen den ansässigen Salzwasserkrokodile oder den giftigen Quallen.

Die Geschichte Broome’s ist spannend. Die Stadt ist bekannt als die Perlenhauptstadt des Südens. Hier ist die grösste Perlenmuschel der Welt Zuhause, die „pinctada maxima“. Sie hat seit 1861 Menschen aus aller Welt in diese Gegend angezogen und einige von ihnen reich gemacht (die Geschäftsführer… nicht die Taucher). Vor dem ersten Weltkrieg hat Broome 80% der Weltproduktion an Perlen gedeckt. Genutzt wurde das edle Schmuckstück hauptsächlich für Knöpfe. Die während der Weltkriege erlittenen Verluste waren jedoch verheerend für die Perlenindustrie. Diese erholte sich nur sehr langsam, bis der tiefste Punkt erreicht wurde mit der Erfindung von Plastikknöpfen.

Broome ist noch weltführend in der Herstellung von Kulturperlen. Doch die meisten Menschen leben heute vom Tourismus. Das Angebot an Ausflugstouren ist riesig und hochpreisig. Wir schauen uns die Umgebung an und nutzen die Stadt als Knotenpunkt für diverse Ausflüge, kehren einige Male zurück bevor wir uns Richtung Kimberleys verabschieden.

Die ersten Tage verbringen wir ausserhalb der Stadt an Campingstränden der Dampier Halbinsel. In der Stadt sowie auf dem Weg zu diesen Stränden fallen uns die vielen Plakate auf mit der Aufschrift: „Rettet die Kimberleys“.  Demonstranten versuchen auf friedlichem Weg den geplanten Bau einer Gaspipeline auf der Dampier Halbinsel zu stoppen.  Sie stehen mit Zelten am Eingang der Zufahrtswege, sammeln Unterschriften, blockieren die Strasse als die Bauarbeiter zum Bohren anfahren. Die Regierung hat diesem Projekt grünes Licht gegeben. Welche Folgen die Natur davon trägt, scheint für die Mächtigen eine unwichtige Rolle zu spielen. Diese Tatsache stimmt uns sehr nachdenklich. Wir befinden uns in einer der wildesten bzw. unberührtesten Regionen Australiens, wo die Walhaie und die Buckelwale jedes Jahr zur selben Zeit herkommen um ihre Kälber auf die Welt zu bringen um nur zwei Beispiele zu nennen. Es ist nur zu hoffen, dass der Bau der Gaspipeline an diesem besonders empfindlichen Ort nicht Zustand kommt.

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