Fütterung der Haie

1 Sep

Wir verbringen einige Tage in Broome bevor wir uns zum nächsten Ausflug bereit machen. Dies Mal geht es 200 km in den Norden zum Cape Leveque. In dieser Gegend befinden sich mehrere Aboriginal Gemeinden, welche touristisch aktiv sind. Ich würde gerne mit Aborigines in Kontakt kommen, etwas über ihre Kultur erfahren, über ihre Beziehung zur Natur. Wir fahren zu drei dieser Gemeinden und fragen nach kulturellen Anlässe, leider erfolglos. Momentan sind alle beschäftigt wegen einer Zusammenkunft.

Über Broome‘s Visitor Center haben wir zwei Nächte im Campingplatz des Kooljaman Resorts reserviert. Das luxuriöse Eco-Ressort im schönen Cape Leveque gehöre zweier Aboriginal Gemeinden. Wir sind erstaunt hier keine Aborigines zu treffen. Ich versuche über den Ausflug zur Naturmedizin Kontakt zu schaffen. Doch als ich mich für die Tour anmelden möchte, ist der Medizinmann leider ausgeflogen – zu einer Konferenz nach Broome. Etwas enttäuscht, gebe ich auf. Vielleicht ergibt sich auf unserer weiteren Reise eine andere Möglichkeit der Begegnung.

Was kann man hier sonst tun, ausser die schönen langen Strände zu geniessen? Mmmhh.. es gibt eine Tour zum Fischen. Das hört sich gut an! Ich melde mich an zu dieser Bootstour und, es gelingt mir nachträglich Mike dazu zu motivieren mitzukommen. Wir sind zu viert. Die Tour findet definitiv statt.

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Mit einem Toyota Landcruiser werden wir zum Strand gefahren. Dort wartet ein Glasbodenboot auf uns. Fünfzehn Minuten später sind wir schon auf dem Meer und bekommen Instruktionen vom Skipper wie man die Handleine ins Wasser wirft. Ich habe meine Angelroute dabei, denn ich möchte lernen damit umzugehen. Meine Leine ist jedoch viel zu dünn und die Haken, welche ich dabei habe, viel zu klein – hier gäbe es grosse Fische zum Rausziehen. Ich bin gespannt. Der Skipper wechselt meine Ausrüstung aus und legt grössere Gewichte an.

Währenddessen zieht der Tourbegleiter eine riesige Makrele aus dem Wasser. Beim Rausziehen sehen wir, dass die hintere Hälfte des Fisches fehlt. Der Haken hängt in der Mitte. Ich frage überrascht, wie so etwas kommt? Die knappe Antwort lautet: Haie!

Die Makrele wird nun zerlegt und die Teile werden als Köder verwendet. Überall beissen Fische an. Die kleinen werden wieder ins Wasser geworfen, wenn sie die notwendige Grösse nicht erreichen. Bei den grossen wird die Leine noch während des Rausziehens leicht… Die Fische verschwinden mit samten Haken und Gewichte! Mike zieht einen grossen „bluelined emperor“ raus, bei dem nur noch der Handgrosse Kopf am Haken hängt – Haie! Nach einiger Zeit entscheidet der Skipper zu einem anderen Platz zu fahren.

In der Ferne sind meine geliebten Buckelwale zu sehen. Sie springen hoch, lassen sich fallen, drehen sich hin und her und zeigen dabei eine riesige seitliche Flosse als würden sie winken. Der Skipper steuert auf sie zu. Ich kann meine Freude nicht verbergen. Einige Minuten später hält er an und wir sind der Wal-Familie nah, halten jedoch den notwendigen Abstand von 100 Metern. Dann beobachten wir wie einer der Wale näher kommt. Der neugierige Bulle schwimmt auf uns zu! Wow, wir dürfen das Schauspiel ganz nah erleben. Ein unbeschreibliches Gefühl! Weit und breit niemand ausser uns, keine Geräusche zu hören ausser dem Plantschen der Wale. Dann wirft der Skipper ein Unterwasser-Mikrophon ins Wasser, so dass wir auch ihre Rufe hören. Wir staunen und freuen uns, haben nur noch Augen für die Wale. Das Fischen ist nicht mehr wichtig. Wir warten so lange bis sie sich zurückziehen.

Dann fahren wir ein Stück zurück Richtung Strand. Das Abenteuer „Fischen“ geht weiter. Bei Mike beisst etwas Grosses an. Mit aller Kraft zieht er die Leine langsam aber stetig rein. Ziehen, ziehen, ziehen nur nicht aufgeben. Auaa.. Dabei schneidet er sich die Hände auf. Ein ca. 80 cm grosser Schwarzspitzen Hai ist dran! Der Skipper eilt ihm zur Hilfe, zieht dem Haien den Haken raus und lässt den Hai wieder frei. Welch ein Kraftakt! Dann beisst bei mir was an. Ich bemühe mich die Leine rauszuziehen. Die Angelroute wird schwer, sehr schwer. Der Skipper gibt mir Instruktionen. Plötzlich zieht der Fisch an der Leine und zieht und zieht. Es nimmt kein Ende. Dann peng. Nichts ist mehr dran. Alles weg – Gewichte, Haken. Ach nein, nicht schon wieder. Wie gemein!

Der zweistündige Ausflug geht langsam dem Ende zu. Ein anderer Teilnehmer hat mehr Glück. Er zieht zwei schöne grosse Fische raus. Der Tourbegleiter fängt einen 4kg schweren „Long Nose Sweetlip“. Am Schluss werden die Fische unter den Teilnehmenden verteilt, so dass jeder etwas zum Nachtessen mitnehmen kann. Wir bekommen den Sweetlip und freuen uns wie kleine Kinder, obwohl wir ihn nicht selbst an Land gezogen haben. Wir smilen über beide Ohren und sind glücklich über den heutigen Tag. Welch ein prächtiges Erlebnis!

Bevor wir den Fisch geniessen können, gibt es noch einiges zu tun. Das Auseinandernehmen geht leicht im Vergleich zum Putzen. Danach legen wir ihn in Alufolie ein, ölen, würzen und spicken ihn mit Zitronenscheiben.

Eine gute Stunde lag er auf dem Feuer. Mmmhh, war sehr lecker und hat für drei Mahlzeiten gereicht.

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