Kimberleys zum ersten

8 Sep

Von Derby aus fahren wir auf die legendäre Gibb River Road, die ungeteerte Strasse, welche die Kimberleys von Ost nach West durchquert. Die Schotterpiste ist 660 km lang. Alle Wege in den Kimberleys dienten einst nur dem Viehtransport, denn hier gibt es viele Rinderfarmen, sogenannte „cattle stations“. Heute dienen die Strassen auch den vielen Touristen. Die Strassen werden nicht geteert, weil viele Geschäfte im Tourismus ihr Geld damit verdienen, dadurch dass die Gegend nur für 4 WD Fahrzeuge zugänglich ist. Es werden alle möglichen Touren angeboten, Rundreisen, Rundflüge, Helikopterflüge, uvm.

Wir haben viele Horrorgeschichten gehört über den Zustand der Gibb River Road. Dementsprechend sind wir gespannt, was uns erwartet und haben uns auf das Schlimmste eingestellt. Doch die ersten 300 km sind wir angenehm überrascht wie gut es sich fahren lässt. Vermutlich kommt es sehr darauf an, zu welcher Zeit man sich hier befindet. Am Anfang der Trockenzeit ist es eine Herausforderung die Flüsse zu durchqueren. Jetzt ist es kein grosses Abenteuer mehr.

Die „corrugations“ finden wir zu Beginn unserer Fahrt nicht so schlimm. So werden die Strassenwellen genannt, welche durch das Befahren entstehen. Mit der Zeit gehen sie einem doch auf die Nerven. Fährt man mit 80km/h, fliegt man darüber und spürt sie nicht mehr. Nur hat man das Fahrzeug nicht mehr unter Kontrolle und sieht die Schlaglöcher und die Steine nicht rechtzeitig um ihnen auszuweichen. Fährt man mit 40 km/h, ist das Gerüttel und Geschüttel kaum auszuhalten.

Die Seitenstrassen, welche zu den Schönheiten dieser Gegend führen, sind eher die grosse Herausforderung. Schmale sandige und steinige Wege, unterbrochen durch viele Flüsschen, kurz vor dem Fluss ein steiler Hang. Manchmal brauchen wir für 10 km eine ganze Stunde! Schritttempo ist angesagt. Doch die Strapazen werden grosszügig belohnt.

Im Nationalpark Windjana Gorge wandern wir nachmittags bei 35 Grad entlang eines Flusses mit wunderschöner Aussicht auf die Schluchten. Frischwasserkrokodile liegen in den Sandbänken. Auf den Bäumen hängen hunderte „black flying foxes“ riesige schwarze Fledermäuse. Sie haben einen intensiven Geruch, den wir von weitem erkennen. An unserem Nachtlager, oberhalb desselben Flusses, erleben wir Schwärme von weissen Kakadus. Sie sitzen auf den Bäumen und machen einen Riesenlärm. Zum Glück sind sie bei Dämmerung sofort ruhig. Doch wecken sie uns bereits um 5 Uhr mit ihren krächzenden Geräuschen.

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Dank unserem Kimberleys Reiseführer sind wir bestens informiert über das, was es hier zu sehen gibt. Die Schriftstellerin ist eine Deutsche, die sich vor einigen Jahren in den Kimberleys niederlassen hat. Birgit begleitet uns mit ihren wertvollen Insidertipps. Wir nehmen uns viel Zeit um das zu sehen, was die Gegend zu bieten hat und planen unsere Reise von Tag zu Tag. Wenn es uns irgendwo gut gefällt, bleiben wir eine weitere Nacht.

Bell Gorge gefällt uns besonders gut. Nach einer gemütlichen Wanderung von ca. 30 Minuten kommen wir zu einem Fluss, der beim ersten Blick wenig Wasser führt. Man bekommt kaum nasse Füsse beim Überqueren. Klettert man über die Felsen einige Meter hinunter, hat man einen prächtigen Blick über die Schlucht. Das wenige Wasser täuscht, es reicht um einen Wasserfall zu formen, welcher einen grossen Pool füllt und Flussabwärts weitere kleine Pools. Das klare und erfrischende Wasser lädt zum Baden ein, was wir bei diesen hohen Temperaturen sehr schätzen und geniessen.

Es gibt auf der Gibb River Road nur zwei Tankstellen mit kleiner Auswahl an Lebensmitteln. Wir nutzen die Möglichkeit im Imintji Store einen Tank zu füllen. Der Liter Diesel kostet hier 1,95 AUD. Auch die Lebensmittel sind sehr teuer. Deshalb haben wir uns vorher eingedeckt, so dass wir hier nur Brot und Eier kaufen müssen. Mit unserem Vorrat könnten wir locker viele Wochen überleben. Was wir alles dabei haben, überrascht uns selbst: Reis, Pasta, Polenta, Gnocchi, mexikanische Tortillas, Müsli, Nüsse, Pulvermilch, Griess, mehrere Gläser Pastasauce, Oliven, Büchsen mit Thun, Mais, Tomaten, Erbsen, Rote Bohnen, indische Fertiggerichte, Nudelsuppen, Öl, Essig, Zwiebel, Knoblauch, Gewürze, Sirup, Honig, Nesquik, Kaffee, Tee, Zucker, Konfitüre, Nutella, Kekse und Kuchen. Salate, Gemüse und Früchte gehen bei diesen hohen Temperaturen und dem ständigen Gerüttel schnell kaputt, deshalb brauchen wir sie schnell auf.

Unser Kühlschrank sieht zwar klein aus, doch passt vieles rein: Milch, Orangensaft, Joghurt, Käse, Eier, Butter, Aufschnitt und Wurst. Trinkwasser kann man in fast allen kostenpflichtigen Campingplätzen nachfüllen oder an den Tankstellen. Unser Wassertank beinhaltet 40 Liter. Daneben führen wir 22 Liter im Kanister mit. Wenn wir im Busch campen, nehmen wir Flusswasser zum Abwaschen und Duschen. Wir haben alles dabei, was wir brauchen. Deshalb lassen wir uns viel Zeit um diese Gegend gemütlich zu inspizieren.

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