verborgene Schätze

28 Okt

Wir sind in Queensland. Zwischen der Grenze von Northern Territory zur Ostküste liegen 1‘090 km vor uns. Obwohl der Highway einspurig ist, halten wir uns an unsere Geschwindigkeit von 70km bis 80km pro Stunde, bei der Dingidi am wenigsten Sprit verbraucht. Es hat wenig Verkehr auf dieser Strecke. Hin und wieder überholen uns „Road Trains“ beladen mit Vieh. Ab Mount Isa wird die Ladung mineralreicher. Die Erde ist hier u.a. reich an Silber, Kupfer, Blei und Zink. Die neben der Hauptstrasse verlaufende Bahnlinie dient dem Transport der wertvollen Bodenschätze nach Townsville in die Raffinerien.

Aber die Erde verbirgt in dieser Gegend auch andere Geheimnisse. Die prähistorische Funde von  Meeresreptilien, welche diese Gegend vor 100 Mio. Jahren bevölkert haben, kann man in Richmond begutachten, in der Fossilien Hauptstadt Australiens. Man kann hier auf „Fossicking Tour“ gehen und Indiana Jones spielen. Die im „Kronosaurus Korner Fossil Centre“ ausgestellten Exemplare wurden hauptsächlich durch Einheimische in ihren Ländereien zufällig entdeckt. Wir staunen über die besterhaltene Skelette der Dinosaurier und co. und lassen unserer Vorstellung freien Lauf.

In Charters Towers staunen wir nicht schlecht, aus dem Nichts, ein Seelendorf von 8‘500 Einwohner vorzufinden mit stilvollen Gebäuden aus den Jahren um 1880. Als „The World“ war die Stadt zu dieser Zeit bekannt. Zu diesem Glamour war es gekommen dank dem Goldfund durch einen  aboriginal Jungen. In seinen besten Jahren zählte Charters Towers 150 Minen und 104 Hotels. Mit 30‘000 Einwohner war sie zu dieser Zeit die zweitgrösste Stadt in Queensland und wurde mit europäischen Städte dieser Grösse gleichgesetzt.

Spannende Geschichten erfahren wir auch von herzlichen und gastfreundlichen Aussies, die wir auf unserer Durchreise kennenlernen dürfen.

An einem Rastplatz neben der Hauptstrasse sind wir frühmorgens dabei unsere Wäsche zu waschen, als sich ein Fahrzeug langsam von hinten nähert. Wir hatten die Wäscheleine bereits aufgespannt und dachten, dass der „Wächter“ nun vorbeikommt um uns in die Schranken zu weisen. Doch weitgefehlt… Der Mann begrüsst uns, unterhält sich mit uns und stellt uns seine Waschmaschine zur Verfügung! Er wohnt hundert Meter vom Rastplatz entfernt. Denis ist Cowboy und treibt heute noch Vieh zusammen, wie er uns im Gespräch erzählt – ein waschechter Aussie, dessen Vorfahren aus Irland stammen.

Zwanzig Kilometer östlich von Charters Towers gibt es mehrere Rastplätze, an denen man bis zu 30 Tage gratis stehen darf. Nachdem wir eine Nacht in einem dieser Plätze verbracht haben, merken wir am Morgen, dass der rechte hintere Reifen platt ist. Wieder einmal haben wir uns beim Rangieren einen Platten zugezogen. Weil das Profil der Reifen unterschiedlich ist, wechseln wir beide Reifen.

Als wir dabei sind das zweite Rad zu wechseln, kommen ein Mann und eine Frau auf uns zu und geben uns den Rat, einen Reifen unter das Auto zu schieben, damit wir uns nicht in Gefahr bringen, sollte der Wagenheber schwanken und das Auto fallen.

Stan und Mary sind zwei ganz liebe Aussies, die auf diesem Rastplatz in ihren Caravans „wohnen“. Wir kommen ins Gespräch und so ergibt sich, dass Stan mit uns an Dingidi einen Ölwechsel macht, die Batterie säubert und die locker gewordene Stossstange befestigt.

Von Mary werden wir nach Charters Towers kutschiert um Motorenöl und Ölfilter zu kaufen. Wegen dem fehlenden Strom für unseren Kühlschrank brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Stan schliesst kurzerhand eines seiner Solarpanels an unsere Batterie. Und als krönender Abschluss kochen sie abends für uns… Wir sind sprachlos und überwältigt von so viel Freundlichkeit. Zu Essen gibt es Truthahn und frittiertes Gemüse, welches auf einem Lagerfeuer zubereitet wird. Dazu einen Salat mit allem möglichen Gemüse darunter rohen Bohnen, Stangensellerie, Kiwi, Orange, geriebenem Käse, Oliven, Kappern und was weiss ich noch was alles. Eine seltsame Zusammenstellung die uns wider Erwarten sehr schmeckt.

Einen Tag später verabschieden wir uns mit dankbarem Herzen und Wehmut von unseren beiden Engeln. Wir setzen unsere Fahrt Richtung Townsville fort, an die Ostküste Australiens.

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7 Antworten to “verborgene Schätze”

  1. Claudia und Michele Lorusso aus der Schweiz 03/01/2012 um 4:51 am #

    Hallo Ihr Beiden.

    Wie Du beschreibts Mike hats Du ja beim Wechseln von neuen Bremsbeläge automatisch zu Viel Bremsflüssigkeit und musstes ja di Kolben zurückdrücken.

    Beim Nachfüllen oder Bremsdrücken wird automatisch der Leitungsdruck wieder aufgebaut und wenn Du nicht konstant Bremsflüssigkeit nachfliesst dann kann sich Luft ins Bresleitungssystem sammeln.

    Die rote Kontrollleucht kommt immer dann wenn entweder zu wenig Bremsflüssigkeit im Expansionbehälter ist oder wenn sich Luft im Bremsleitungssystem befindet oder nicht zuletzt wenn Du an den Bremsklötze Sensoren sind welche anzeigen ob sie Fällig sind.

    Kurz gesagt: Die Kontrolleuchte brennt immer wenn etwas am Bremssystem nicht stimmt.

    Mein Tipp: Wenn Die Bresflüssigkeit sowieso schon alt ist dann ist es auch von Vorteil sie zu erneuern, da sich mit dem Alter auch Feuchtigkeit sammeln kann.

    2 Varianten sind möglich: Mechanisch mit Pedalpumpen oder beim Mechaniker ist es auch eine kurze Sache mit dem Bremsflüssigkeitsgerät.

    1. Variante : Nun kannst Du Bremsflüssigkeit kaufen und während dem Ana auf das Bremspedal langsam pumpt ( drücken, loslassen) musst Du bei der Bremszange die Entlüftungsschraube kurz lösen bis Bremsflüssigkeit nachfliesst und dann gleich wieder zudrehen. Wenn Du die Schraube zudrehst soll Ana auf dem Pedal Gegendruck fühlen. Das heisst, dass in dem Momemt sich der Druck wieder aufbaut und keine Luft im Leitungssystem mehr befindet. Dies ist auf Beiden Seiten mindestens vorne links uns rechts durchzuführen und wenn es nicht reicht dann musst Du dasselbe mit den Hinterrädern links und rechts durchführen.

    Wichtig dabei ist, dass der Behälter oben im Motor nie leer wird dabei sonst gelangt wieder Luft ins Leitungssystem.

    Am Schluss der Übung musst Du das Niveau im Behälter (Motorraum) auffüllen und schauen ob es im Deckel ein Sensor gibt. ( Elektrokabel vorhanden oder nicht) Dieser Sensor im Deckel gibt an ob es genügend Bremsflüssigkeit im Expansions-Behälter befindet.

    2. Variante:

    Wenn es Dir zu Umständlich wird oder kein passendes Werkzeug hast dann gehst Du kurz zu einer Werkstatt vorbei und sagst sie sollen Dir kurz die Bremsflüssigkeit wechseln und das Bremssystem gleichzeitig entlüften. Mehr als 1 Liter sollte nicht nötig sein.
    Ich habe in Byron Bay gesehen, dass im Notfall auch eine Werkstatt ist.

    Also dann hoffe ich Euch geholfen zu haben und wenn Ihr noch Fragen habt könnt Ihr mich jetzt noch schreiben. ich lese nochmals in ca. 2 Stunden oder Ihr könnt mich auch Morgen im Geschäft erreichen unter:

    m.lorusso@medewo.ch

    Ich freue mich wenn Ihr spätestens aus Sydney Euch wieder meldet.

    Bis bald und machts Gut !!

    • avelezsun 03/01/2012 um 6:13 pm #

      Lieber Michele, Du bist ein Schatz! Wir danken Dir vielmals für deine ausführliche Pannenhilfe. Es hat sich quasi über Nacht erledigt. Die Bremse musste nur einige Male betätigt werden. Mike wird sich diesbezüglich bei Dir melden. Wir sind „on the road again“. Alles Bestens. Bis dann in Sydney… Liebe Grüsse

      • Claudia, Michele, Laura und Fabio Lorusso 04/01/2012 um 2:09 am #

        Ana und Mike,

        Hei, das freut mich sehr, dass es sich so einfach aufgeklärt hat.

        Ich habe es gerne für Euch geschildert und es kamen schöne Erinnerungen hoch, nämlich als ich noch als Automechaniker tätig war.

        Sollte wieder etwas vorfallen, was niemand hofft, dann bin ich da für Euch und gebe gerne Tips wenn ich helfen kann.

        Auf jedenfall habt Ihr einen guten Wagen und bei Toyota ist die Pannenstatistik sehr gut zu bewerten, aber es ist auch nicht ganz zu vermeiden bei den Schotterstrassen welche Ihr bei Eur
        en Abendteuer geniessen könnt :-))

        LIebe Ana ich möcht nicht wieder die Gefühle der Trauer erinnern aber ich hoffe Du hast auch mein Kommentar an dieser Stelle gelesen. Claudia und ich waren überrascht, und es wurde uns Bewusst wie schnell hier die Zeit vergeht. Wir haben leider nichts von deinem Vater gewusst uns es geschah auch noch in der Sommerferienzeit. Sorry und VIEL Kraft für die ZUkunft !! Das Leben geht weiter !!
        Erfreut Euch auf die Zukunft und auf das SChöne wo Ihr erleben dürft

        Wir wünsche euch Alles GUTE

        Claudia und Michele

  2. Claudia und Michele Lorusso aus der Schweiz 01/01/2012 um 12:06 pm #

    Hallo Mike, hallo Ana-Maria

    Hier hat es gerade gedonnert und geschossen. Wir haben die Mitternacht 2011/2012 erlebt und während die Familie versucht zu schlafen, habe ich mir ein paar von Euren spannenden Reiseberichte genossen.

    Leider muss ich immer wieder ins Schalfzimmer um die Kleinen zu beruhigen. Vonmir aus könnten sie diese Feuerwerke verbieten und mit dem Geld etwas Sinnvolleres finanzieren. Aber was Soll’s Leider kann man im Leben nicht einfach anpassen und verändern was uns stört. Vieles müssen wir einfach akzeptieren.

    Es freut mich zu sehen wie Ihr auch die kniffligen Situationen wieReifenpanne oder Fliegenplagen meistert. Mike wird während dieser Reise sicherlich ein guter Automechaniker und zum Glück ist es ein Toyota wo nur Abnutzung fällig wird und keine elektronische Probleme auftauchen. Ich würde Euch gerne helfen :-)) Da müsst ihr aber schon improvisieren und auch nette Hilfe annehmen, was Ihr ja zum Glück öfters erleben könnt in diesem Land. Es ist halt schon so und das haben wir auch erlebt, dass die Hilfe von fremden Menschen sehr überraschen kann und doch sehr dankbar ist. Man hilt sich gegenseitig denn Jeder kann in einer solchen Situation geraten und zum Glück hat man auch genügend Zeit. Nicht wie hier, wo jeder seiner Zeit nachspringt und immer zu knapp ist.

    Ich freue mich auf weitere Reiseberichte und bin mit den Gedanken sowie Herzgefühle bei Euch !!
    Ich kann es richtig mitfühlen und gönne Euch von Herzen weitere unzählige Glückserlebnisse.

    Machts gut und bleibt gesund.

    Claudia und Michele mit Laura und Fabio.

    • avelezsun 01/01/2012 um 7:29 pm #

      Hallo zäme!
      Vielen Dank für Eure Kommentare und die Adresse in Sydney. Wir werden bei der Family bestimmt vorbei schauen. Jede Adresse und jeder Tipp ist uns sehr wertvoll, vielen lieben Dank!
      Ja, das Geknalle ist sehr lästig. Hier mussten wir mitanschauen wie die armen Vögel ganz verstört herumgeflogen sind. Für viele Lebewesen ist das sehr schmerzhaft und die Umwelt leidet ungemein. Und für was? Ich finde, das ist es nicht wert.
      Apropos knifflige Situation. Heute erst erlebt, vielleicht kannst Du Michele uns weiterhelfen? Mike hat versucht in einem Forum Hilfe zu bekommen. Hier die Frage:
      Habe heute meine Bremsbeläge vorne erneuert und leider etwas Ärger. Hatte die Kolben zurückgedrückt, Beläge ersetzt, Bremse betätigt und die überschüssige Bremsflüssigkeit im Behälter mit einem Röhrchen entfernt. Anschliessend das selbe Prozedere auf der anderen Seite durchgeführt. Nun habe ich das Phänomen dass, wenn ich bei Laufenden Motor die Bremse mehrfach betätige, die Handbremsenleuchte erscheint und beim drauf bleiben des Pedal, dieses ganz langsam bis zum Ende nachgibt. Was ist das ??? Habe ich Luft ins System bekommen??? aber Wie? habe keine Schläuche entfernt. Was kann ich jetzt tun?
      Wenn wir keine Tipps bekommen, werden wir am 3.1. den Mechaniker in Byron Bay aufsuchen und hoffen, dass er Zeit für unser Anliegen hat.

      Herzliche Grüsse aus Byron Bay!

  3. Judith 26/12/2011 um 10:31 pm #

    Liebe Ana Maria so schön, spannend Deine Erzählung – ich freue mich immer wieder von neuem auf Deine Reiseberichte – lese sie voller Spannung und dem Gefühl auch ein bisschen bei Euch zu sein – lieben Dank, dass ich dadurch immer wieder dabei und bei Euch sein kann. Weiterhin viel Spann und ganz viele wunderschöne Erlebnisse. Ich umarme Euch herzlich, Judith

    • avelezsun 29/12/2011 um 7:34 pm #

      Hallo meine liebe Judith, vielen Dank für Deine liebevolle Unterstützung und für die lieben Worte. Wir geniessen Deine Begleitung sehr! Alles Liebe, sei herzlich umarmt!

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