wanted…

8 Nov

Erfrischende Meeresbrise heisst uns in Townsville willkommen. Die Temperatur an der Ostküste ist merklich kühler als im Landesinneren. Wir sind hocherfreut über den Klimawechsel!

Wie es dazu kommt, dass die Strandpromenade „The Strand“ heisst, haben wir nicht herausgefunden. Egal. Wir fühlen uns wohl am Strand. Es hat tolle Spielplätze, grüne Wiesen und einladende Grillplätze. Das Meer und der Strand sehen super aus. Einziger Wehrmutstropfen: im Meer badet niemand. Von November bis Mai ist Sommer und somit auch Hochsaison für Quallen (Stingers). Die Strände sind mit Netzen geschützt. Trotzdem könnten sich die lebensbedrohlichen Meeresbewohner zum Ufer durchschmuggeln.

Die Schilder am Strand warnen ausserdem vor kürzlich gesichteten Krokodile… vermutlich ist das eher der Grund, warum hier niemand im Wasser ist, denn die Aussies lassen sich auch vor Stingers nicht abschrecken, dann wird halt ein „stinger suit“ angezogen oder man badet in den geschützten Pools an beiden Enden der Promenade, wo Rettungsschwimmer ein Gefühl der Sicherheit(?!) vermitteln.

An der Promenade sind Hunde nur an der Leine erlaubt… scheinbar reicht auch diese Form der Leinenführung ;o)

Wir fahren der Küste entlang weiter Richtung Süden. Unsere Übernachtungsplätze sind so vielfältig wie das Land. Mal gibt es einen Campingplatz in grüner Umgebung, mal im Nationalpark. Mal gibt es neben dem Bahnhof einen „Comfort Stop“ mit Duschen und Kochmöglichkeiten, mal sind es weite einsame Strände. Mal führt der Weg nicht vorbei an einem Caravanpark. Doch überall kann man nette Bekanntschaften machen und ab und zu neue Freunde gewinnen…

Die Landschaft wird durch Zuckerrohrplantagen geprägt und obwohl wir im Reiseführer lesen, dass man heute aus ökologischen Gründen die Felder nicht mehr abbrennt, was man früher zur Reinigung von Ungeziffer und Schlangen getan hat, kommen wir an diversen brennenden Felder vorbei?!

Apropos ökologisches Desaster und Zuckerrohr. Leider gibt es eine weitere traurige Geschichte zu erzählen. In den 30er Jahren wurden aus Mittel- und Südamerika „cane toads“ eingeführt. Eine giftige Froschart, welche die Käfer auf „natürlicher“ Art vernichten sollte, die die Zuckerrohrplantagen befallen. Nette Idee, aber leider haben die hässlichen Frösche wenig Interesse an den Käfer gezeigt sondern sich auf die ursprüngliche Fauna gestürzt. Heute ist cane toad eine weitverbreitete Plage, die in allen Staaten aber vorallem in Queensland, New South Wales und im Northern Territory stark bekämpft wird.

Wir halten in Bowen an, in der Stadt, die 2008 als Filmkulisse für den Film „Australia“ gedient hat. Hier hat man für den Film Darwin nachgebaut zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Ausser der Polizeistation und der Infotafeln am Strand erinnert hier nichts mehr daran. Wir selbst erinnern uns kaum an den Film, deshalb schauen wir ihn uns nochmals an. Dann aber, wird die Geschichte für uns sehr lebendig, nimmt Gestalt an. Nachdem wir die Kimberleys und das Northern Territory bereist haben, wird uns auf einmal vieles verständlich und wir nehmen weitere Zusammenhänge wahr.

Von Airlie Beach bzw. von Shut Harbor aus geniessen wir die wunderschöne Aussicht auf die Whitsunday Islands. Die Fahrt dahin schliessen wir aus, weil der Preis für die Fähre übertrieben teuer ist. Nach einem ausgiebigen Frühstück bei Sonnenschein und herrlicher Aussicht möchten wir uns auf den Weg zum Conway Nationalpark machen, als wir feststellen müssen, dass die Starterbatterie nicht mehr geht. Zum Glück können wir uns mit der zweiten Batterie selbst überbrücken. So kann der Besuch auf den Berg des Nationalparks trotzdem stattfinden.

Danach machen wir uns aber gleich auf die Suche nach einer neuen Batterie. In Airlie Beach finden wir einen Bootszubehörladen, der hervorragende Batterien zu fairen Preisen verkauft. Eine Bootsbatterie ist viel stabiler und wäre optimal für uns wegen den vielen Geländefahrten. Aber leider passt keine, sie sind alle einen Zentimeter zu lang. Also fahren wir auf direktem Weg nach Mackay, wo wir mehrere Läden und Werkstätte aufsuchen bis die passende Batterie installiert wird.

von der Batterie zur Solarenergie

Während der letzten Wochen hat sich Mike intensiv mit dem Thema Batterien und Solarenergie auseinander gesetzt. Er hat sich mit Leuten auf den Campingplätzen darüber unterhalten, hat im Internet recherchiert und stundenlang in Foren gelesen. Mittlerweile ist er zu einem Experten der Materie Inselanlagen geworden.

Für uns ist das Thema sehr wichtig, da wir laufend Strom für unseren Kühlschrank sowie für die weiteren Geräte benötigen. Dingidi muss spätestens nach drei Tagen bewegt werden, weil sonst die Versorgungsbatterie leergesaugt wird. Das soll geändert werden. Mike weiss jetzt genau was wir brauchen und hat herausgefunden, dass die Solarpanels beim Kauf übers Internet um zweidrittel! günstiger sind als in den lokalen Geschäften. (was wieder einmal deutlich zeigt, wie in Australien schnelles Geld gemacht wird… aber das ist eine andere Geschichte)

So kommt es, dass wir ein 120 Watt Panel bestellen und uns dieses zu einem Caravanpark in Mackay liefern lassen. Das Panel soll innert fünf Tagen aus Noosaville geliefert werden. Wir überbrücken die Zeit bis zur Lieferung in den umliegenden Nationalparks.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

im Regenwald

Der erste Besuch gilt dem Eungella Nationalpark. Hier gehen wir auf die Suche nach Platypus, dem Schnabeltier, das nur in Australien lebt. Es gibt eine Stelle am Brokenriver, von der die putzigen Wundertiere zu sehen sind – allerdings nur wenn man sehr geduldig, still und aufmerksam ist und sie vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang besucht. Beim ersten Versuch geben wir nach drei erfolgslosen Stunden „ins Wasser Spähen“ auf.

Am darauf folgenden Tag haben wir grosses Glück und entdecken die nur ca. 30-60 cm langen Eier legende Säugetiere an einer anderen Stelle im Fluss. Sie tauchen immer wieder kurz auf und verschwinden für längere Zeit unter Wasser wo sie mit Nahrungsuchen beschäftigt sind.

Der Park erreicht an seinem höchsten Punkt 1’280 Meter und umschliesst einen subtropischen Regenwald, der seit 30‘000 Jahren von den restlichen Regenwälder abgetrennt ist. Das sei der Grund, warum hier endemische Tierarten zu finden sind. Es hat hier auch Wasserfälle und Pools zum Baden. Die Lufttemperatur ist angenehm frisch und sehr geeignet für ausgedehnte Entdeckungstouren. Ab und zu regnet es.. wir sind eben im Regenwald. Die Wassertemperatur ist recht kalt und kostet mich einiges an Überwindung. Doch ich traue mich und fühle mich nach dem erfrischenden Bad wie neugeboren.

Die Campingplätze des Parks sind schön grün. Unsere Augen freuen sich. Am besten gefällt es uns an einem entlegenen Platz zu dem man nur per 4 WD hinkommt, in „The Diggings“.

Hier füllt sich die Umgebung nachts mit Glühwürmchen. Ein bezaubernder Anblick!

Advertisements

3 Antworten to “wanted…”

  1. stefi 26/01/2012 um 7:08 pm #

    Ganz schöne Fotos…!! Hier habt so viel glück.

    Vermisse euch ganz fest!!

  2. Claudia Alijew 29/12/2011 um 2:35 pm #

    Liebe Ana Maria und lieber Mike

    Townville muss sehr schön sein….! Ich denke sehr oft an euch und freue mich mit euch über das Erlebte. Heute fahren Andy und ich in die Lenk und geniessen bis am 02.01.2012 den Schnee und die freie Zeit.
    Euch beiden wünsche ich von Herzen alles Gute für das 2012. Möge dass neue Jahr euch segnen und euch weiterhin grosszügig beschenken.

    Alles liebe und in Verbundenheit
    Claudia

    • avelezsun 29/12/2011 um 7:44 pm #

      Liebe Claudia
      Herzlichen Dank für die guten Wünsche und die lieben Worte. Wir senden Euch sonnige Grüsse in die Lenk. Geniesst die freien Tage und die Begrüssung des neuen Jahres in dieser wunderbaren Umgebung. Aus weiter Ferne stossen wir mit Euch an auf ein gesundes, glückliches 2012!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s