Fraser Island

11 Dez

Von einer Insel hüpfen wir auf die nächste… diesmal mit Dingidi. Wir nehmen von Hervey Bay die letzte Fähre um 16 Uhr nach Wanggoolba Beach auf Fraser Island. Fraser Island ist 140 km lang und durchschnittlich 15 km breit und ist somit die grösste Sandinsel der Welt. Die Insel steht unter Naturschutz und gehört zum UNESCO Weltnaturerbe, weil sie als aussergewöhnliches Beispiel  für ökologische und biologische Prozesse gilt sowie als riesenhaftes Naturphänomen. Unglaublich, dass auf einer Insel, die nur aus Sand besteht, Eukalyptus- und Regenwälder wachsen können!

Die 30 minutige Fahrt mit der Fähre kostet 155 AUD hin und zurück. Das Fahrticket bekommt man aber erst, nachdem man die Gebühren für den Nationalpark bezahlt hat. Und die kann man nicht hier kaufen sondern direkt bei Queensland Nationalparks entweder telefonisch oder über das Internet. Man braucht sowohl eine Erlaubnis für das Fahrzeug, die 40.75 AUD kostet sowie eine für das Camping über 5.30 AUD pro Person und Nacht. Uns fällt es nicht einfach, uns im Voraus für die Campingplätze zu entscheiden, deshalb reservieren wir nur die erste Nacht fix und entscheiden uns unterwegs wo wir bleiben möchten.

Das Fahren im losen Sand ist alles andere als einfach. Bereits auf der Fähre wird man darauf hingewiesen den Luftdruck zu senken sowie die 4WD Funktion vorzubereiten. Die Wege durch die Insel sind eng und einspurig. Wenn einem jemand entgegenkommt muss man schauen, wo man ausweichen kann. Es hat zum Teil sehr tiefe Spurrillen und wir sind froh, dass wir mit unserem Fahrzeug viel Bodenfreiheit haben.

Der Wetterbericht ist sehr bescheiden für die nächsten Tage. Schon während der ersten Nacht gibt es heftige Regenschauer, die den ganzen darauffolgenden Tag andauern. Wir fahren von der Central Station Richtung Osten zum Seventy Five Mile Beach und hoffen auf Wetterbesserung.

Die Fahrtverhältnisse werden durch den Regen schlechter. Es bilden sich richtige Schlammlöcher. Ich muss sehr konzentriert fahren und aufpassen, dass ich trotz Bodenfreiheit nicht mit dem Differential hängen bleibe. Bei einem Ausweichmanöver komme ich einer Baumwurzel näher als mir lieb ist und es gibt einen lauten Knall! Ich steige bei strömenden Regen aus und inspiziere die linke Seite des Fahrzeugs, kann jedoch keinen Schaden entdecken.

Vorsichtig fahren wir weiter und sind froh, dass wir am Strand ankommen und auf festem Terrain fahren können. Wir checken den Gezeitenplan und stellen fest, dass in drei Stunden der höchste Wasserstand ist und wir an der Stelle bei Eli Creek vermutlich nicht weiterkommen.  Deshalb bleiben wir an einem „Buschcampingplatz“ namens „Cornwells“ in der Nähe des Eurong Beach.

Es regnet immer noch heftig. Das kleine Gebüsch bietet hier keinen Schutz, auch gibt es keinen Unterstand. Wir kommen zum aller ersten Mal bei strömendem Regen zum Campingplatz und es sieht nicht so aus, als würde es bald aufhören zu regnen. Wir fühlen uns eingeengt, nass und unwohl. In diesem Moment wird uns bewusst, wie viel Glück wir bisher mit dem Wetter hatten und wie verwöhnt wir sind. Gut haben wir ein Fahrzeug um darin im Trockenen zu schlafen und unser Essen darin zubereiten zu können. Andere Leute haben hier ihre Zelte aufgeschlagen, was ich mir bei diesem Regen sehr ungemütlich vorstelle.

Der folgende Tag sieht heller und etwas freundlicher aus. Die Sonne scheint lange genug um unsere nassen Sachen zu trocknen bevor sie dann wieder hinter Wolken verschwindet. Bevor wir zum Eli Creek fahren, entdeckt Mike beim Auto am linken vorderen Kotflügel eine Beule… Oh weh… der gestrige Knall hat doch Spuren hinterlassen. Ich ärgere mich über mich und bin traurig. Doch es nützt nichts. Ja, ich weiss, es ist nur eine Beule, aber unser Auto hatte doch vorher so schön ausgesehen. Mike meint, dass wir die Beule in Südamerika für wenig Geld ausbessern lassen können.

Am Eli Creek stehen viele Autos. Hier machen einige Leute Pause, tanken Sonne. Andere spielen zusammen Ballspiele, wiederum andere waten durch das klare Wasser im kleinen Bächlein. Auf Fraser Island wird einem davon abgeraten im Meer zu baden wegen den tückischen Strömungen und den herumlauernden Haie. So nutzen alle Besucher die vielen Süsswasserquellen auf der Insel und erfreuen sich über die zwischen den Wolken scheinenden Sonnenstrahlen.

Das Fahren auf diesem Strandhighway ist nicht mein Ding. Der Strand ist sehr breit, doch kommen die Autos mit 80km/h manchmal links, manchmal rechts an einem vorbei. Ich fühle mich ohne Mittelstreifen an dem ich mich orientieren kann sehr unwohl. Mike findet diese Begebenheit eben spannend und übernimmt das Steuerrad gerne.

Wir halten weiter nördlich beim „Maheno Wreck“ an. Das Wrack des ehemaligen Luxusliner S.S. Maheno, das im Jahr 1935 vor Fraser Island auf Grund lief. Das 1905 in Schottland gebaute Schiff wurde ursprünglich als Luxusliner zwischen Australien und Neuseeland eingesetzt. Im ersten Weltkrieg diente es als Lazarettschiff. Auf seiner letzten Fahrt sollte es mithilfe eines anderen Schiffes zum Verschrotten nach Japan überführt werden. In einem Sturm riss sich die S.S. Maheno los und strandete an der Ostküste von Fraser Island. Mehrere Versuche das Schiff wieder frei zu bekommen scheiterten. Zu Beginn des zweiten Weltkriegs wurde die S.S. Maheno als Übungsziel für die Australischen Bomber benutzt. Heute sind nur noch die obersten Decks zu erkennen.

Weiter nördlich campen wir am schönen Waddy Point, wo die Leute ihre Freizeit mit Fischen am Strand verbringen während sich die Jungen dabei vergnügen mit einem Bord die Sanddünen hinunter zu rutschen. Der Campingplatz ist mit einem hohen Zaun vor Dingos geschützt. Auf der Insel wird man dauernd davor gewarnt, Kinder unbeaufsichtigt zu lassen wegen den Dingos, die hier heimisch sind. Es sind wilde Tiere und dementsprechend verhalten sie sich. Wir sehen während unserem Aufenthalt nur drei Dingos, zwei davon spazierend am Strand. Einer ist mit einem Sender ausgestattet.

Bei Dundubara unternehmen wir eine Wanderung durch den Wald um anschliessend einige Kilometer über eine Sanddüne zurückzulaufen. Wunderschön öffnet sich im Hintergrund der Blick über das Meer im Kontrast zum weissen Sand. Zum Glück finden wir die grünen Markierungen zum Campingplatz zurück. Ohne diese würde ich mich hier wahrscheinlich verirren – wenn ich alleine wäre. Mein Orientierungssinn ist nicht der beste.

Während den nächsten Tagen bewundern wir einige der hunderten von Seen, die die Insel so faszinierend und unvergesslich machen. Am besten gefällt uns der Lake Mackenzy. Leider sind die Spazierwege um die Seen überflutet – kein Wunder beim vielen Wasser, das in den letzten Tagen vom Himmel gekommen ist. Wegen dem vielen Regen verbringen wir auf Fraser Island eher einen passiven Urlaub, was uns aber weiterhin nicht stört, waren wir doch in letzter Zeit sehr aktiv.

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Die Insel verlassen wir auf dem südlichsten Punkt genannt Inskip Point, wo die Überfahrt zum Festland nur 10 Minuten dauert und zügig voran geht.

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