Urlaub in Brisbane

19 Dez

Zurück von Fraser Island möchten wir auf dem kürzesten Weg zum Cooloola Nationalpark, wo wir die erste Nacht auf dem Festland verbringen wollen. Wir nehmen eine Abkürzung, die uns das Navigationssystem angibt. Der Weg ist in einem sehr schlechten Zustand und wird mit jedem Kilometer schlechter. Das Navi korrigiert ständig die Ankunftszeit. Es ist Abend und wir hoffen den Park vor Anbruch der Dunkelheit zu erreichen. Als wir dann im Schlamm stecken bleiben, sehe ich uns schon hier nächtigen.

Doch Mike meistert die Situation und befreit uns rasch aus dieser misslichen Lage. Am anderen Ende des Weges, staunen wir nicht darüber, dass die Strecke für den Verkehr gesperrt war. Zumindest von einer Richtung. Die Nacht verbringen wir schlussendlich auf einem Campingplatz, weil die Stellplätze des Nationalparks nicht mit dem Auto erreichbar sind.

Den nächsten Halt unterwegs nach Brisbane machen wir in der eleganten Feriendestination Noosa Heads. Zwischen vielen Surfer und Sonnenhungrige geniessen wir zum ersten Mal an der Ostküste das Wellenbad ohne Bedenken vor giftigen Quallen. Im naheliegenden Noosa Nationalpark spazieren wir durch den Regenwald. Es ist wunderbar den Regenwald so nah am Meer zu erleben. Die Aussicht ist fantastisch trotz bewölktem Himmel. Auf dem Parkplatz zum Strand begutachten wir dieses praktische Fahrzeug, das sein Besitzer liebevoll umgebaut hat. Er hat sogar Kräuterpflanzen in der Fahrerkabine. Tolle Idee!

Das ist die Sunshine Küste Australiens. Die Ferienorte sind modern und teuer, es hat sich viel getan in den letzten 10 Jahren. Auf dem Weg nach Brisbane halten wir noch in Mooloolaba an, wo wir wieder einmal den Sprung ins Wasser geniessen. Bei jeder Gelegenheit, die sich ergibt, schwimmt Ana Maria mit den Wellen. Das Wasser wird kälter, je südlicher wir fahren und somit sinkt die Gefahr vor gefährlichen Quallen.

In Brisbane möchten wir unser Fahrzeug auf Herz und Nieren überprüfen lassen – nach 15‘000 km ist es höchste Zeit!

Thomas, den wir auf Lady Elliot Island kennengelernt haben, hat uns eine Werkstatt empfohlen. Im Internet schauen wir nach, wo die Werkstatt ist und vereinbaren einen Termin für den folgenden Tag.  Dann rufen wir Thomas und Brigitte an, da wir ganz in ihrer Nähe sind. Thomas befindet sich noch im Spital nach einem chirurgischen Eingriff. Sie laden uns spontan ein, bei Ihnen Zuhause die Nacht zu verbringen, was wir sehr dankbar annehmen, denn in Brisbane gibt es nicht viel Auswahl an Campingplätze und die Werkstatt befindet sich bei ihnen um die Ecke.

Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie schön es ist, nach so langer Zeit auf einem „richtigen“ Bett zu schlafen. Es ist halt schon so, dass man die Annehmlichkeiten des Lebens erst richtig zu schätzen weiss, wenn man sie nicht mehr hat. Wir haben sogar ein eigenes Bad! Welch ein Luxus!

Während Dingidi seinen Service bekommt, holen wir gemeinsam Thomas vom Krankenhaus ab. Er ist wieder heilfroh nach Hause zu kommen obwohl er noch nicht fit ist und wir jetzt das Haus belagern. Nach der Inspektion unseres Autos, sind noch einige Mängel zu beheben, Bremsen und Reifen zu ersetzen. Die Reifen sind schon abgefahren und wie wir im Internet gelesen haben, sind sie in Australien günstiger und einfacher zu bekommen als in den südlichen Ländern Südamerikas.

Nach einem kurzen Gespräch mit Thomas beschliessen wir noch zu bleiben und suchen im Internet nach Reifenangebote. Thomas setzt am Samstag alle Hebel in Bewegung und telefoniert für uns was das Zeug hält. Zwei Stunden später haben wir ein günstiges Angebot und einen Termin für Montag bei einem Bekannten.

Von Brigitte werden wir nicht nur kulinarisch verwöhnt. Nein, sie schneidet Ana Maria professionell die Haare und bietet sich uns als Fremdenführerin an. Wir fühlen uns wie im „all inklusiv“ Urlaub! So wird aus einer Nacht fast eine Woche. Sie führt uns durch Brisbane, macht eine Schiffsfahrt mit uns auf dem Brisbane River, zeigt uns Redcliff und vieles mehr. Schön finden wir in der Stadt die vielen Parks und den Strand, die es mitten in der Stadt gibt. Familien treffen sich zum Picknick in den Parks, es wird gegrillt und zusammen gefeiert und das so kurz vor Weihnachten.

Die Zeit bei Thomas und Brigitte geniessen wir sehr. Wir haben tolle Gespräche, Spielabende oder auch mal einen Filmabend. Ana Maria darf mit ihrem Hund spazieren gehen oder besser gesagt, er mit ihr. Eines Abends verläuft sie sich und muss von Brigitte mit dem Auto aufgesammelt werden… wie peinlich, Thomas und Brigitte nehmen es aber mit Humor ;o)

Obwohl wir die beiden erst vor zwei Wochen kennengelernt haben, haben wir das Gefühl, sie schon viel länger zu kennen. Der Abschied fällt uns nicht leicht, aber wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Wir sind glücklich, solche wunderbaren Menschen kennengelernt zu haben.

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