vorsichtig fährt sich gut

24 Feb

Nach diesem lehrreichen Wochenende fahren wir mit dem Zug zurück nach Buenos Aires,  diesmal in Begleitung von neuen Bekannten. Da Agustina in ihrer Wohnung eine Freundin beherbergt, bietet uns Teresa ihr Wohnzimmer als Schlaflager an, was wir dankbar annehmen, ist doch schon Nacht wenn wir voll bepackt in der Grossstadt ankommen und wir möchten nichts riskieren.

Am Tag danach frühstücken wir mit Teresa und führen interessante Gespräche über die argentinische Politik, über die Geschichte der Falkland Inseln und über BSE, was, wie wir von ihr erfahren, in Argentinien nicht existiert! Teresa beschäftigt sich beruflich mit diesem Thema, was uns die Chance gibt, etwas anderes über dieses Land zu erfahren.

Anschliessend fahren wir mit dem Bus zu Agustina’s Wohnung wo wir einen Handwerker erwarten, der einen Elektro-Ofen für die Warmwasserzubereitung einbaut anstelle der Gasbetriebenen Lösung. Die Gasleitung in diesem Block befindet sich in einem schlechten Zustand und wird von der staatlichen Gesellschaft nicht wieder frei geschaltet bis die notwendigen Reparaturen erledigt werden, was Monate oder Jahre dauern kann – und solange kalt duschen, will wohl keiner.

Anstatt einer Stunde benötigt der Handwerker, der übrigens einpaar Brocken Deutsch spricht, vier Stunden. Wir debattieren darüber, wie wir in dieser Wohnung warmes Wasser zum Duschen ökologisch erzeugen würden und kommen auf die selbe Lösung, die wir mit unserem Auto benutzen, mit Sonnenenergie. Ganz einfach wäre es nicht in diesem kleinen Raum, aber bestimmt machbar.

Die nächsten Tage besuchen wir Patrick in seinem Studio. Er hat sich mittlerweile gut eingelebt, fühlt sich wohl in seiner Wohnung und kommt ohne grossen Spanisch Kenntnisse gut zurecht. Als FC Basel Fan hat er das Spiel gegen FC München in einer Bar eifrig verfolgt und war glücklich, dort zwei Schweizer kennengelernt zu haben, mit denen er den Sieg gebührlich bis in den frühen Morgenstunden feiern konnte.

Wir holen unsere Laptops bei ihm ab, da wir noch ein paar Tage in Agustina’s Wohnung bleiben dürfen. Das Schiff in dem unsere Autos transportiert werden, ist mit einer Woche Verspätung am 22.2. in Hongkong angekommen, was bedeutet, dass unser Container den geplanten Anschluss verpasst hat. Unser australischer Agent, Adem von ICAL International Customs And Logistics, hüllt sich weiterhin in Schweigen. Ich recherchiere im Internet und finde heraus, dass der nächstmögliche Anschlusss, ein Schiff namens „BU YI HE“ am 4.4. in Buenos Aires ankommen würde.

In der Zwischenzeit entscheiden wir die Wartezeit so sinnvoll wie möglich zu gestalten, was bedeutet, dass wir uns für den nächsten Kurs über Permakultur, der Holger und Marina in Capilla del Monte in der Nähe von Cordoba geben werden, anmelden. Cordoba liegt ca. 700 km nordwestlich von Buenos Aires in einer trockenen Gegend. Der Kurs handelt über Boden und Wassergewinnung, ein sehr interessantes und viel versprechendes Thema.

Wir haben Glück, dass es noch freie Plätze hat. Die Kurskosten belaufen sich auf 1‘000 Pesos pro Person inklusive Verpflegung und Übernachtung im eigenen Zelt, das sind 200 EUR für zehn Tage. Nun brauchen wir ein Zelt. Wir finden ein gutes Angebot in einem Bauhaus und schlagen gleich zu. Eigentlich ist es mehr als ein gutes Angebot. Irrtümlich war das Zelt für den halben Preis angeschrieben, doch er wird uns gewährt.

Jetzt geht es darum, die günstigste Fahrmöglichkeit zu finden. Der Versuch mit dem Zug nach Cordoba zu fahren scheitert daran, dass die Züge nur einmal pro Woche fahren und bereits Monate im Voraus ausgebucht sind. Wir entscheiden uns für einen Bus mit Liegesitzen, der direkt nach Capilla del Monte fährt. Unser Bus fährt am Freitag um 22.51 Uhr, die Fahrt dahin dauert 11 Stunden.

Da die Bahnhofgegenden nicht die sichersten Orte sind und wir nichts riskieren möchten, verzichten wir diesmal auf die Subte und bestellen uns per Telefon ein Taxi, das uns nach „Retiro“ fährt. Nach dem Unfall am Bahnhof „Once“ entstehen diverse Demonstrationen und Vorfälle gegen die Polizei. Die Hauptstrasse vor dem Bahnhof wird gesperrt und der Verkehr auf die Strasse vor unserem Haus umgeleitet. Unser Taxi kommt mit einer halben Stunde Verspätung an, wir warten im Treppenhaus…

Zum Glück haben wir genug Zeit eingerechnet. Der Busbahnhof ist etwas unübersichtlich. Wenn man nicht aufmerksam ist, könnte man den Bus verpassen und somit das Ticket verlieren. Aber wir passen auf und bekommen die gebuchten Plätze in einem ultra bequemen Bus in dem man sogar wie im Flugzeug „first class“ bedient wird. Uns geht’s gut!

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4 Antworten to “vorsichtig fährt sich gut”

  1. Schneider, Fred 01/04/2012 um 3:25 pm #

    Hallo ana und mike,
    habt ihr schon gespürt, dass euch ein schutzengel ständig begleitet?
    Er sorgt dafür, dass ihr immer die richtigen menschen findet und er sorgt auch dafür, dass euer auto, das heissgeliebte, unvershrt bei euch landen wird.
    Ein bisschen abenteuer muss schon sein, sonst wäre das ganze ja eine langweilige lebensreise…..
    Ich verfolge euch mit lebhaftem interesse und bin immer wieder neugierig auf weitere berichte…..
    Alles liebe und nur gute, spannende erlebnisse wünschen euch paula und fred aus nussbaumen

    • avelezsun 04/04/2012 um 5:36 pm #

      Hallo zusammen! Ja, so ein Schutzengel ist schon nötig und langweilig wird es uns auf jedem Fall nicht ;o) Es freut uns, dass Ihr so fleissig die Berichte lest und kommentiert! Wir wünschen Euch noch viel Spass beim Lesen ;o)

  2. Thomas 30/03/2012 um 3:14 pm #

    Hallo ihr beiden
    spannend zu lesen was ihr so treibt
    danke noch mal fuer eure Karte
    hoffe euer Auto kommt bald
    viel Spass bei eurem Kurs
    wir bleiben in Verbindung
    Gruesse von Downunder
    Brigitte u.Thomas

    • avelezsun 04/04/2012 um 5:33 pm #

      Hallo zusammen! Wir hoffen Euch beiden gehts gut. Schön, dass die Karte angekommen ist. Leider sind wir in Verzug mit unseren Australien Berichte, werden das jetzt aber nach und nach wieder einholen ;o) Der Kurs war sehr spannend und beim Thema „Abwasser“ mussten wir oft an Thomas denken ;o) Liebe Grüsse aus Argentinien

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