Sturm und nasse Füsse

30 Mai

Die letzte Nacht haben wir schlecht geschlafen, da ständig LKW’s an- und abgefahren sind. Auch ließen die Brummifahrer ihre Motoren die ganze Nacht laufen, sie besitzen bei der Kälte leider keine Standheizung so wie wir. Wirtschaftlich absoluter Blödsinn aber die Speditionen scheuen wohl solch eine Investition. Entschädigt werden wir ein wenig durch das leckere Frühstück im Pronto Shop.

Der gebratene Schinken schmeckt besonders gut. Es ist mal schön, das Frühstück nicht selbst im Auto zubereiten zu müssen. Die Internet Verbindung bei Copec nutzen wir um unsere Emails zu checken, Tagebuch zu schreiben und um unsere nächsten Schritte zu koordinieren. Das heisst, wir versuchen eine Ersatzglühbirne für unser Dingidi zu besorgen, schreiben die nächste Ecoaldea an für einen Besuch und organisieren unseren Schlafplatz in Santiago bei der Schwester einer in den Kimberleys angetroffenen Schweizerin. „Christine“… Ihr erinnert Euch bestimmt.

Ana sucht Veronica über Facebook. Veronica ist eine Freundin, die sie vor 10 Jahren in der Schweiz kennengelernt hatte. Sie lebt nun mittlerweile wieder in Chile. Leider haben sie keinen Kontakt mehr zu einander, aber sie würde Veronica gerne wiedersehen. Da unsere Internetaktivität heute wohl etwas länger geht wie sonst, beschließe ich Dingidi vor das Restaurant umzustellen. Gelegenheit macht Diebe und wir müssen ihnen ja nicht unbedingt die Gelegenheit geben. Auf dem Weg raus aus dem Restaurant begegne ich 4 schwer bewaffnete, mit vollautomatischen Gewehren bestückten Polizisten. Draußen stehen an Ein- und Ausfahrt weiter Polizisten mit Autos und ich denke mir, dass unser Auto hier bestimmt sicher ist als ich auf der gegenüberliegende Seite immer wieder Polizeifahrzeuge mit Blaulicht vorbeifahren sehe.

Ich zücke mein Fotoapparat und fotografiere die beiden Fahrzeuge als 4 BMW Polizeimotorräder vor mir halten. Ich widerstehe dem Drang diese, ebenfalls schwerbewaffneten Beamten, zu knipsen, was wohl daran liegt, dass alle 4 mich sehr genau mustern. Ich kann zwar Ihre Gesichter durch die schwarzen Helmvisiere nicht erkennen und nur Ihre Helmposition sehen, aber ich spüre Ihre Blicke sehr deutlich. Also mach ich mich schnellen Schrittes auf und davon um unser Auto um zu parken. Kaum habe ich das Auto gestartet, fahren noch mehr Polizeifahrzeuge auf die Raststätte und als ich vor dem Restaurant auf dem Parkplatz ankomme, den ich unerlaubterweise in falscher Fahrtrichtung erreicht habe, erkenne ich auch die Ursache für dieses Grossaufgebot der Polizeikräfte. Vier Polizeiautos, zwei vor und zwei hinter den gepanzerten Geldtransporter fahren umringt von Polizei Motorcrossräder hinter die Raststätte. Diverse Einsatzkräfte verlassen mit Maschinenpistolen die Transporter, welche vor und nach der Tankstelle gehalten haben. Ich komme mir vor wie im Kinofilm, es fehlen nur noch die Gangster, die mit schwarzen Masken, die mit schusssicheren Westen ausgestatten Beamten angreifen. Ich zähle 12 Polizeifahrzeuge ohne die Motorräder und Einsatzfahrzeuge, die auf der anderen Autobahnseite Patroullie fahren. Was bei uns unverhältnismässig wäre, ist wohl hier nötig um die Gelder einer so grossen Raststätte zu sichern. Gerne würde ich ein Bild von dieser Situation machen, aber die Beamten haben mich und Dingidi im Auge und ich will nicht weiter auffallen und keinen Ärger provozieren. Keine 5 Minuten Später ist der Spuk vorbei und alle Einsatzkräfte bis auf eines am Ausgang verlassen mit dem Geldtransporter die Raststätte schneller als sie gekommen waren. Ana Maria die mit dem Rücken zum Fenster sitzt hat von alledem nichts mitbekommen, ist auch nicht besonders überrascht als ich ihr davon berichte. Meine Erzählung ist für sie nicht sehr spannend und das liegt nicht nur daran, dass sie Veronica gefunden hat, sondern dass die Situation für sie nichts Außergewöhnliches ist. Da werde ich mich wohl daran gewöhnen müssen, dass über 50 schwerbewaffnete Beamte nichts Aufregendes ist für Ana Maria. Während der nächsten Stunden im Internet denke ich immer wieder an die professionelle Darbietung der Beamten und ihr perfektes Timing. So viel Professionalität hätte ich den chilenischen Beamten gar nicht zugetraut.

Bei Nieselwetter machen auch wir uns, lange nach 16 Uhr, also recht spät, auf den Weg. Nicht mit ganz so viel Aufsehen wie die Beamten, aber Dingidi sorgt trotzdem immer für etwas Aufsehen. Ist halt schon was Besonderes unser kleiner. Unser nächster Anlaufpunkt ist, wie soll es anders sein auf der Ruta 5? Ein Rastplatz.

Kaum angekommen auf dem Rastplatz Santa Adela fängt es richtig an zu regnen. Wir schlagen unsere Zelte hier auf und ich mache mich gleich daran die Diesel Heizung einzustellen. Das heisst, ich lege mich bei dem Regenwetter unters Auto. Die Abdeckplane auf die ich mich üblicherweise lege, schwimmt mir fast davon. Echt ein Scheisswetter. Dank der Heizung wird aber unsere durchnässte Kleidung schnell wieder trocken. Nach dem Essen legen wir uns heute relativ früh zu Bett. Die letzte Nacht hatte ihre Spuren hinterlassen.

Die Nacht war besser als die vorige, doch nicht mit unseren sonstigen ruhigen Schlafplätze zu vergleichen. Am Morgen nutzen wir die gratis Dusche und kehren in ein „Restaurante de Camioneros“ (für LKW-Fahrer) ein, das sich hinter uns befindet.

Das Restaurant sieht von innen wesentlich freundlicher aus als von außen. Das Frühstück, ein Sandwich mit Kaffee und Kakao, ist nichts Besonderes aber günstig.

Da es hier kein WiFi gibt und wir auf diverse Antworten per EMail warten, machen wir uns weiter auf dem Weg und halten wie kann es anders sein, bei der nächsten Copec Raststätte an.

Die nächste Copec Raststätte ist noch moderner

Hier nutzen wir den ganzen Nachmittag wieder das Internet. Ich lade meine Navigationskarten herunter während Ana Maria Antwort von Veronica bekommt. Patric schreibt und wir veröffentlichen wieder mal einen Bericht.

Patric berichtet diesmal von Bariloche, der Stadt, in der wir ein wenig um Dingidi besorgt waren, da wir vorher schon in El Bolson immer wieder mit Plakaten vor Autoeinbrüche gewarnt wurden. Und was müssen wir da lesen ? Sein Auto wurde innerhalb von 24 Stunden gleich zweimal aufgebrochen. Armer Patric, wir sind geschockt und ich so nervös, dass ich sofort Dingidi vor den Pronto Shop umparkiere, um ihn besser im Auge zu behalten.

Da wir nicht vorhaben, wieder eine Nacht auf einem Rastplatz der Autobahn zu verbringen und wir noch einkaufen müssen, machen wir um kurz vor fünf Schluss mit Internet surfen und surfen äähhh, ich meine, fahren im Regen Richtung Rengo. Von dort begeben wir uns auf die Ruta 66, welche an die Westküste führt vorbei an unsere nächste Ecovillage. In der kleinen Stadt San Vicente kaufen wir im Supermarkt Lider ein, tanken bei der Copec und kaufen, wieder unterwegs, frisches Obst bei einem Händler auf der Strasse.

Es regnet jetzt immer stärker und der Wind bläst recht heftig, so dass ich sehr konzentriert durch die hereinbrechende Dämmerung fahre. Uns kommen immer öfters diverse Einsatzfahrzeuge entgegen. Der Regen wird so stark, dass unsere Scheibenwischer ihn kaum noch  bewältigen können. Wir entschliessen uns die nächste Möglichkeit zum Übernachten zu nehmen, da es keinen Sinn macht bei diesen Witterungsbedinungen lange zu suchen. Es ist wie immer unser guter Freund Copec der in einem kleinen Dörfchen auftaucht. Doch diesmal ist es eine ganz kleine Tankstelle. So fragt Ana Maria erstmal die Tankwarte, die uns glücklicherweise einem Platz hinter ihrem Gebäude zuweisen. Es schüttet wie aus Eimern und durch den starken Wind kommt der Regen senkrecht von vorn, von hinten, oben und von unten. In Rekordzeit stellen wir unser Dach auf und packen die Sachen um, trotzdem bekomme ich in meinen Stiefeln nasse Füsse. Wieder glücklich um die Standheizung welche mich schnell trocknet und wärmt, vergesse ich fast wie oft mich das Mistding zur Verzweiflung gebracht hat. Aber einmal eingestellt auf die richtige Dieselmenge läuft sie wohl tadellos.

Es ist kurz nach 18 Uhr aber mittlerweile schon stockdunkel durch den Sturm. Wir bereiten uns Tortellini mit Tomatensauce zu, dazu einen Tomatensalat mit Palta, so wird hier die Avocado genannt.

Ana Maria in der 60 Quadratmeter Küche
äähh ich meine… 60 Quadratcentimeter

Nach dem Abwasch machen wir es uns trotz des stürmischen Wetters gemütlich, unsere Standheizung bloppert im Takt zum Notgenerator der Tankstelle und der immer stärker werdende Wind lässt Dingidi ganz schön schwanken. Da es ja noch viel zu früh zum Schlafen ist, schauen wir uns einen Film an, der immer wieder mal wegen den Sirenen von der Feuerwehr und der Polizei unterbrochen werden muss.

Da unser Dörfchen durch den Sturm keinen Strom mehr hat, läuft leider die ganze Nacht an der Tankstelle der Notstromgenerator. Währenddessen ich relativ gut geschlafen habe, hat Ana Maria in dieser Nacht kaum ein Auge zubekommen.

am nächsten Morgen werden wir nach diesen Unwetter von diesen kleinen Kerlchen mit Gesang empfangen

Wie wir später erfahren, hat der Sturm, welcher von Valparaiso in die Region BioBio gezogen ist, eine 37-jährige gefordert, 2’000 Obdachlose und 330 Menschen ohne Strom hinterlassen und war einige Tage Gesprächsthema Nummer 1.

Unser Popupzelt war nun auch Sturmgeprüft und hat es gut überstanden. Jetzt streichen wir den nahegelegenen Parque Nacional Las Palmas de Cocalán von Ana’s Wunschliste, da der Regen noch nicht aufgehört hat. Stattdessen machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg zur Ecovillage Eluwn, welche wir aber leider nicht erreichen. Der Zugangsweg ist durch den gestrigen Sturm überschwemmt. Eine Durchquerung mit Dingidi ist uns zu riskant. Die Bäuerin vom Nachbarhof empfiehlt auch das Laufen. Wir überlegen den entstandenen Fluss per Fuss zu überqueren, entschliessen uns aber, da wir nicht wissen ob überhaupt jemand auf dem Anwesen ist, es bleiben zu lassen.

Also fahren wir über Schlammpisten zu der Reserva Nacional El Yalí, dessen Eingang wir nicht finden. Tolle Abenteurer! Also brechen wir die Übung ab und fahren nach Santo Domingo, einem kleinen Küstendorf der reichen Leute kurz vor Valparaiso. Wir fahren an den Strand, wo wir für später das geeignete Schlafplätzchen suchen und finden.

Gut gelaunt trotz leichtem Regen am Strand von Santo Domingo

Da das Wetter immer noch so ungemütlich ist, sind wir auf der Suche nach einem Café und wollen uns auch wieder mit frischem Gemüse versorgen. Einen Gemüsehändler finden wir nicht, doch halten wir mit Dingidi vor einem Supermarkt mit gegenüberliegendem Café an.

Kaum ist Ana Maria ausgestiegen, spricht ein Mann sie wegen unserer Autonummer an. „No, no somos australianos pero venimos de Australia“. Der Mann, Mitte 50, für chilenische Verhältnisse ungewöhnlich unrasiert und in einer Art verschliessener Arbeitskleidung macht erst mal den Eindruck eines Bettlers. Umso überraschter sind wir über sein perfektes Englisch und guten Umgangston. Wie der erste optische Eindruck doch täuschen kann. Naja , ich laufe ja auch nicht gerade besonders gepflegt herum. Wir erfahren dass, das Café gegenüber geschlossen hat und das nächste Café in San Antonio sei, rund 6 Kilometer entfernt. Nach kurzem Gespräch lädt uns Robinson in sein Haus zu einem Kaffee ein. So gehen wir statt einkaufen, zu Robinson nach Hause. Ja, ihr lest richtig. Ana Maria geht mit einem wildfremden Mann, in desen Haus zum Kaffee trinken. Kaum zu glauben und doch wahr.

Robinson ist ein ganz netter .. auch wenn es hier nicht so aussieht

Ich würde es als ein sehr gepflegtes kleines Wochenendhäuschen mit schönem Garten beschreiben in dem er hier lebt. Also definitiv nicht die Bleibe eines Bettlers. Auch sein Renault Clio macht einen gepflegten Eindruck, so dass wir von Anfang an ein gutes Gefühl hatten, als wir ihm folgten.

Wie wir erfahren ist Robinson ein Chilene, der eigentlich an der Ostküste der USA lebt und zwischen Chile und der USA pendelt. Dank seinem hervorragenden Englisch, kann auch ich mich mal mit einem Chilenen unterhalten ohne den Umweg eines Dolmetschers. Seine Eltern kommen ursprünglich aus dem kleinen Dorf im dem wir letzte Nacht dem Sturm getrotzt haben. Wir sprechen mit ihm über dies und das und erfahren dabei, dass morgen, am Sonntag gegen 10 Uhr eine Tsunami Übung stattfinden wird. Das heisst, dass alle Strassenzüge unterhalb seiner Strasse evakuiert werden. Wir sind natürlich recht froh über diese Information, da wir normalerweise um diese Uhrzeit noch frühstücken würden. Da wir vorhaben am Strand zu übernachten, wären wir bei einer solchen Warnung mit dem am Tag zuvor erlebten Sturm mit Sicherheit in Panik geraten. Leider können wir unsere Gespräche nicht vertiefen, weil Robinson eine Verabredung im Internet mit seinem Sohn hat. In diesem Ferienhäuschen besitzt er keinen Internetanschluss, so muss er nach San Antonio fahren um ein Internetcafé aufzusuchen. Er offeriert uns noch seinen Garten zur Übernachtung und seine Hilfsbereitschaft falls irgendwas wäre. Auch dürfen wir gerne bei der morgigen Übung das Auto in den Hof stellen. Vorerst entscheiden wir uns aber für den Strand und fahren jetzt nochmal zum Supermarkt einkaufen. Die Verabschiedung ist kurz aber herzlich und wir haben unseren ersten sehr offenen Chilenen kennenlernen dürfen. Okay, Okay, er lebt ja auch teilweise im Ausland und ist somit vermutlich etwas Weltoffener.

An unserem Stellplatz am Strand fahren immer wieder Securitas-Streifen vorbei, doch keiner bemüht sich bei dem Regenwetter aus dem Auto um uns zu begrüssen.

Man kann die ganzen Reifenspuren der Security deutlich erkennen

Am nächsten Morgen, als Dingidi schon wieder abfahrbereit ist, und der Regen aufhörte, begrüsste uns die Securitas mit folgenden Worten: „sie dürfen aber hier nicht stehen“ und wir „Ja, Ja wir sind Ja schon weg“. Nach einem kurzen Spaziergang am Strand verlassen wir Santo Domingo Richtung San Antonio, ohne nochmal bei Robinson vorbei zu schauen.

Strassenlaternen am Strand  ????

Wir wollen den sonnigen Tag für einen National Park nutzen und haben nicht mehr soviel Zeit. Ana Marias Mutter, Yvonne wird uns ja in ein paar Tagen in Santiago am Flughafen erwarten. Termine, Termine, immerzu Termine, was für ein Stress :-))

San Antonio, eine hässliche Hafenstadt, ermöglicht uns einen kurzen Einkauf für Dinge, die wir in Santo Domingo nicht bekamen. Wieder einmal geht Ana auf die Suche nach Feuerzeuggas, kommt aber während ich im Auto warte, erfolglos zurück. Wir verschwinden so schnell wie wir reingekommen sind wieder aus dieser Stadt. Ursprünglich planten wir die Verschiffung von Sydney nach Chile an diesen Ort. Was sind wir froh, dass wir nicht drei Monate auf Dingidi in diesem Moloch warten mussten. Auf Bilder von dieser Stadt müsst Ihr leider verzichten. Wir haben nämlich keine gemacht. Habt Ihr ein Glück ;-)))

Unser Weg nach Valparaiso versuchen wir über Nebenstrecken zu befahren, was uns teilweise auch gelingt.

Ana Maria fährt sehr konzentriert während ich den Weg mittels GoogleMaps vorgebe

Auch wenn uns das Navigationssystem in eine Sackgasse führt, erreichen wir den Parque Nacional Lago Peñuelas. Aber welch eine Pechsträhne… der Park hat geschlossen, wie uns der Wachmann am Hintereingang erklärt, haben montags üblicherweise alle Nationalparks geschlossen. Toll, dass wir das auch mal erfahren. So etwas hätte man uns doch ruhig beim Kauf der Jahrespässe mitteilen können.

Bleibt uns also nichts anderes übrig, als nach Valparaiso weiterzufahren. Aber für wen diese Stadt ein Paradies ist, bleibt mir noch ein Rätsel.

Eingangs Valparaiso

Ok, ok, wenn man sie mit San Antonio vergleicht, dann ist sie ein Paradies, gepflegt, sauber und modern. Hochhäuser türmen sich am Strand und eine Strandpromenade lädt zum Baden und Schlendern ein. Vermutlich verbringt ganz Santiago ihren Sommerurlaub hier in Valparaiso bzw. Viña del Mar, diese ist nämlich im Laufe der Jahre mit Valparaiso zusammen gewachsen, denn es ist für uns nicht ersichtlich, wo die eine anfängt und die andere aufhört.

Der Küste von Valparaiso entlang

Aber das Paradies stell ich mir anders vor. Definitiv !!!

Wir treffen auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz auf ein französisches Pärchen, das mit ihrem selbstgebauten Wohnmobil, ein umgebauter Mercedes LKW, schon seit 5 Tagen hier an der Strandpromenade auf einem Parkplatz nächtigen.

Der selbst umgebaute Mercedes LKW der Franzosen.

Sie schwärmen von der Copec Tankstelle gegenüber mit freiem Internetzugang, Toilette und heisses Wasser. Ja, ja unser guter Freund Copec. Doch uns schreckt das Verbotsschild ab, welches das Campieren auf diesen Parkplätzen verbietet. Die Franzosen, die schon über zwei Jahren in Südamerika unterwegs sind, sind wohl etwas, wie soll ich sagen, abgebrühter wie wir.

So machen wir uns nach einem kurzen Schwätzchen auf dem Weg und finden tatsächlich neben einer alten Diskothek einen passenden Schlafplatz für uns – direkt am Strand. Hier bleiben wir die nächsten zwei Nächte.

Es ist wirklich ein 1A Stellplatz den wir die nächsten Tage hier nutzen

Abends gönnen wir uns einen frischen Fisch in einem schönen, auf den Klippen gelegenen, gehobenen Fischrestaurant. Die Aussicht ist fantastisch, der Fisch ist dann aber  leider nur mittelmässig und die schöne Kerzenscheinstimmung, kann leider den muffigen Geruch nicht ausgleichen. Wie Ana bei einem belauschten Gespräch mit bekommt, scheint bei dem Sturm ein Wasserschaden entstanden zu sein. Der Teppich war durchnässt und somit auch Ana‘s auf den Boden gestellten Rucksack. Tropf! Trief! Klasse!! So stell ich mir ein gehobenes Fischrestaurant im Paradies vor, ihr doch auch oder? Sarkasmus aus.

Die Nächte an unserem Stellplatz mit Panorama Meeressicht sind sehr ruhig, auch wenn wir tagsüber jede Menge Besucher bekommen, die die Aussicht hier geniessen.

je weiter weg von Valparaiso, desto schöner wird es

Unser Toilettengang verrichten wir bei einem nahegelegenen Fischrestaurante, welches uns aber nicht wirklich zum Essen einlädt. So trinken wir nur ein Radler und genießen das Panorama. Nachdem uns die Bedienung bei der Rechnung übers Ohr haut ( der Boss ist nicht da ), sind wir froh nicht hier gegessen zu haben. Die Zeit vergeht schnell. Während Ana Maria ihren nächsten Lebensreisebericht schreibt, weiss ich gar nicht mehr was noch, außer aufs Meer starren, ich gemacht habe. Auf einen Besuch der Innenstadt von Valparaiso verzichten wir ( warum bloss ??) und machen uns am dritten Tag recht früh auf den Weg nach Santiago. Wir haben dort ja noch einiges zu erledigen. Aber das erzählt wieder Ana Maria.

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bis bald euer Mike

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2 Antworten to “Sturm und nasse Füsse”

  1. Claudia Alijew 04/09/2012 um 12:49 am #

    Liebe Ana Maria und lieber Mike

    einmal mehr durfte ich durch euren authentisch, lebendigen Bericht, einen Teil der Lebensreise sein und mich euch nahe fühlen. Mike du hast wirklich eine erfrischenden, süffigen Schreibstiel, gefällt mir. Gepaart mit Ana Marias exakten Ausführungen ganz einfach perfekt. Ich melde mich nächstens per Mail………….Alles Liebe Claudia

    • mdvmoon 14/09/2012 um 12:27 pm #

      Liebe Claudia
      Freud mich das dir mein süffiger Schreibstiel gefällt. Es dauert zwar immer etwas bis auch von mir mal was Veröffentlicht wird, aber ich gebe nicht auf.

      Liebe Grüsse, auch an Andreas
      Und bis bald, euer
      Mike

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