Bolivia auf über 3.700 m

3 Jul

Nach langem Warten waren unsere Papiere fertig und wir durften endlich durch das chilenische Grenztor fahren. Gespannt, was auf uns jetzt zukommen wird. Die Strasse zur bolivianischen Grenze ist staubig und unspektakulär. Trotzdem sind wir aufgeregt!!!

Grenzkontrolle auf Chilenischer Seite

Chiles Grenze lag nach wenigen Fahrminuten weit hinter uns und wir erreichen mit mulmigem Gefühl die Grenze Boliviens. Vor dem geschlossenen Grenztor bleiben wir mit etwas Abstand stehen. Was wird uns hier wohl erwarten?

Warum wir so aufgeregt und unruhig sind ?

Vor ein paar Tagen hatte ich einen Reisebericht gelesen, in dem berichtet wurde, dass Engländer mit ihrem rechtslenkenden Land Rover Defender an der bolivianischen Grenze abgewiesen wurden und umkehren mussten. Und unser australischer Dingidi ist leider auch ein Rechtslenker.

Kaum hatte ich diesen Bericht gelesen, suchte ich nach Bestimmungen für die Einreise nach Bolivien. Ich fand nicht wirklich ein Verbot in meinen deutsch-sprachigen Informationsseiten, aber immer wieder fand ich Artikel über zurückgewiesene rechtsgesteuerte Fahrzeuge in Reiseberichte. Auch eine Anfrage in einem Forum ermunterte uns nicht. Da wurde von einem Verbot für Rechtslenker in der Antwort gesprochen!!!

Nicht dass ich unbedingt nach Bolivien wollte und besonders nicht in diese hohen Höhen aber so ein Verbot ärgerte mich schon. Warum sollte man Ausländer eine temporäre Fahrbewilligung verwehren? Ich hätte lieber einen grossen Bogen um Bolivien gemacht, nach den vielen Berichten die ich in der Schweiz gelesen hatte.

Da wurde von bewaffneten Überfällen, hoher Drogenkriminalität, gefährliche, unpassierbare Landstriche wegen dem Drogenanbaus und hoher Bevölkerungsarmut gesprochen. Ganz zu schweigen von den miesen Strassenverhältnissen, die oft zum Umkehren zwingen. Aber jetzt will auch ich es wissen, ob wir tatsächlich Probleme mit unserem Dingidi bekommen. OK, es waren auch einige Berichte von langzeit Reisenden sehr positiv. Diese sprachen davon, dass sie auf alle Fälle wieder kommen wollten. Auch war jetzt mein Gerechtigkeitssinn und Ehrgeiz geweckt und nun will ich auch nach Bolivien!!! Viva la Revolution….

OK, OK … selbstverständlich war der Hauptgrund Ana Maria, die unbedingt zum Salar de Uyuni wollte, solange natürlich meine Stirnhöhle das mitmachen würde. Und was meine Dolmetscherin sich wünscht, soll sie auch meist bekommen ;-))

Ich schweife ab…
Wir standen also mit Dingidi um 16:30 vor der Grenze Bolivien und gingen ins Grenzhäuschen. Und siehe da …
da war keiner!!!
Also ist Warten angesagt. Langsam aber stetig kommen immer mehr Personen, die die Grenze überschreiten möchten und sind genauso überrascht wie wir, dass kein Beamter hinterm Schalter vorzufinden ist. Die Frage ob in Bolivien gegebenenfalls so spät eine Mittagspause gemacht wird, wird verneint. In der Zwischenzeit betrachte ich mir die verschiedene Plakate, welche darauf hinweisen, was nicht oder nur beschränkt eingeführt werden darf und eine Bolivien Landkarte, etwas genauer.

Plakat mit den Hauptruten in Bolivien

Plakat mit den Hauptrouten in Bolivien

Auf der Landkarte finde ich die Ruta 20 im Gegensatz zu meiner Google Maps Karte durchgängig und genau dieser wollten wir, wenn möglich, doch folgen. Klasse, damit sparen wir uns gut 300 Kilometer. Unterdessen unterhält sich Ana Maria mit einem Chilenen, der wohl öfters in dieser Gegend unterwegs ist und bekommt ein paar nützliche Hinweise für unsere Weiterfahrt. Meine Nervosität steigt von Minute zu Minute und ich versuche mich zu beruhigen, in dem ich auf einem Stuhl in diesem Warteraum Platz nehme. Zu mir selbst sage ich: „was kann den schon geschehen? Wenn Sie uns nicht passieren lassen, fahren wir halt zurück !“ Die Beruhigung klappt und als der Zöllner 15 Minuten später mit schnellen Schrittes erscheint, macht er den Anschein überarbeitet zu sein. Und ich? Ich bin ganz relaxt.

Nach kurzem Gespräch und der Frage ob das vor der Tür unser Fahrzeug sei, werden wir auf die gegenüberliegende Seite der Gleise verwiesen, wo unser Anliegen schriftlich aufgenommen werden soll. So verlassen wir das Zollhaus und laufen über diverse Zuggleise auf die andere Seite. Beim Überqueren der Gleise sehen wir alte Waggons welche vor sich hin rosten. Ob diese noch in Gebrauch sind, lässt sich nicht sagen aber vorstellen könnt ich es mir.

Rostige Wagons an der Grenze

Rostige Waggons an der Grenze

Auf der anderen Seite säumen mehrere unbeschriftete Gebäude die Gleise, so dass wir einen Augenblick etwas fragend um her irren. Als wir in ein Gebäude eintreten, begrüsst uns ein schelmisch dreinschauender Mann in seiner eiskalten Stube. Sein Schreibtisch und der Aufbau des Computers sehen improvisiert aus, also nicht zu vergleichen mit einem staatlichen Büro in Argentinien oder Chile, und ganz zu schweigen eines in der Schweiz oder Deutschland. Aber hier sind wir richtig, wie uns der, mit Pullover und Wollmütze, ausstaffierte Beamte versichert. So beginnen wir mit der Aufnahme der Daten unseres Dingidis, für seine Temporäre Aufenthaltsbewilligung in Bolivien.

Die Wörter „Toyota Landcruiser“ entlocken dem Beamten nur die Frage: „was für ein Typ genau?„. Wir sind also wieder in einem Land angekommen, wo der Landcruiser heimisch ist und unsere Antwort: „eine 78 Serie“  lässt den Beamten auch nicht verzweifeln. In den Zollstellen und den Versicherungen Argentiniens und Chiles war das ganz anders. Dort gibt es diese Serie in Ihren Computerlisten nicht, was dazu führte, dass er als Toyota Landcruiser Prado (dem Hausfrauen Geländewagen, wie Anke und ich immer lästern) in die Dokumente eingetragen wurde. Nicht so hier in Bolivien, hier kennt man(n) noch wahre 4×4 Fahrzeuge.

Postkartengrüsse oder ???

ein wahrer 4×4 Bolide unser Dingidi

Der Beamte fragt nach dem Halter des Fahrzeugs und lässt sich von Ana Maria, Pass und Fahrzeugpapiere aushändigen. Als er mit unseren selbst ausgedruckten australischen Fahrzeugpapieren Probleme hat, rutscht mir erst mal das Herz in die Hose. Ich sehe nur sein verständnisloses Gesicht und verstehe nicht ganz was er sagt. Mein Spanisch lässt noch sehr zu wünschen übrig aber mit dem Englischen, hat er es wohl nicht so. So hilft Ana Maria ihm bei der Übersetzung und zeigt ihm die jeweils benötigten Angaben wie Chassienummer, Motornummer und so weiter… Es fällt ihm vermutlich nicht mal auf, dass er nur auf eine Steuerrechnung schaut, die auch noch nur eine Kopie ist. Dabei normalisiert sich mein Pulsschlag erst mal wieder und ich schaue den beiden in Ruhe weiter zu.

Ihr fragt Euch sicher warum wir keine originale Fahrzeugpapiere vorzeigen, richtig?
Die Antwort ist einfach …Wir haben keine!!! In Western Australien gibt es keine Fahrzeugpapiere!!! War für mich auch erst mal befremdlich aber schlussendlich logisch. Dort wird alles elektronisch abgewickelt und die Polizei überprüft die Besitzansprüche online im Computersystem, welches jedes Polizeifahrzeug integriert hat. Die Polizeifahrzeuge sollen sogar ein intelligentes Kamerasystem besitzen, welches die amtlichen Schilder prüft und bei Bedarf den Beamten eine Fahndung mitteilt. Ausserdem, wo soll man denn mit dem Fahrzeug hin? Australien ist zwar ein Kontinent, aber eben doch eine riesige Insel ohne direkte Nachbarn. Man besitzt also nur die staatliche Steuerrechnung in Western Australien, welche auch gleichzeitig die Versicherung ist. Genau diese jährliche Rechnung haben wir von Anke im April per Email aus Australien als Scan erhalten. Diese ausgedruckte Rechnung ist also zusammen mit der ersten originalen unser Besitznachweis. Aber ich gehe schon wieder zu sehr ins Detail und schweife schon wieder ab…

Unser Beamte tippelt also alle Eingaben mit Hilfe von Ana Maria im ultra langsamen Adlersuchsystem in den Computer ein und druckt schlussendlich ein Papier aus, für das er 15 Bolivianische Bolivianos (BOB) haben will. Jetzt haben wir definitiv ein Problem!
Wir haben nämlich kein Geld gewechselt und nach einen Bankomat zu fragen ist sicherlich hier an diesem Gott verlassenen Grenzort, ein schlechter Scherz. Also fragen wir den Beamten, ob er auch chilenische Peso nehmen würde, obwohl uns seine Forderung überrascht und wir die Vermutung hegen, dass diese nicht offizieller Natur ist. Aber soll man sich wegen 1,70 Euro mit dem Beamten streiten, wenn man keine offiziellen Fahrzeugpapiere besitzt und ein rechtslenkendes Fahrzeug hat, welchen vermutlich nicht eingeführt werden darf ? Eher nicht, also besser zahlen und gut ist.

Mit chilenische Peso zu zahlen ist natürlich kein Problem. Allerdings zu einem obermiesen Wechselkurs, was uns aber dennoch nicht davon abhält, etwas mehr Geld zu wechseln, damit wir zumindest ein paar Bolivianos in der Tasche haben. Nachdem das finanzielle geregelt ist, frage ich, ob ich diesen „Halunken“ fotografieren darf. Ja, ich darf und so lichte ich wohl meinen ersten korrupten bolivianischen Beamten ab. Recht freundlich bitte ;-))

erster korrupter Beamter

erster korrupter Beamter

Mit dem, auf normalem weissem Papier, ausgedruckten Dokument stehen wir nun wieder bei dem netten Zollbeamten auf der anderen Seite der Gleise. Merkwürdigerweise ist kein anderer Grenzgänger mehr anwesend. So kommen wir direkt an die Reihe und übergeben unsere Dokumente. Keine 5 Minuten später erhalten wir unsere Dokumente und die temporäre Bewilligung für unser Fahrzeug fertig zurück. Ich halte Ana Maria an, die Bewilligung zu kontrollieren. Nicht das sich ein Zahlendreher oder so sich eingeschlichen hat und wir später Schwierigkeiten bekommen bei einer Kontrolle oder gar bei der Ausreise. Aber nein, es scheint alles OK zu sein.

Beiläufig fragt uns der Beamte höflich: “ Habt ihr den schon die formellen Einreisestempel bei der Migration bekommen? Wie ich es euch vorab geraten habe? Nicht dass ihr noch ärger bekommt, das haben schon andere Touristen vergessen“. Nö, haben wir noch nicht, denn irgendwie ist das untergegangen bei der Aufregung. „Muchas Gracias, Señor“ Also schnell wieder auf die andere Seite zur Polizeistation, welche tatsächlich mit einem Schild angeschrieben ist.

 Polizeistation bzw. Migrationsbüro

Polizeistation bzw. Migrationsbüro

Im dunklen Büro ist auch der unfreundliche Migrationsbeamte anzutreffen, der unser „Buenas Tardes“ nicht erwidert und uns erst mal grusslos Zettel in die Hand drückt, die wir ausfüllen müssen. Vermutlich schlägt die eiskalte Räumlichkeit aufs Gemüt oder er wurde hierher strafversetzt, denn seine Laune ist echt mies. Er sitzt hinter seinem Schreibtisch und es hat den Anschein, als suche er in dem riesigen Stapel an Anreiseanträge, einen ganz bestimmten und das ohne Erfolg. So lässt er uns fast 10 Minuten warten, nachdem wir ihm unsere Anträge mit den Pässen auf den Tisch zur Bearbeitung legen.

Die Pässe werden sorgfältig durchgeblättert, wobei er auf diversen Seiten kurz verweilt und sein Gesichtsausdruck sich eher verschlechtert, denn bessert. Eine Abfrage der Personalien an einem Computer wie man es sonst an einer Grenze gewohnt ist, Fehlanzeige. In diesem Büro gibt es keinen Computer und als Kommunikation dient wohl das Funkgerät, welches in der Ecke mit einer Autobatterie betrieben wird. Willkommen in Bolivien …

Ach nein…soweit sind wir noch nicht… da war ja noch dieser griesgrämige Migrationsbeamte der unsere Pässe studiert. Nach weiteren langen Minuten des vor und zurück Blätterns der Pässe fragt er uns: “ Wie lange haben sie vor in Bolivien zu bleiben?“. Ana Maria antwortet wie aus der Pistole geschossen: „Wir würden gerne 60 Tage bleiben“ – „60 Tage???“ ist seine verblüffte Antwort darauf. Ana Maria erklärt ihm, dass wir mit dem eigenen Auto reisen und uns alles ansehen möchten in seinem schönen Land. Mit einem Grummeln seinerseits bekommen wir die Stempel in unsere Pässe gedrückt und verlassen so schnell wie möglich sein Büro.

„Mann, war der unfreundlich“, entfährt es uns und gehen nun wieder schnellen Schrittes zu unserem freundlichen Zollbeamten zurück um nun die wohl anstehende obligatorische Fahrzeugdurchsuchung durchführen zu lassen. Auf dem Weg betrachten wir unsere Pässe, insbesondere den Einreisestempel etwas genauer an. 90 Tage haben wir überraschender Weise von dieser verbitterten Seele bekommen. Tja, es gibt wohl nur einen Stempel für 30 oder 90 Tage, womit wir die maximale Einreisedauer erhalten haben. Freu…

Beschwingt stehen wir wieder vor dem Schalter des netten Zollbeamten. Er ist aber wieder nicht an seinem Platz und so steckt Ana Maria vorsichtig ihren Kopf in das Nachbarbüro des Chefs. Sie fragt ganz ergeben, wie es nun weiter geht, da sein Untergebener nicht an seinem Platz sei. Da den Chef Kopfschmerzen plagen, wie er uns mitteilt, werden wir gebeten, ob wir nicht selbst das Grenztor bedienen können.
Ana und ich schauen uns kurz an und verabschieden uns höflich. „Si, claro- hasta luego, Señor“ Rasch wie der Wind sind wir aus dem Büro. Während ich Dingidi starte, geht Ana Maria zum Grenztor um es zu bedienen.

wenn keiner da ist - machen wir halt selbst auf

wenn keiner da ist – machen wir halt selbst auf

Noch bevor das Grenztor wieder geschlossen ist, steht der höfliche Zollbeamte neben ihr und schaut etwas irritiert ins Auto und sagt: „Ach, du fährst gar nicht, sondern dein Mann?“  –  Ihr stockt der Atem.
Er reicht ihr die Hand und sagt besorgt beim Schütteln: „Seid vorsichtig und passt gut auf Euch auf in Bolivien. Ihr wisst, hier ist Rechtsverkehr!“
Ana Maria steigt zu mir ins Auto und erzählt mir dies lachend, während ich mich mehrfach umschaue. Aber das scheint es tatsächlich gewesen zu sein und schwups die wups… Bienvenidos en Bolivia – Willkommen in Bolivien

auch mit einem rechtsgesteuerten Fahrzeug. Juhuu Bolivia wir kommen…

Was waren wir doch nervös, wegen der Geschichten, die wir lasen und jetzt? Jetzt wo wir hier in Bolivien sind, sind wir sogar ein bisschen verärgert. Denn wenn wir gewusst hätten, dass hier keine Kontrolle wegen Gemüse, Obst, Milchprodukte und dergleichen stattfindet, dann hätten wir vorher noch mal eingekauft. Denn Einkaufen liegt in dieser Stadt, so darf man Avaroa eigentlich gar nicht nennen, definitiv nicht drin. Die wenigen Häuser scheinen nur Wohnhäuser für das Grenzpersonal und deren Familien zu sein. Auf der chilenischen Seite waren diverse Geschäfte, aber hier ist ausser den paar Häuser sonst weiter nichts. Nicht einmal Strassenschilder, die einen den Weg weisen. So kommt es, das ich erst mal einer recht guten Strasse folge, welche aber nicht in unsere Richtung führt. Also muss ich umkehren und folge einer sehr schlechten Schotterpiste.

so sehen also Landstrassen aus

so sehen also Landstrassen in Bolivien aus

Die Schotterpiste scheint zwar augenscheinlich nicht für das Befahren geeignet zu sein, aber laut unserem Navigationsgerät der richtigen Route, nämlich Ruta 20 folgt. Das war genau das, was ich in den vielen Berichten zu lesen bekam. Strassen die man besser nur mit einem 4×4 befahren sollte, da ein Achsenbruch oder ein Steckenbleiben sonst vorprogrammiert ist. Jetzt wo wir über die Piste holpern, bin ich froh einen soliden Weggefährten, wie Dingidi, unser Eigen nennen zu dürfen, was aber den immer stärker werdenden Kopfdruck leider auch nicht mindert. Die karge Landschaft ist zwar schön anzuschauen aber meine Stirnhöhle mag diesen rasanten Anstieg, den wir seit Calama hingelegt haben, nicht besonderes. Weswegen wir uns schon so früh entscheiden nach einen Stellplatz Ausschau zu halten.

Karge aber schön

Karge aber schön

Nach nicht einmal 20 Kilometer aber doch fast einer Stunde Fahrt bleiben wir abseits der Piste stehen und schlagen dort unser Lager auf. Der leichte Hügel hinter uns soll uns ein wenig vom Wind schützen. Denn ein besserer Stellplatz ist in dieser weiten flachen Gegend nicht aus zu machen und viel länger möchte ich heute nicht fahren.

Stellplatz etwa 200 m von der Strasse ähhh ich meine Piste

Stellplatz etwa 200 m von der Strasse ähhh ich meine Piste

Aufgrund des fehlenden frischen Gemüses entscheiden wir uns heute mal wieder für Spagetti mit Tomatensoße aus der Packung und Thunfisch aus der Dose. In der Zeit in der Ana Maria kocht, versuche ich die Standheizung in Betrieb zu nehmen. Bei über 3.700 Meter über Meer ist es fast ein aussichtsloser Versuch, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. So sitze ich über eine Stunde an der Heizung, stell die Dieselmenge ein und versuche sie immer wieder zu starten. Der Vollmond steht schon hoch am Horizont während die Sonne mit ihren letzten rot-orangen Strahlen den Himmel erfüllt und ich verärgert die Versuche einstelle.

schöne Aussicht mit Vollmond und letzten Sonnenstrahlen

schöne Aussicht mit Vollmond und letzten Sonnenstrahlen

Bei den kühlen Temperaturen rücken wir also nach dem Essen näher zusammen und schauen uns einen Film an. Die Nacht ist ruhig, bis auf den frostigen Wind der leicht zu hören ist. Bei -3 Grad liege ich, bei dieser Vollmondnacht, schlaflos bis morgens um 8 Uhr im Bett. Meine Kopfschmerzen und die gelegentliche aufkommende Atemnot halten mich wach und ich frage mich, wie das denn so weiter gehen soll. Als die Sonne langsam am Horizont aufgeht und die klirrende Kälte vertreibt, steht Ana Maria auf. Sie übernimmt den Part den ich sonst morgens erledige und stellt das Solarpanel auf.

ausgerichtetes Solarpanel

ausgerichtetes Solarpanel

Nachdem Sie ihre morgendlichen Yoga-Übungen beendet, beratschlagen wir, was wir jetzt tun sollen. Weiterfahren, Stehenbleiben oder zurück an die chilenische Küste stehen zur Diskusion. Wir entscheiden uns heute erst mal hier stehen zu bleiben und zu schauen wie es mir morgen geht. Während draussen die Temperaturen langsam auf 25 Grad steigen und diverse Fahrzeuge die Piste entlang fahren, schreibt Ana Maria an ihrem nächsten Bericht. Unterdessen lege ich mich oben ins Bett und hole so ein wenig die Nacht mit Schlaf nach.

wer Schläft sündigt nicht

wer Schläft sündigt nicht – Schlafen ohne Mütze… Toll

Die Kopfschmerzen sind leider nach dem Schlaf nicht verschwunden und so offeriert mir Ana Maria eine Thaimassage, die ich dankend annehme. Thaimassage ist einfach was Fantastisches und ich bin froh haben wir sie erlernen dürfen. Nach eineinhalb Stunden Thaimassage ist nur noch ein leichter Druck vorhanden. Aber nicht nur die Kopfschmerzen verschwinden, auch die Sonne verabschiedet sich langsam hinter den Bergen und schon ist der Tag vorbei.

Der Himmel brennt

Der Himmel brennt

Zu Abend gibt es heute Brot und Nudelsalat, den Ana Maria während meines Schlafs vorbereitet hat. Mmmmhhh Lecker … Den ganzen Tag über hatte ich nichts gegessen. Doch jetzt, da mein Appetit zusammen mit der kühlen Abendluft wieder kommt, verschlinge ich das Essen mit Heisshunger. Den Rotwein lehne ich aber dankend ab und überlasse ihn Ana Maria.

Auch heute gehen wir wieder früh zu Bett und packen uns selbstvertsändlich warm ein. Das heißt, lange Unterwäsche, Trainerhose, Pullover und natürlich die selbstgestrickten Socken von Ankes Mutter anziehen. Wir tragen sogar Wollmützen im Bett und Ana Maria legt ihre vorbereitete Wärmflasche in den Schlafsack. Um 21:30 Uhr als ich auf das Thermometer schaue, zeigt mir dieses schon Null Grad an. Brrrrrrhhh bitter kalt!!!

noch sieht man es nicht

kalte Nächte bei denen der Mond deutlich zu sehen ist

Ich liege im Schlafsack und frage mich:

„Wie kalt wird wohl diese Nacht werden?“

„Werde ich heute Nacht schlafen können?“

„Wie wird die Reise weiter gehen?“

„Bleiben wir in Bolivien auf dieser Höhe?“

„oder fahren wir doch wieder runter nach Chile an die Küste?

???
Ich verrate nur so viel –  Es wird spannend und die kommende Nacht hat -4 Grad zu bieten.

Aber wie immer am Ende des Berichts, hier noch die Diashow

Diese Diashow benötigt JavaScript.

bis bald euer Mike

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2 Antworten to “Bolivia auf über 3.700 m”

  1. Fred Schneider, An Knoops Park 1, D28717 Bremen 11/10/2012 um 5:48 am #

    Hallo Ihr Lebensreisende,
    verfolge Euer Abenteuer jetzt von Deutschland aus. Einfach toll, Eure Erlebnisse. Lasst mich weiter teilhaben
    Gruß Fred Schneider, Paulas Mensch

    • mdvmoon 12/10/2012 um 9:43 pm #

      Hi Fred,

      wir freuen uns auf jede verfolgung. Lass es dir gut gehen in Deutschland.

      Gruss Mike

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