Eiskalt erwischt

4 Jul
 Minus 4 Grad war die Nacht kalt, aber wir konnten beide durchschlafen und sind ausgeruht und ich einigermassen fit. Das heißt keine Kopfschmerzen mehr, aber die Höhe lässt mich ganz schön hecheln. Komme mir vor wie ein Chiwawa beim Hunderennen. Da wird sogar der Toilettengang zum Kraftakt. So genau wollt ihr es aber bestimmt nicht wissen oder ?? Ok, eher nicht, verstehe ich.

Unsere Sachen packen wir nach dem Frühstück und machen uns um 10 Uhr auf den Weg Bolivien zu erkunden. Die Strecke, Strasse darf man sie ja nicht nennen, ist auch weiterhin eine Herausforderung.

man sieht es kaum aber die Piste ist echt bescheiden

Nicht nur der Zustand, sondern die Verzweigungen ohne Schilder fordern einen mächtig. Ohne unserem elektronischen Kartenmaterial und dem GPS wüsste ich nicht, ob wir so schnell die richtigen Entscheidungen treffen würden. Es kommen uns auch kaum Fahrzeuge entgegen. Die wenigen haben uns ziemlich früh passiert und sahen aus wie Tourfahrzeuge von irgendwelchen zwielichtigen Veranstaltern. Da bin ich doch mal wieder froh, selber fahren zu dürfen, anstatt in so einer überladenen rollenden Bombe zu sitzen.

Nach einer Stunde treffen wir auf einen Landvermesser und nutzen die Chance ihn zu fragen ob wir noch richtig sind. Er bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und berichtet, dass er hier ein Wasserauffangbecken baut. Für wen dieses Becken sein soll ? Keine Ahnung. Da wir nicht weiter nachfragen und auf dem Weg nicht allzu viele Häuser erblicken, bleibt das auch für uns offen.

eines der wenigen Häuser auf dem Weg

Die staubige Piste wird aber immer besser und es tauchen auch tatsächlich mal Schilder auf, an einer Abzweigung. Nach einer weiteren Stunde Fahrt, erreichen wir Colchak, einen kleinen Ort am Rande des Salars. Am Eingang begrüssen uns die Guanakos und Esel des kleinen Dorfes und wir staunen nicht schlecht, als wir an einen, gerade im Bau befindlichen, neuen Rasenplatz für die hiesigen Fussballverrückten vorbeifahren. Die Gegend ist so trocken, aber die Dorfbewohner haben einen saftiggrünen Fussballplatz. Auch hier ist der Fussballgott Zuhause.

saftiges Grün in einer sonst kargen Landschaft – alles nur für den Fussball

Die Straßen im Dorf sind teilweise gepflastert und überraschenderweise in einem sehr guten Zustand. Am Dorfplatz, welcher sehr klein und überschaubar ist, halten wir an. Hier finden wir einen kleinen Krämerladen in dem wir 1 Kg Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln, 3 Tomaten und einen Liter Schoko Soja Milch einkaufen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf günstige 21 BoB, was etwa 2 Euro umgerechnet sind.

so klein und doch bekommt man hier alles was man braucht

Nach einem kurzen Schwätzchen mit den Dorfbewohnern über ihren Benzin betriebenen Toyota Landcruiser, erfahren wir den schnellsten Weg auf den Salar de Uyuni. Kaum wieder auf der Sandpiste müssen wir zweimal die eigentliche Strasse verlassen, da diese weggespült wurde und ein Durchfahren des Kraters auch für uns nicht möglich ist.

weggespülte Strasse – hier schaffen auch wir es nicht durch

Glücklicherweise ist die Umfahrung nicht ganz so heikel und wir stehen kurz darauf vor dem Eingang des riesigen Salzsees. Der Salar de Uyuni ist riesig und mit 110 Km Breite und 140 Km Länge der grösste Salzsee der Erde. Die Salzmenge des Salar de Uyuni wird auf ungefähr zehn Milliarden Tonnen geschätzt und die bis zu 30 Meter dicke Salzkruste soll selbst von Bussen und LKWs befahren werden können. Klingt alles sehr imposant, aber die Einfahrt selbst ist sehr bescheiden und nur mit Sand aufgeschüttet.

Ein- und Ausfahrt – aufgeschüttet mit Sand – so gehts leichter drauf und runter

Doch kurz darauf sind wir auf dieser dicken Salzschicht mit 60 Km/h unterwegs. Der Belag ist relativ glatt und trotzdem getraue ich mich erstmal nicht schneller zu fahren. Auch haben wir keine Orientierung, wo wir sind und wo es lang geht. Wir folgen also erstmal der, durch die verschmutzten Reifen entstandenen, Fahrbahnmarkierung.

wir folgen der Verschmutzung, doch drehen bald wieder um

Bald schon kommen aber Zweifel auf, wir fahren ein Stück zurück und folgen einer anderen Spur, die wohl auch von den zahllosen Tourwagen entstanden ist. Tja, wir Europäer sind halt Schilder, Strassenmakierungen, Leitpfosten und sonstige Beschränkungen gewöhnt. Diese Freiheit, hinfahren zu können wohin man will, erschreckt uns. Auch die Tatsache, dass man hier auf dem Salzsee einbrechen oder den Wagen ganz versenken kann, macht uns nicht mutiger.

da sollte man besser nicht drüber fahren – zack – ist das Auto 70 Meter tiefer :-0

So bleiben wir stehen, als wir am Horizont zwei Fahrzeuge entdecken, die den Anschein haben auf uns zu zu kommen. Sie kommen allerdings nicht in einer geraden Linie auf uns zu, sondern eher im Zickzack Kurs. Ana Maria öffnet die Scheibe, winkt kurz und schon bleibt eines der Tourenfahrzeuge kurz darauf neben uns stehen. Die Frage nach unserem nächsten Ziel und ob wir hier richtig sind, wird mit einer langen Erklärung bestätigt. Da man wohl keine Lust hat Touris aus den vorhandenen Löchern zu ziehen oder die Geschichte von ertrunkenen Touristen das Geschäft schädigen könnte, wird uns nahegelegt, nicht geradeaus zu fahren. Also nicht in direkter Linie zu unserem nächsten Ziel, da sonst ein Versenken unausweichlich stattfinden könnte. Wir sollen langsam und konzentriert den Fahrspuren im Zickzack folgen. Dann wäre das gar kein Problem! Nach der Information werde ich natürlich nur noch nervöser wie ich es schon war. Aber gut, wir versuchen also den Fahrspuren zu folgen was anfänglich gar nicht so einfach ist, da an dieser Stelle wohl jeder seine eigene Vorliebe hatte.

Die Spur ist deutlich zu erkennen – aber welcher soll man folgen ???

Aber nach gut 5 Min. sind wir auf Kurs und sehen die Fahrspur meist sehr deutlich. Auf dem Weg zu unserem Ziel, der Isla Incahuasi, sehen wir einige Tourenwagen die abseits stehen während ihre Besatzung mit Fotografieren beschäftigt ist. Bei Eintreffen auf der Isla Incahuasi ( ist quechua für Haus des Inka ) sind wir erstmal etwas geschockt. Es stehen bestimmt über 20 Tourenfahrzeuge, meist Toyota Landcruiser, vor der Insel. „Hilfe Touristenüberfall“, geht mir da durch den Kopf. Als wir näher kommen, erkennen wir einen Mercedes Sprinter mit deutschen Kennzeichen und ich bleibe natürlich genau daneben stehen.

Fotoshooting der Touristen

Zum Einen aus Neugier, wer sich mit einem normalen 2WD Fahrzeug hier her wagt und zum Anderen haben wir bis jetzt immer recht nette Leute kennenlernen dürfen. OK, es waren bis jetzt nicht so sehr viele, da wir außerhalb der eigentlichen Saison unterwegs sind und meist wild campen. Aber die wenigen die wir trafen, waren immer super nett und diese hier sind vermutlich aus Deutschland. Somit komme wohl ich auch mal wieder zum Quatschen ohne meinen Dolmetscher ständig bemühen zu müssen.

Es dauert auch nicht lange und wir lernen die Familie kennen. Birgit, Heiko und ihre Töchter Paula und Mina sind Langzeitreisende. Das heißt, sie sind schon über 6 Monate in Südamerika unterwegs und nun auf dem Rückweg nach Deutschland. Sie wollen jetzt über Paraguay zurück nach Buenos Aires in Argentinien um ihren Sprinter dort wieder per RoRo nach Hamburg zu verschiffen. Wir beneiden sie ein wenig um den Platz in ihrem Sprinter. Was sich aber relativiert, wenn man ihn durch vier teilen muss, auch wenn, oder gerade weil es sich um zwei Kleinkinder bei Mina und Paula handelt. Denn Platzanspruch ist keine frage der Körpergröße. Auf uns macht die Familie einen glücklichen und aufgestellten Eindruck und sie zeigen einen wieder einmal, dass man sehr wohl mit den Kleinen auf solch eine Reise gehen kann.

von hier aus erkennt man noch nicht, dass zig Touren sich davor tummeln

Bei dem Fachgesimpel über Reiserouten, korrupte Beamte, Sehenswürdigkeiten, Standheizungen usw. kommen wir natürlich auch auf meine unbehagliche Kopfschmerzen durch die Höhen-Problematik zu sprechen. Und ruck-zuck, bekommen wir eine riesige Tüte Cocablätter von Birgit in die Hand gedrückt. Bei täglicher Einnahme als Tee, sollen sie die Symptome der Höhen-Krankheit lindern oder gar ganz beseitigen. Nett oder ???  Wir sind gespannt wie Cocatee schmeckt und wirkt…

Zwischenzeitlich verlassen uns alle Tourenfahrzeuge und plötzlich sind wir fast alleine an dieser Insel. Während ich Dingidi umparkiere um möglichst gerade zu stehen in der Nacht, geht Ana Maria mit Heiko auf Entdeckungsreise und erkundet die Insel mit ihren Kakteen. Da wir bisher keine weitere Chance hatten Geld zu besorgen, hat Ana Maria natürlich nicht genug für den Eintritt. Aber dank Heiko ist auch das kein Problem, denn er zahlt einfach die fehlende Differenz. Ich sag ja, einfach super nett die beiden.

Sonnenuntergang mit Kakteen – schön eingefangen von Ana Maria

Auch super nett ist Angela, die ich dumm anquatsche, da sie mit ihrem Freund, per Fahrrad hier auf dem Salar unterwegs ist. Da ich ja äußerst schüchtern bin, somit kaum den Mund auf bekomme und seit Wochen von deutschsprachigen Touristen umringt wurde ;-) nutze ich selbstverständlich auch diese Chance zum Smalltalk. So erfahre ich, dass Angela und ihr Freund aus der Schweiz stammen, zur Zeit hier in Bolivien bei einer Organisation Namens Interteam arbeiten und gerade ihre Ferien auf dem Fahrrad verbringen. Verrückte !

Ihr müsst Euch folgende Situation vorstellen: Ihr geht mit Eurem Gesprächspartner in 3600 Meter Höhe über Meer auf ebener Fläche ca. 200 Meter und bekommt während des Gesprächs, trotz erhöhter Atemfrequenz, Atemnot. Man muss deshalb entweder öfters stehen bleiben oder auf das Gespräch verzichten um wieder Luft zu bekommen. So ergeht es zumindest mir zur Zeit. Und diese zwei hier fahren voll gepackt mit Zelt, Schlafsack und co. quer durch Bolivien mit dem Fahrrad. Verrückte, aber das habe ich schon gesagt oder?

Als Stefan, Angelas Freund, ein großer blonder Naturbursche zu uns stösst, gefriert mir fast das Blut in den Adern. Nicht weil er so furchteinflößend ist. Nein !!! auch er ist ein ganz lieber Netter. Aber bei diesen eisigkalten Temperaturen kommt er ohne Socken und nur in Crocs zu uns. Wenn ich es richtig beobachtet hatte, hatte er gerade seine Füße mit dem Eiswasser gewaschen, was hier beim Toilettenhäuschen zu Verfügung steht. Brrrrrr – ich bin einfach ein Weichei und es schüttelt mich mehrfach durch. Und wieder, ich sag es nochmals VERRÜCKTE!!! Aber unheimlich sympathische verrückte ;-)

Einige behaupten ja, auch ich sei durchgeknallt, was ich aber definitiv dementiere. Ich bin völlig normal und gesund, meistens zumindest… wo war ich stehen geblieben… ach ja bei Stefan und Angela.

Die zwei wollen von mir, beziehungsweise von uns wissen, da auch Ana Maria wieder zurück von ihrem Fotoshooting ist, wie die Streckenverhältnisse und die Lebensmittel-Versorgungen auf unserer Route waren. Da die beiden nur eingeschränkt Lebensmittel mitführen können, ist ihr Vorrat schnell aufgebraucht. Dementsprechend häufig muss aufgefüllt werden und morgen wollen sie in die Richtung aus der wir kommen. Da sie nicht mehr allzuviele frische Vorräte dabei haben und wir erst frisches Gemüse eingekauft hatten, entschließen wir, bei den immer weiter fallenden Temperaturen, die beiden in unser kleines Heim zum Essen einzuladen.

Bei Burritos und Wein sitzen wir gemütlich und einigermassen warm beisammen und quatschen über alles mögliche. Vor lauter Kochen und Quatschen, vergesse ich sogar Bilder vom Beisammensein zu machen. Ein richtig netter Abend haben wir mit den beiden und bekommen am Ende eine Einladung nach Cochabamba um bei ihnen Zuhause vorbei zu schauen.

Doch leider liegt Cochabamba gar nicht auf unserer Reiseroute. Und ob sie dann Zuhause sind, wenn wir vorbeikommen würden, oder doch beruflich unterwegs, macht den Besuch auch nicht sehr viel wahrscheinlicher. Also lassen wir uns überraschen, ob wir uns nach dem Abschied am Morgen wiedersehen werden oder nicht. Auf jeden Fall war es für uns ein unvergesslicher und interessanter Abend mit diesen zwei sympathischen Fahrrad-Abenteurer auf dem Salar de Uyuni. Sie haben uns so viele wertvolle Tipps und Informationen gegeben und uns echt neugierig auf ihr Projekt gemacht. Vielen lieben Dank Euch beiden und gute Nacht…

fast taghell, diese Nacht im Uyuni mit dem Vollmond

Die klare wolkenlose Vollmond-Nacht erwischt uns eiskalt. Minus 7 Grad zeigt das Thermometer beim Bettgehen, während der weisse Salar, beleuchtet durch den Mond, sich von seiner geheimnisvollen Seite zeigt. Es glitzert, funkelt und es ist so hell, das man Zeitung lesen könnte. So stellte man sich bestimmt als Kind die Oberfläche des Mondes vor. Der leise wehende Wind ist das einzige Geräusch, welches man wahrnimmt und verstärkt den Eindruck noch, dass man sich nicht auf unserer Welt befindet. Mit diesen Gedanken schlafe ich ein und schlafe durch, wenn auch nicht lange.

Das Eintreffen der ersten Tourenfahrzeuge in aller herrgotts Früh, weckt uns natürlich. Denn sie müssen sich direkt in unsere Nähe stellen und wie üblich ist das Wort „Rücksicht“ auch hier in Bolivien eher selten in Gebrauch. Hier trifft westeuropäische und südamerikanische Mentalität hart aufeinander und Vorstellungen weit auseinander.

Die Familie im Sprinter trifft es noch schlimmer, da ein Tourfahrzeug sich direkt daneben stellt, obwohl es zig andere Plätze gibt. Aber der Sprinter bietet wohl einen guten Windschutz, den man bei dieser klirrenden Kälte gut gebrauchen kann. So klappern und scheppern die Tourguides mit ihren Kisten und Frühstücksgeschirr, welches sie auf die hier vorhandenen, aus Salz bestehenden, Tische auspacken und aufstellen, was das Zeug hält. Sie möchten damit ihre Klienten bei Rückkehr vom Top der Insel wohl begrüßen und ihnen einen unvergesslichen Morgen bereiten. Denn die mitgebrachten Touristen sind momentan damit beschäftigt, die aufgehende Sonne am Horizont auf der Rückseite der Insel zu fotografieren. Was bestimmt fantastisch ist und mit einem Frühstück und warmen Getränken perfektoniert wird.

Mit Frühstück begrüßt uns Dingidi leider beim Erwachen am Morgen nicht, aber mit Blumen. Es ist zwar kein bunter Strauß, aber es sind reichlich Blumen. Sie glitzern, funkeln und sind eigentlich ein Geschenk der eiskalten Mondnacht. Die Eisblumen an unseren Fenster bestätigen die minimale Temperatur von minus 10,8 Grad Celsius in der Nacht und die derzeitige Temperatur von minus 9,5 Grad. Dass ich bei solchen Temperaturen noch nicht aus meinem Schlafsack steige, versteht sich von selbst. Bin halt ein Sauna oben Sitzer und verabscheue die Kälte.

Ich liege also wie Tutanchamun verpackt in meinem Bett. Das heißt, ich bin in zwei Schlafsäcke und einer Decke in voller Montur mit Socken und Mütze verpackt. Mumien sind vermutlich genauso in ihren Tüchern eingewickelt wie ich, aber nur so, läßt sich die Temperatur im Auto halbwegs ertragen, wenn man keine vernünftige Daunenschlafsäcke besitzt. Wie wird es wohl unseren zwei Abenteurer in ihrem Zelt draußen vor dem Auto ergehen? Ob die zwei steif gefroren sind? Vermutlich eher nicht, denn sie haben vernünftige Schlafsäcke im Gegensatz zu uns.

Frühstückzubereitung im Zelt – unsere Fahrrad Abenteurer

Knapp eine Stunde später treibt uns der Harndrang aus dem warmen Schlafsack heraus in die Kälte. Unsere Abenteurer sind schon fleißig dabei Frühstück zu zubereiten.  Alles, auch ihr Wasser ist eingefroren, was die Zubereitung erheblich erschwert. Auch unsere Nachbarn schälen sich aus ihren Sprinter, den sie liebevoll Bussi nennen. Alles geht heute aber irgendwie langsamer vonstatten wie sonst und das nicht nur bei uns. Wie bei den Amphibien, die sich erstmal auf einen Stein in die Sonne legen müssen um warm zu werden, bewegen wir uns erstmal ganz langsam. Nur die Bolivianer sind heute Morgen recht flink. Besonders wenn es darum geht einen Blick in unseren Dingidi zu werfen. So schleichen sie immer wieder am Heck vorbei und beäugen den Innenausbau. Interessiert verfolgen sie den Ausführungen von Ana Maria, als sie mit einem Guide spricht und ihm den Ausbau genauer zeigt. Den Kühlschrank fanden sie weniger interessant, logisch bei den Temperaturen hier, aber sonst waren alle hellauf begeistert vom Ausbau.

Bussi und die Nachbarn – nachdem fast alle wieder weg sind

Unterdessen wir einen Auftau-Spaziergang um die Insel herum unternehmen, gesellen sich immer mehr Tourenfahrzeuge zu uns. Fast der ganze Platz ist wieder mit Landcruiser und co. gefüllt. Aber so schnell wie sie gekommen sind, verabschieden sie sich auch wieder. Beim Frühstücken wird es wieder langsam ruhiger und die Hektik, die die heran kutschierten Touristen verströmten, vergeht wieder. Verabschieden müssen wir jetzt leider Angela und Stefan, die mittlerweile alles wieder auf ihre Fahrräder verstaut haben und abfahrbereit sind. Lange und herzlich ist die Verabschiedung der beiden und wir schauen ihnen noch lange nach, wie sie in die Pedale treten und in Richtung radeln, aus der wir gestern kamen.

Mit Heiko und Birgit quatschen wir noch einige Zeit und dürfen ihnen unsere noch übrig gebliebenen argentinische Peso von ca. 200 Euro mit auf den Weg geben. Der Abstecher nach Argentinien mit Yvonne hat sich ja erledigt und wir werden wohl Argentinien so schnell nicht wieder sehen. Nach Austausch der Kontaktadressen, Angabe meiner Kontoverbindung, sie haben verständlicherweise nicht so viele Bolivianos bzw. Euro bei sich um die Peso zu zahlen, sowie weiteren Tipps, ist es aber auch hier Zeit Abschied zu nehmen.

Besonders herzig ist natürlich der Abschied von Mina und Paula, den zwei kleinen, die aber ganz große Abenteurer sind. Bei der Abfahrt erkennt man das funkeln ihrer Augen, wie sie den neuen Abenteuer entgegen fiebern. Tschüß ihr fünf! Fünf? Ja, fünf!!! Denn Bussi wird als vollwertiges Familienmitglied bei ihnen angesehen. Kann ich irgendwie nachvollziehen, denn Dingidi ist uns auch sehr ans Herz gewachsen.

Qualmend rauscht Bussi davon

Mit dem letzten verbliebenen Tourenfahrzeug alleine vor der Insel, packen nun auch wir unsere Sachen zusammen und machen uns abfahrbereit. Durch unser langsames Tempo heute, sind wir auch tatsächlich die letzten, die den Platz verlassen. Unser nächstes Ziel, ein Salzhotel verpassen wir aber. Irgendwie sind wir den falschen Reifenspuren gefolgt und so bleiben wir mitten im Nichts auf dem Salzsee stehen um unsere Erinnerungsfotos zu machen. Da man hier mit der Perspektive fotografisch spielen kann, versuchen auch wir unser Glück.

Doppelsprung Versuch mit Zeitauslöser – natürlich nix geworden

Ohne Stativ und Fernauslöser ist das aber eine große Herausforderung, der wir nicht ganz gewachsen sind. Aber egal, Spaß macht es trotzdem. So springen und hüpfen wir durch die Gegend und machen allerlei komische Figuren für unsere Kamera. Auch Dingidi muss für die Fotos herhalten und wird gestoßen, getragen oder gequetscht ;-)

wer liebt – der schiebt

Die Spuren denen wir folgen scheinen zum Ausgang Richtung Uyuni-Stadt zu führen. So lassen wir uns jede menge Zeit und halten unterwegs öfters an diversen Stellen an, um Wasserlöcher, die Salaroberfläche, eine Gedenktafel und so weiter zu fotografieren. Die Gedenktafel am Ausgang des Salars macht uns sehr betroffen.

Schweigeminute

Sie gedenkt 13 Personen, die bei einem Zusammenprall mit zwei Tourenfahrzeuge ums Leben kamen. Echt tragisch, da ist dieser Salar über 10.500 Quadratkilometer groß und doch rasen hier 2 Fahrzeuge ineinander.

Gedanken versunken, schauen wir den Arbeitern noch beim Abbau des Salzes zu, bevor wir den Salar endgültig verlassen und die miese Sandpiste nach Uyuni nehmen. Uyuni ist die erste Stadt in Bolivien für uns. Was wird uns wohl dort erwarten? Wir hoffen jedenfalls einen Geldautomaten zu finden um unsere finanzielle Situation zu entschärfen. Damit wir einkaufen und die Fahrzeugwäsche zahlen können. Also auf zum nächsten Abenteuer.

Mann, ist die Piste bescheiden – aber da hilft alles jammern nix

bis bald euer Mike

und hier wie immer noch die Diashow

Diese Diashow benötigt JavaScript.

und als extra ein kurzes Video

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