La-Le-Li-Lo-Lu

19 Sep

Ich hege die grosse Hoffnung, dass der stationäre Aufenthalt in Coroico, uns die Gelegenheit gibt, die Berichte auf den heutigen Stand zu bringen. Es kann doch nicht sein, dass wir stets zwei Monate in Verzug sind! Ich setze mich hin und schreibe, schreibe und schreibe, sortiere tausende von Fotos, bearbeite und wähle aus, lade hoch und veröffentliche einen Bericht nach dem anderen. Doch die zwei Monate Verzug bleiben so. Irgendwie bringen wir es nicht auf die Reihe aktuell zu sein. Sorry!

Le- für Lernen

Wir stehen im Garten der Schule Pichilemino. Mike nimmt täglich zwei Stunden Spanisch-Unterricht bei seiner chilenischen Lehrerin Claudia und sitzt anschliessend bis zu vier Stunden bei den Hausaufgaben. Als ihm dies zu viel wird, setzt er den Unterricht jeden zweiten Tag aus, bleibt aber beim täglichen Selbststudium. Ich nehme mir vor, (nur) in Spanisch mit ihm zu sprechen, was mir nur etwa eine Stunde am Tag gelingt, denn für ihn ist es viel zu anstrengend und mir macht es keinen Spass Selbstgespräche zu führen, wem schon?

höchste Konzentration ist gefordert

Die üppige Vegetation in einer angenehmen Höhe von 1‘700 M.ü.M. gefällt uns. Die Tagestemperaturen können bei Sonnenschein 24 Grad erreichen und bei Regenwetter um die 16 Grad, die Schwankungen zwischen Tag und Nacht sind in dieser Höhe nicht mehr so extrem. Der Unterschied beträgt auch nur maximal 8 Grad. Der Regen entschärft für wenige Tage die Wasserknappheit im Dorf.

Wir sammeln in einer Nacht mit Hilfe unserer schräg gestellten Markise und einem Wasserkanister 20 Liter Wasser, die wir für den Abwasch und das Duschen gebrauchen. Wir stellen uns vor, wie gut die Menschen hier leben könnten, wenn sie Regenwasser fachgerecht sammeln würden. Dies würde die Situation in der Trockenzeit von August bis November wesentlich entschärfen, wenn das staatliche Wasserreservoir viel zu wenig Wasser enthält und die Zufuhr dosiert stattfindet. Nur einige Stunden am Tag gibt es fliessendes Wasser. Einige Sektoren bekommen gar kein Wasser, da das Kontingent wohl vorher ausgeschöpft wird und das ist leider bei unserem Sektor der Fall. Pech gehabt!

parken auf unebenem Gelände vor der Spanisch Schule „Pichilemino“

Das rauf- und runter der letzten Wochen und der ständige Klimawechsel hinterlässt nun auch bei mir Spuren. Ich bin während viele Tage stark verschnupft und hüte dann auch noch das Bett. Als ich mich besser fühle, nehme ich die Gelegenheit wahr, um per Bus dem bolivianischen Regenwald, vor dem wir uns befinden, einen Besuch abzustatten, während Mike weiterhin fleissig Spanisch büffelt.

Der Ausflug in den Regenwald ist aber ein anderes Thema, deshalb schreibe ich dafür einen eigenen Bericht… ups sorry… es sind zwei geworden, welche kurz nach diesem erscheinen werden: Unter Dschungelfahrt ist die Fahrt beschrieben und unter Dschungelweisheit der Aufenthalt im Dschungel.

Hier geht es ja um Coroico. Ganze 18 Tage steht unser Dingidi im Garten der Spanischlehrerin. Eigentlich hatten wir vor, nach drei Wochen die Reise nach Peru weiterzuführen, aber irgendwie sind wir innerlich noch nicht für die Weiterreise parat. So beschliessen wir, für die letzten Tage, wieder auf den Parkplatz des Hostal Sol y Luna zu ziehen, auf dem wir beim ersten Aufenthalt in Coroico standen. Hier schätzen wir ein letztes Mal das angenehme Ambiente, das uns die verschiedenen Räumlichkeiten bieten sowie die Toilette und Dusche, denn das Hostal verfügt über eigene Wasserquellen, die es selber unterhält und hat somit genügend Reserven.

der Yoga- und Massage-Raum zu oberst im Sol y Luna Hang

Während diesen Tagen ist Sol y Luna wieder einmal ausgebucht. Es hat viele Leute aus allen möglichen Ländern, England, Holland, Deutschland, Schweiz, Chile um einige zu nennen. Schwer ins Auge und ins Ohr fällt eine Gruppe von 15 jungen US-Amerikaner- /innen, die sich hier für ihre Reise durch Bolivien akklimatisieren.

La- für Lachen

Hier lernen wir einen Spanier aus Gran Canaria kennen, der seinen Wohnsitz in Mexiko hat, während dem letzten Jahr aber in Ecuador an einem Projekt als Topograph gearbeitet hat und jetzt mit seinem Motorrad Südamerika bereist. Mit Hector unterhalten wir uns gerne und lange über das Leben in Lateinamerika mit allen seinen Tücken, über das Reisen und über die Länder in denen er als selbständiger Topograph gearbeitet hat wie Mexiko und Venezuela. Er ist ein herzlicher Mensch, der unheimlich viel Interessantes zu erzählen weiss in einem perfekten Englisch, so dass Mike sich auch ohne mich mit ihm unterhalten kann. So verbringen wir gemeinsam viele Abende und es gibt viel zu Lachen.

unser neuer Freund Hector alias „el canario“

Als das Wochenende vorbei ist und wir uns erneut Gedanken machen um die Weiterfahrt, sperren  Minenarbeiter die Ausgänge von La Paz. Bei La Cumbre wird die Strasse blockiert, so dass die Fahrzeuge über die Hauptroute nicht zirkulieren können. Man rät uns davon ab, nach La Paz zu fahren, denn die Minenarbeiter verstehen keinen Spass und werfen mit Steinen und Dynamit um sich. Wir hoffen also, dass sich die Situation in den nächsten Tagen beruhigt und warten geduldig in Coroico. Uns drängt ja nichts zum Fahren, nicht so wie andere Reisende, die darauf angewiesen sind, ihre Flüge an einem festen Tag zu nehmen.

Lu- für Luemmeln

Wenn wir ehrlich sind, sind wir gar nicht traurig darüber, einige Tage mehr in dieser schönen Umgebung verbringen zu „müssen“. Und langweilig wird es uns nicht, wir hätten ja noch einige Berichte zu schreiben und Mike könnte weiterhin Spanisch lernen, aber dazu kommen wir meist nicht, da die Gespräche mit Hector so interessant sind, dass uns die Zeit davon läuft. Ich, meinerseits,  freue mich, nachdem die amerikanische Gruppe weggefahren ist und endlich Ruhe einkehrt, den geräumigen Yoga-Raum für mich zu haben. Dort habe ich nun Gelegenheit die Thai-Massage zu praktizieren, wenn mir schon mal so ein toller, schöner Raum zur Verfügung steht! Zuerst übe ich mit Mike, dann muss/darf auch Hector herhalten, solange er noch hier ist.

da fühlt man sich sooo wohl! Schatziiii… ich will auch mal so einen Raum

Zwischendurch fotografiere ich die verschiedenen Bungalows und Räume im Hostal, weil mir diese so gut gefallen. Hier kann man so viele Ideen sammeln, mal sehen, was wir später davon umsetzen werden.

das Bungalow „Bamboos“

Li- für Lynchen

Die Strassenblockade und die Ausschreitungen in La Paz halten einige Tage an, Verhandlungs-Gespräche zwischen der Regierung und der Gewerkschaft bringen vorerst keine Früchte, mittlerweile gehen die Gewerkschaftler auf die freiberuflichen Minenarbeiter los und verletzen sich gegenseitig, es gibt sogar ein Todesopfer unter den Freiberuflichen. Diese kündigen nun Rache an.

Um was geht es hier überhaupt? Die Minenarbeiter kämpfen um das Recht, eine Mine in der Nähe von Oruro in Eigenregie zu betreiben. Und warum kämpfen sie in La Paz und nicht in Oruro? Weil es effektiver ist in La Paz. Hier wird ihren Forderungen eher Aufmerksamkeit geschenkt. Ausserdem verlangen sie, dass die Verhandlungen mit dem Präsidenten Evo Morales direkt stattfinden und nicht mit anderen Funktionäre. Für die Ausschreitungen in dieser Form ist eigentlich Evo Morales selbstverantwortlich, denn er war es, der als Cocabauer, vor seiner Zeit als Präsident, das Volk mobilisiert hat, Strassen zu sperren um ihre Forderungen durchzusetzen. Nun aber, findet er selbst diese Art der Demonstration nicht mehr so lustig.

Kurios an der Sperrung ist, dass sie aufs Wochenende vorläufig aufgehoben wird. Und dies, weil man ja nur montags bis freitags arbeitet, so könnten wir eigentlich am Wochenende losfahren so wie unser neuer Freund Hector. Da ich aber die Botengänge in der Kolumbianischen Botschaft abschliessen will, brauche ich einen Werktag und ausserdem haben wir ja noch was zu feiern in den nächsten Tagen und das wollen wir nicht im Auto am Strassenrand oder in La Paz tun. Also entscheiden wir uns noch eine Weile hier an diesem schönen Fleck zu bleiben.

Verbindungswege zwischen den Bungalows

Bei einem Ausflug darf ich eine junge in Chile lebenden Urugayerin begleiten. Virginia wohnt in Santiago und arbeitet an der Börse, was sie nicht sehr glücklich macht, doch finanziell eigenständig. Wir durften sie die Tage zusammen mit Hector willkommen heissen, als sie wegen der Demonstration erst mitten in der Nacht im Hostal angekommen war. Sie hat ein straffes Programm und möchte fast alle Orte besuchen, die wir in den letzten zwei Monaten in Bolivien gesehen haben. Allerdings hat sie dazu nur eine Woche Zeit und davon verbringt sie drei Tage in Coroico am Eingang des Regenwaldes. Nicht einmal richtig Zeit zur Akklimatisierung hat sie.

La- für Laufen

So machen wir (Virginia und ich) uns um 9.30 Uhr schnellen Schrittes zu einem der Ausflugsziele in der Gegend, einem Fluss im Tal in dem man baden kann. Der Weg nach Vagantes ist schlecht beschildert, dank der handgezeichneten Karte vom Hostal und das Herumfragen am Dorfausgang finden wir aber den Weg und die Abkürzungen – zumindest auf dem Hinweg. Es geht massiv steil nach unten und obwohl der Himmel teilweise bewölkt ist, wird es sehr heiss. Virginia bekommt auf dem Weg einen Sonnenbrand und bereitet sich gedanklich schon auf den Muskelkater vor, den sie morgen haben wird. Ich glaube, sie hat sich die Wanderung anders vorgestellt, freut sich aber über meine  Begleitung.

Gegen Mittag kommen wir am Fluss an und geniessen die kühle Erfrischung in einem der Pools. Nach einer kurzen Rast beraten wir uns über den weiteren Weg und beschliessen gemäss Kartenbeschrieb dem Fluss aufwärts zu folgen. Der Weg endet aber nach wenigen Metern und uns bleiben drei  Alternativen: im Wasser über die Steine zu waden, was ich mit den Turnschuhen weniger prickelnd finde, denselben Weg zurück zu gehen über den wir gekommen sind oder einen schmalen Weg zu nehmen, der sich hier eröffnet und der vermutlich über den Berg führt. Wir versuchen unser Glück auf dem letzteren. Nachdem wir ein Pavillion auf der Strecke finden, in dem eine Tafel von einem durch die EU finanziell unterstützten Projekt über Wanderwege informiert, sind wir guter Hoffnung, auf dem richtigen Weg zu sein.

Denkste! Wir laufen und laufen und laufen und, ich weiss nicht nach wie vielen hart errungenen Höhenmeter  in dieser Hitze und mit nur noch einem Schluck Wasser in der Flasche, wir an einem herunter gerutschten Hang ankommen, der den Pfad weggerissen hat. Wir können aber auf der anderen Seite, 50 Meter entfernt, den weiterführenden Wanderpfad erkennen und so packen wir unseren ganzen Mut zusammen und krachseln über dieses Geröll, was leichter geht als erwartet. Es geht höher und höher und ich freue mich schon auf den Gipfel. Da werden meine Träume aber nieder geschmettert,  als ich sehe, dass ein weiterer Hang abgerutscht ist und die Strecke endgültig verschluckt hat. In diesem Moment fällt es mir sehr schwer zu akzeptieren, dass es keinen anderen Weg gibt, als zurück zu gehen.

Zurück am Fluss treffen wir eine englische Familie, die ebenfalls im Sol y Luna untergebracht ist und uns freundlicherweise ihr Handy zur Verfügung stellt. Virginia ist erschöpft und nicht mehr in der Lage, den ganzen Weg zurück zu gehen, deshalb wollen wir uns ein Taxi bestellen. Doch leider haben wir hier keinen Empfang. So entscheiden wir zu warten, bis die Familie in einer Stunde abgeholt wird. Wenn wir Glück haben und das Taxi gross genug ist, könnten wir mitfahren, ansonsten kann das Taxi einen Kollegen rufen. Wir haben Glück und fahren im Kofferraum mit. Auf dem Rückweg erkenne ich, dass ich es bei dieser Steigung wohl auch nicht geschafft hätte bis nach Coroico zu gehen. Herzlichen Dank den Engländern und dem Taxifahrer! So oft ich über die bolivianischen Taxifahrer schimpfe, über die rücksichtslose Art und Weise ihrer Fahrt und diese sinnlose Huperei, ab jetzt empfinde ich auch Dankbarkeit.

im Restaurant sind Hector und Mike oft anzutreffen

Bevor Hector uns verlässt, ermutigt er mich, die Thai-Massage im Hostal anzubieten. Ich hatte ja schon mit dem Gedanken gespielt, mich aber nicht so recht getraut. Eines Morgens erzähle ich aber Dania, der netten Managerin, dass ich die Thai-Massage praktiziere. Sie sagt dann vorwurfsvoll, warum ich denn dies nicht schon früher erwähnt hätte, denn sie hätte so viele Anfragen für Massagen gehabt in den letzten Tagen. Üblicherweise wird hier Shiatsu angeboten für 160 Bolivianos die Stunde, doch die Masseurin ist momentan nicht in Coroico. Ich biete die Stunde Thai-Massage für die Hälfte an, also für 80 Bolivianos, da ich dies für angemessen halte und biete noch eine 90 und 120 minütige Massage an.

Hector muss dran glauben!

Am selben Tag arrangiert Dania die erste Massage, besetzt den Raum und beschafft mir frische Laken für die Matratzen. Von der netten englischen Familie, möchte dann auch der Mann eine Behandlung  und er empfiehlt mir anschliessend, eine Amerikanerin, die nach einer Massage fragte, anzusprechen. Auch die Besitzerin, Sigrid lässt sich zwei Mal massieren. So gebe ich an einem Tag drei und am folgenden Tag gar vier Behandlungen. Ich bin beeindruckt und begeistert, mein erstes Geld zu verdienen, mit meinen in Thailand erworbenen Kenntnissen, mit einer körperlichen und dazu noch heilenden Tätigkeit. Mit etwas ganz anderes als meinen ursprünglich erlernten Beruf im Büro. Wahnsinn!

Lo- für Loeschen

Wahnsinn ist auch die Feuerlöschaktion des Waldes über Sol y Luna. Am Samstag-Nachmittag brennt der Wald lichterloh. Sigrid mobilisiert per Telefon Helfer fürs Löschen. Sie fragt auch Mike, ob er bereit wäre, dabei zu helfen, denn an diesem Wochenende sind nur wenige Männer aufzutreiben. Die meisten sitzen im Nachbardorf und feiern einen besonderen Tag und füllen sich dabei „die Lampe“. Mike, der froh ist um Abwechslung, da er seit vielen Tagen an seinem Bericht sitzt, hilft natürlich sehr gerne.

brennender Wald oberhalb von Sol y Luna

Während meinen Massagen erfahre ich vom Feuer und dass Mike beim Helfen dabei ist. Schwarz vom Russ und leicht verletzt, berichtet mein Held nach Rückkehr, dass die wenigen Helfer keine richtige Ausrüstung fürs Löschen besitzen und nur selten mit Schaufel und Machete ausgestattet waren. Es gibt keine Feuerwehr in Coroico und auch nicht ausreichend Wasser, und selbst wenn genügend Wasser und ein Feuerwehrauto vorhanden wäre, könnte man in diesem Gelände wohl auch nicht viel damit anfangen. So sind die meisten Helfer nur mit Stöcken und Ästen bewaffnet um das Feuer damit zu erschlagen.

Mike ist erstaunt, wie durch das Schlagen, die Flammen effektiv erstickt wurden. Diejenige, die mit Machete bewaffnet sind, entfernen Buschwerk, damit das Feuer nicht noch mehr genährt wird und auch, um Zugang zu den akuten Feuerstellen zu bekommen. Die anderen benutzen die Schaufeln auch um das Feuer zu schlagen und nicht um Erde darüber zu schütten wie Mike vermutet hätte. Nach einer Stunde hatten sie das Feuer immer noch nicht richtig unter Kontrolle. An bereits gelöschte Stellen entfacht es wieder durch die Glut und den starken Wind.

Der Wind erschwert und verzögert die Löschaktion stark. Dann aber dreht er und treibt das Feuer zur Bergspitze. Die Helfer lassen es nun gewähren und gehen einfach wieder nach Hause. Keiner bleibt zurück um die Lage im Auge zu behalten. Was Mike besonders perfide findet, ist die Musikkappelle, die bei den Festivitäten unten im Dorf ohne Unterbruch weiter spielt. Unbegreiflich, diese Teilnahmslosigkeit, denn die riesigen Flammen waren natürlich auch von unten deutlich zu erkennen, wie uns Anna Margarethe und Sabine berichten, die von ihrer Wanderung nach Vagantes zurückkommen.

Mike berichtet; Anna Margarethe und Sabine hören interessiert zu. Der kleine Bub auch, aber ob er Deutsch versteht? Egal, Feuerwehrmänner sind doch cool! oder heiss?

Welch ein spannender Zufall… Anna Margarethe arbeitet an einem ähnlichen Abfalltrennungs-Projekt für Swisscontact in La Paz wie Angela in Tiquipaya. Ich kann mich mit ihr leider nicht so lange darüber unterhalten, wegen der Massage-Termine und weil sie am Sonntag schon wegfahren. Mike aber, kann die Unterhaltungen mit den beiden geniessen und beim gemeinsamen Geburtstags-Frühstück schätzt er ihre Gratulationen. Wir tauschen unsere Email-Adressen aus, um in Kontakt zu bleiben und ich hoffe, sie in La Paz vor unserer Weiterfahrt wiederzusehen, was aber nicht so einfach zu koordinieren sein wird, denn Sabine befindet sich hier im Urlaub und Anna Margarethe begleitet ihre ehemalige Arbeitskollegin in einigen Tagen auf eine geführte Tour über den Salar de Uyuni.

Durch die Behandlungen habe ich genügend Bolivianos verdient, um die Auslagen für die Campinggebühren zu decken. Für den gemieteten Bungalow hätte ich einpaar Kunden mehr haben müssen. Aber an unserem Hochzeitstag und meinem Geburtstag möchte ich die Zeit anders nutzen obschon mir das Massieren Spass macht. Während ich an Mikes Geburtstag fleissig massiere, schreibt er seinen Bericht Bolivia auf 3700 Meter fertig.

Li – für Lieben

Abends feiern wir seinen Runden (das hört er gar nicht gerne), bei Deutscher Kost in der Backstube: Sauerbraten mit Spätzle – über was man sich alles freuen kann.

wir feiern uns gegenseitig

Freuen tun wir uns auch über die Annehmlichkeiten eines grösseren Raumes mit eigener Dusche und Bad, wenn auch nur für einen (Hochzeits-)Tag. Der gemietete Bungalow Bamboos ist aber weit mehr als das. Die Wohnterrasse mit Sicht auf das subtropische Tal, während man in der Hängematte liegt, verstärkt den Wunsch nach einem eigenen Zuhause in der Natur. Wir geniessen diesen Tag nur unter uns und gönnen uns am Abend ein romantisches Bad in einem so genannten Hot Tube, das wirklich schön hot war. Nach diesem heissen Bad und dem Glas Wein schlafen wir wie die Babys und möchten am nächsten Tag um 11 Uhr gar nicht ausziehen. Aber alles Trödeln hilft nichts, der schöne Bungalow ist für heute anderweitig vermietet. So ziehen wir, nach einem ausgiebigen Geburtstags-Frühstück auf der Wohnterrasse, mit Sack und Pack aus unserer Honeymoon-Suite aus und in Dingidi wieder ein.

die gemütliche Frühstücksterrasse im „Bamboos“

Riesig freue ich mich über die vielen Glückwünsche und verbringe den restlichen Tag damit sie zu lesen und mit meiner Familie zu telefonieren. Das Feieressen fällt heute nicht so speziell aus, da dienstags alle guten Restaurants im Dorf geschlossen haben, aber in unserer Vorstellung planen wir ein ganz besonderes Essen, welches wir überraschend von unseren lieben Freundinnen aus der Schweiz Judith und Yvonne für unsere Festtage geschenkt bekommen haben.

Lo- für Losfahren

Am folgenden Tag, nach genau vier Wochen und vier Tage, fahren wir in aller Früh nach La Paz, in der Hoffnung, den erneut angekündigten Strassensperren ausweichen zu können.

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Aufwiedersehen Coroico!

Ufwieder-Lu-ege!

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Eine Antwort to “La-Le-Li-Lo-Lu”

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  1. Umgeben von Vulkane | Lebensreise - 22/02/2013

    […] der Hauptstadt Quito feiern wir Wiedersehen mit unserem Freund Hector, den Motorradfahrer aus Coroico. Hector war in Chile gestürzt und hatte sich dabei den Arm verletzt. Da er eine Auszeit vom Fahren […]

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