Altiplano in Peru

26 Sep

Nicht nur die neue Währung kündigt Peru an. Nein, man sieht sofort nach der Grenze, dass es den Peruaner wirtschaftlich gesehen, besser geht als den Bolivianer. Die Strassen sind in einem besseren Zustand und es hat Bürgersteige in den Dörfern. Etwas was man in Bolivien nur in den Städten vorfindet, und was ich unglaublich finde ist, dass mir dies erst jetzt auffällt, wo ich den Unterschied sehe!

entlang des Titicacasees

Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg…

Obwohl die Vegetation gleich bleibt und wir uns weiterhin auf dem Altiplano, der Hochebene mit einem Höhendurchschnitt von 3‘800 M.ü.M. befinden, wird auf dieser Höhe fleissig angebaut. Wir sehen mehr arbeitende Menschen auf den Feldern oder auf Baustellen. Frauen und Männer, die entlang des Titicacasees und später entlang des Flusses Vilcanota Kartoffeln, Quinua, Reis oder Mais anpflanzen, die Schafe und Ziegen zusammen treiben oder Wolle spinnen. Da könnten sich die Bolivianer ein Vorbild nehmen.

Neu für uns sind die Mototaxis, die uns an Thailand erinnern. Mike und ich nennen sie wie in Thailand Tuk Tuk. Das sind Motorräder als Dreirad umgebaut, denen hinten eine Kabine mit Sitzfläche aufgesetzt wurde. Sie übernehmen den Taxidienst auf kurzen Strecken in Dörfern und Städten und transportieren, mit ihrer kleinen Ladefläche am Ende des Fahrzeugs, den Einkauf.

Mototaxis sind für uns Tuk Tuks

Wir fahren auf peruanischem Boden etwa 130 km und bleiben in einem Dorf namens Chucuito stehen, kurz vor der Stadt Puno,  neben einem sich in Bau befindenden Fussballstadion, von wo aus der Titicacasee noch zu sehen ist. Die Menschen auf dem Bau sind freundlich aber distanziert. Ich versuche mit einer Cholita zu sprechen, die ihre Schafe hier neben dem Stadion grasen lässt. Sie mustert uns misstrauisch und versteht wohl nicht so gut Spanisch. Ich erkläre ihr, dass wir uns hier ausruhen, sie winkt und nickt. Ich gehe davon aus, dass sie die ursprüngliche Sprache Aymara spricht.

Die Temperatur fällt über Nacht unter minus 5 Grad und es windet während mehrere Stunden so stark, dass ich mir Gedanken um unser Popup-Zelt mache, doch Mike ist nicht beunruhigt und am nächsten Morgen scheint früh die Sonne, der Himmel ist wolkenfrei und die tiefblaue Farbe des Titicacasees kommt dank dem Sonnenlicht besonders schön zur Geltung. Innert Kürze gelingt es der Sonne, die sich auf den Fensterscheiben gebildeten Eisblumen zum Verschwinden zu bringen. Der Titicacasee ist angeblich der höchste schiffbare See der Welt auf 3‘810 Meter Höhe. Er misst an der längsten Stelle 194 km und ist durchschnittlich 65 km breit – riesig!

Eisblumen am Autofenster

Nach dem Frühstück und dem Einräumen unterhalte ich mich mit einem Bauarbeiter des Stadions über das Wetter und unsere Reise. Der starke Wind kündige Regen an, meint er, bald fange die Regenzeit an. Wohin wir unterwegs seien? möchte er wissen. Das sei aber eine weite Reise durch Peru. Er sei auch mal von Kolumbien nach Peru auf dem Landweg gefahren. Wir sollen vorsichtig sein, denn man könne nicht überall auf der Strasse übernachten… Ja, das denken wir auch. Der nette Mann verabschiedet sich, wir bedanken uns und fahren los.

In der Stadt Puno müssen wir Nuevos Soles, die peruanische Währung besorgen, denn wir haben noch keine und der Sprit geht uns bald aus. Der Bankomat in der Fussgängerzone spuckt leider nicht mehr als 400 Soles aus (EUR 120). Das Geld würde nur reichen um etwas mehr als einen Tank zu füllen, denn was wir bisher gesehen haben, kostet die Gallone Diesel (entspricht 3.785L) in Peru ca. 13 Soles, d.h. der Liter umgerechnet EUR 1.05 oder CHF 1.25. Leider stellen sich alle Bankomaten in Puno stur und wir fragen uns, ob 400 Soles vielleicht der maximale Tagesbezug ist.

auf der Fahrt durch Puno

In der Nähe vom Markt finden wir einen riesengrossen und modernen Supermarkt, wie wir schon seit Monaten bzw. seit Calama in Chile nicht mehr gesehen haben. Da rücken doch die Sorgen um den knapp gewordenen Sprit in den Hintergrund. Mike strahlt über das ganze Gesicht beim Anblick einer gut aussehenden Wurst im Kühlregal, geschweige denn über die Haribo Gummibärchen, die natürlich  nicht zu Lidl Preisen und in einer viel zu kleinen Verpackung offeriert werden… doch die Sehnsucht siegt vor der Vernunft.

Meine Freude über das grosse Angebot an Käse vergeht mir, nicht etwa weil die Produkte abgelaufen wären, nein, nein, sie sind in einem tadellosen Zustand. Doch ich stelle fest, dass nicht ein einziger Qualitäts-Käse in Peru hergestellt wird. Alles sind Importprodukte aus dem fernen Europa, hauptsächlich aus Frankreich. Nicht so wie in Bolivien, wo ein Schweizer unter dem Label „Flor de Leche“ nach europäischem Geschmack Qualitäts-Käse herstellt. Das ist wohl der Preis für die absurd genannte „Entwicklung“ der Entwicklungsländer. Statt dass sie diese Produkte selbst herstellen, werden sie von weither importiert.

aus violettem Mais wird das leckere Nationalgetränk Chicha Morada hergestellt

Die Banco Nueva Scotia in der nächsten Stadt Juliaca gibt uns am selben Tag noch 500 Soles und so können wir mit ruhigem Gewissen weiterfahren bzw. an einer der zahllosen Tankstellen entlang der ruta Juliaca – Pucará einen Tank füllen.

Seit wir die Grenze passiert haben, sehen wir viele ausländische Radfahrer. Die Route des Altiplano scheint trotz der Höhe sehr beliebt zu sein, bestimmt nicht nur wegen der schönen Aussicht sondern auch wegen den vielen Sehenswürdigkeiten auf dieser Strecke.

Fahrradfahrer… alleine… oder zu zweit

Wir kommen an viele Bauerdörfer vorbei in denen tüchtig auf den Feldern gearbeitet wird. Gerne würden wir uns mit den Menschen unterhalten und in Erfahrung bringen, was in dieser Höhe alles wächst und wie sie ihre Felder bewirtschaften. So fahren wir gegen 16 Uhr in eine lang gezogene Ortschaft namens San Pablo und parken neben einer Baustelle. In unmittelbarer Umgebung sind keine Häuser oder Menschen zu sehen, so gehe ich auf dem schmalen Weg, bis mir eine schätzungsweise 25-jährige Frau begegnet, die ich frage, wem dieses Grundstück gehört. Sie erklärt mir, dass wir auf öffentlichem Grund stehen und hier das neue Gemeindehaus entstehe. Ich frage sie, ob sie denke, dass wir hier stehen bleiben dürfen für die Nacht. Sie lacht und sagt „claro que si“ selbstverständlich! Beiläufig erklärt sie mir, dass der presidente in einem dieser Häuser wohne, wo die Bäume sind und zeigt mir dabei die Richtung an. Hier gibt es einen Dorfpräsidenten? …Ok.

unseren Halt in San Pablo

Ungebetene Gäste

Mike und ich machen uns zu Fuss auf dem Weg dorthin, um die offizielle Erlaubnis zu bekommen, doch der presidente sei auf dem Berg und komme spät heim. So versprechen wir später zu kommen und gehen zum Auto zurück. Nicht viel später kommt ein Mann Mitte fünfzig auf uns zu, der sich als der vicepresidente vorstellt und sich freundlich erkundigt, was wir hier machen. Er wurde durch die Dorfbewohner informiert, dass jemand hier stehe, der vermutlich von der Stadtverwaltung komme um den Bau zu bewilligen. Ach so… vermutlich weil Mike einige Fotos von der Baustelle gemacht hat. Wir lachen und erklären ihm, dass uns beim Vorbeifahren ihr Dorf gut gefallen hat, dass wir uns für organischen Anbau interessieren und wir gerne mehr über ihr Dorf erfahren wollen. Die Frage ob wir hier über Nacht stehen bleiben können, wollte er uns nicht beantworten, denn der presidente sei derjenige, der so etwas entscheide, aber er würde sich bei ihm beraten, wenn er vom Berg zurückkomme. Wir dürfen uns gerne in der Zwischenzeit hier erholen. Wir stellen uns vor wie diese Beratung vonstattengeht, gleich wie in einem Indianerfilm in dem der Häuptling einen Kriegsrat berufen muss und die Friedenspfeiffe herumreicht.

Landwirtschaftlicher Betrieb auf 3800 M.ü.M.

Kurz vor 20 Uhr kommen zwei Männer mit dem Fahrrad bei uns vorbei. Es ist natürlich stockdunkel und ich kann nicht viel sehen, aber sie stellen sich vor. Vor uns stehen jetzt der presidente und der schon bekannte vicepresidente. Der presidente möchte den Grund unseres Besuchs in seinem Dorf wissen. Ich erkläre nochmals das bereits gesagte und erzähle ihnen auch von der Permakultur und dass wir auf dem Weg durch Südamerika comunidades besichtigen, die in Einklang mit der Natur leben um von ihnen zu lernen. Ich erkläre ihnen wo wir bisher waren. Er möchte wissen, ob wir von einer Organisation seien und was ihnen unser Besuch konkret bringe. Meine Erklärung, dass wir davon berichten um andere Menschen auf der Welt in Kenntnis zu setzen, dass man gut leben kann auf einfacher Weise ohne die Umwelt zu belasten und dabei für Pachamama, Mutter Erde Gutes tun kann, scheint ihm keinen Eindruck zu machen. Auch unsere Bereitschaft, das auf dieser Reise gelernte wie z.B. die Trockentoilette, die verschiedene Arten der Kompostierung oder verschiedene Bautechniken mit Ihnen zu teilen, stösst bei ihm auf taube Ohren.

Adobeherstellung auch in San Pablo

Er erklärt uns, dass die Leute in der comunidad sehr eigenwillig und jähzornig seien. Er verkörpere in dieser comunidad die Dorfpolizei und er kenne seine Leute. Er möchte keine Probleme haben und da wir ihnen nichts zu bieten hätten, könne er unseren Aufenthalt hier nicht genehmigen. Er bittet gleichzeitig um Verständnis. Nun scheint auch der vicepresidente sprachlos zu sein. Mich überrascht die Situation, denn ich hätte gedacht, dass die Menschen auf dem Land gastfreundlicher sind. Aber wer weiss, warum sie sich so verhalten. Sie werden bestimmt ihren Grund haben. So packen wir – ich muss zugeben, sauer und enttäuscht – unsere Sachen zusammen und fahren im Dunkeln weiter.

Unterwegs werden wir zweimal von der Polizei raus gewunken. Nachts finden wohl vermehrt Kontrollen statt. Der erste Polizist ist freundlich und möchte wissen, wo wir her kommen und wohin wir fahren sowie ob wir Peruaner seien. Er lässt uns weiterfahren ohne die Papiere zu prüfen oder weitere Fragen zu stellen. Bei der zweiten Kontrolle winkt man uns energisch weiter als unser ausländisches Nummernschild ersichtlich wird. Wir bekommen das Gefühl, dass sie um Gotteswillen nichts mit Touristen zu tun haben wollen. Das gefällt uns!

Es ist nicht einfach im Dunkeln nach einem geeigneten Stellplatz zu suchen, denn wir sind wählerisch. Die Hostals in den Dörfern liegen direkt an der Hauptstrasse und haben keine Parkplätze. Die  Tankstellen sind uns zu laut zum Übernachten. Am Strassenrand fühlen wir uns ausgestellt und einfach „irgendwo“ würde uns vielleicht die Polizei wegschicken. Als wir nach dem Dorf Cusipata die Brücke überqueren, sehen wir einen Weg auf der rechten Seite ohne Beschilderung, den wir nun folgen. Der sandige Weg führt hoch auf einen Berg entlang des Flusses. Dort oben parken wir in einer Bucht und legen uns gleich schlafen.

Gegen Mitternacht hören wir Menschen, die aus einem Fahrzeug aussteigen und mit Taschenlampen am Auto vorbeilaufen, das Taxi fährt aber gleich in dieselbe Richtung zurück, von welcher es gekommen war. Ich höre eine Frauenstimme, die sagt gringos, Ausländer. Sie gehen weiter und verschwinden in der Dunkelheit. Ein paar Mal wache ich in der Nacht auf, weil ich Autos vorbeifahren höre, doch alles ist in Ordnung und ich schlafe wieder ein beim Lauschen des Flusses.

Überraschung am Morgen… wo sind wir hier?

Bei Tageslicht überrascht mich die schöne Aussicht von unserem Stellplatz. Unter uns ist ein Fluss mit kleinen gestauten Seen und grünen Terrassen und wir sind umgeben von hohen Bergen. Von einem vorbeilaufenden Dorfmädchen erfahren wir, dass es drei Dörfer gibt entlang dieser Strasse. Kein Wunder also, dass ein reger Verkehr herrscht.

Stichwort Verkehr – auch in Peru sind die Verkehrsteilnehmer sehr ungeduldig, drängeln, überholen  und hupen was das Zeug hält. Das Hupen hat sehr viele Bedeutungen, was ich im Laufe der Zeit wie folgt interpretiere: Mach Platz! Bleib wo Du bist! Vorsicht – ich komme. Willst Du mitfahren?  oder das freundlichste… Hallo! Die Mototaxis haben sogar mehrere Töne drauf und hupen mit den unterschiedlichsten Melodien, je nach dem wen man trifft. Das Hupen gehört wohl zur südamerikanischen Kultur, doch es kann einem schier zum Wahnsinn treiben. So zum Beispiel, als wir nach 100 km in das hübsche Dörfchen Andahuaylillas ankommen und wir folgendes erleben:

Mike sitzt am Steuerrad und wartet darauf, die Vorfahrt zu bekommen. Eine Frau steht vor dem Eingang der Altstadt mit einem Stoppschild, welches sie nach Gebrauch des Funktelefons auf grün dreht. Das Dorf besteht aus engen, mit Steinen gepflasterten Gassen, welche einspurig sind. Mike fährt langsam in den schönen Ort, die geschmackvoll gebauten Häusern aus Adobe und Steinen betrachtend, als hinter uns ein kleiner Reisebus ungeduldig hupt. Wir können nicht ausweichen, denn die Gasse ist eben nur einspurig, aber wir fahren. Der Fahrer hört nicht auf zu hupen. Gereizt, bitte ich Mike die nächste Abzweigung zu nehmen, damit der Reisebus an uns vorbeifahren kann.

die Altstadt in Andahuaylillas

Als wir nach mehreren Wendemanöver endlich am Dorfplatz ankommen und parken, sehe ich den ungeduldigen Reisebusfahrer, der vor der Kirche im Bus sitzt und mit seinem Handy beschäftigt ist. Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen und gehe zu ihm rüber. So höflich wie möglich, frage ich ihn, warum er es denn so eilig hätte und uns so dränge. Er sehe doch an unserem Nummernschild, dass wir nicht von hier sind und sollte doch etwas rücksichtsvoller sein mit uns Touristen, denn er lebe schliesslich davon Touristen zu transportieren. Er ist überrascht und entschuldigt sich vielmals für sein Verhalten. Ob er sich dies wirklich zu Herzen nimmt, weiss ich nicht, aber mir geht es jetzt besser.

Wir besichtigen hier die Hauptattraktion des Dorfes. Eine Kirche, welche die sixtinische Kapelle Amerikas genannt wird. Leider darf man hier keine Fotos machen, doch ich bin überwältigt von der Schönheit der, in Adobe gebauten Kapelle mit ihren reichen Gold-, Silberverzierungen und Bildern der berühmten Cusco-Schule. Es ist eine der schönsten Kirchen, die ich je gesehen habe. Ich verbringe sehr lange Zeit beim Betrachten der liebevoll gemalten Mauer, der Decke mit ihren grünen Holzbalken sowie des Altars mit Spiegeln. Mit einem Ohr horche ich den Erzählungen des Reiseführers der besagten Reisegruppe zu. Man könnte hier Tage verbringen um sich die ganzen Fresken und Verzierungen im Detail anzuschauen.

Sixtinische Kapelle Amerikas

An diesem Samstag wird die Kapelle für eine Hochzeit dekoriert. Dafür werden weisse Kerzen am Boden hingestellt und dazwischen weisse Tücher geschlängelt. Draussen betrachten wir einige der elegant angezogenen Hochzeitsgäste und ihre hübsch geschmückten Fahrzeuge.

hübsch gemacht für eine Hochzeit

Einige Kilometer weiter sehen wir auf der linken Strassenseite eine riesige Mauer ohne Beschilderung und wir wissen nicht so recht, was die mehrere Meter dicke Mauer darstellen soll, bis wir dann später die archäologische Stätte Pikillaqta besichtigen, die sich 3 km von der Mauer entfernt befinden. Hier hat die Kultur Wari im Jahre 600 – 1200 n.C. gelebt, noch vor der Zeit der Inkas.

die Mauer vor Pikillaqta

Die Mauern an der Strasse sind die Reste des damaligen Bewässerungssystems. Auch hier sind keine Informationsschilder vorhanden, so dass es wohl besser wäre, eine geführte Tour mit erfahrenem Reiseleiter zu unternehmen. Diesen Umstand hatte uns Hector in Coroico schon mitgeteilt. Er hatte sich deswegen extra eine Lektüre für diverse archäologische Stätten besorgt. In Pikillaqta sind nur Mauern zu sehen von der ehemaligen Stadt. Da es uns keinen Spass macht, uns „Steinhaufen“ ohne entsprechende Informationen anzuschauen, machen wir uns relativ schnell wieder auf und davon.

achäologische Stätte Pikillaqta

Cusco, ein weiteres Weltkulturerbe der Unesco, erreichen wir nach weiteren 30 km Fahrt. Ich lotse Mike durch die engen Gassen der touristischen Kolonialstadt folgend den Anweisungen von Pinguino-Tour, um zum angeblich einzigen Campingplatz in der Stadt zu gelangen. Dies ist nicht ganz einfach, weil die Hauptstrasse wegen Unterhaltsarbeiten gesperrt ist und wir einer Umleitung folgen müssen.

Fahrt durch die Altstadt Cuscos

Dann stimmen die Koordinaten nicht mit unserem GPS überein und dadurch verpassen wir den Eingang zur Quinta Lala. Aber nach mehrmaligen Rauf- und Runterfahren und Ausprobieren der verschiedenen Abzweigungen, finden auch wir den Campingplatz und siehe da, wer da schon steht… ein Bucher Duro 4×4 mit unseren Bekannten aus der Werkstatt in La Paz, Margrit und Peter, welche Freude sie wieder zu sehen!

Nun werden spannende Erlebnisse ausgetauscht. Margrit und Peter waren wohl zur selben Zeit wie ich in Rurrenabaque, leider haben wir uns aber dort nicht getroffen. Sie sind anschliessend mit ihrem Fahrzeug am Rande des Urwalds gefahren und über das Dreiländereck Brasilien – Peru – Bolivien hier angekommen.

Neu in den Klub der Begegnungen kommen die frühpensionierten Martine und Jean-Jacques aus Frankreich. Die beiden sind mit einem Landy – Landrover Defender unterwegs mit einer für sie speziell umgebauten Kabine. Sie sind seit mehreren Jahren in Südamerika unterwegs und haben entsprechend viele Geschichten zu erzählen.

Regenschein und sogar Hagel gab es auf dem Campingplatz Quinta Lala

Cusco liegt auf 3‘399 M.ü.M. und ist die ehemalige Hauptstadt des Inkareichs Tahuantinsuyo. Ihr Name auf Ketschua Qosqo bedeutet Nabel der Welt, was wir sehr wohl nachvollziehen können. Die Spanier haben die Stadt bis auf die Grundmauern zerstört. Die Grundmauern selbst bestehen aus riesige perfekt eingepassten Steinblöcke, die Millimeter genau aufeinander gesetzt wurden. Für die Inkas müssen diese Bauten einem Wunder geglichen haben. Wir dürfen heute die Kolonialbauten bewundern, die auf ihrem Fundament errichtet wurden. Die Mischung dieser beiden völlig verschiedenen Baustile gibt der Innenstadt einen einzigartig unvergleichlichen Zauber.

La Plaza de Armas in Cusco

Bei unserer Entdeckungstour durch die Altstadt bewundern wir auch den Hauptplatz, die Plaza de Armas, den die Inkas Huacaypata, Platz der Krieger, nannten. Hier befinden sich heute rund herum Geschäfte und Gaststätten, die die Touristen anlocken. Unweit davon finden wir einen Gourmet-Tempel, in welchem wir kulinarisch unsere Geburts- und Hochzeitstage in den höchsten Tönen nachfeiern, herzlichen Dank nochmals Judith und Yvonne für das wunderbare Geschenk!

Wir wussten gar nicht, dass die peruanische Küche so schmackhaft sein kann: Alpaka-Filet an einer delikaten Pfefferrahmsauce begleitet von Yuca-Kroketten und Dörrtomaten ist Mikes Wahl. Ich entscheide mich für die leicht geräucherte Forelle an einer Kräutercreme-Sauce begleitet von Bohnen-Mousse-Kroketten. Beide Gerichte ein Gedicht! Zum Abschluss geniessen wir ein feines Dessert: weisses Mousse au Chocolat auf Brownie mit einer warmen Karamellsauce und eine leichte Mango-Cremeschnitte mit Basilikumglace. Von wegen in Südamerika könne man nicht gut essen ;-)

mit Pisco Sour und Pisco Maracuya stossen wir auf das Gourmet-Mahl an, zum Wohl!

Nach diesem kulinarischen Höhenflug landen wir bei weiteren kulturellen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. Rund um Cusco findet man unzählige Beweise der hochstehenden Inkakultur. Wohin man hier fährt, begegnet man archäologischen Stätten… aber dazu kommen wir im nächsten Bericht.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Route: Desaguadero – Puno – Juliaca – La Raya – Andahuaylillas – Cusco

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3 Antworten to “Altiplano in Peru”

  1. Michel & Ursi 04/01/2013 um 2:22 am #

    Hallo ihr 2!
    Hab vorin ganz erschrocken diesen Bericht gelesen und mir ist eurer Bericht gleich in den Sinn gekommen! Tönt vedammt ähnlich,einfach mit anderem Ausgang… was ist dort oben im Peru Hochland eigentlich los?? Wieso genau sind die Leute scheinbar so misstrauisch und wie im anderen Beispiel feinseelig bis zum Tod?!

    http://adventureamericas.wordpress.com/2013/01/03/nightmare-in-peru/

    Wir sind euch auf den Fersen, wenn auch noch weit weg!
    Gruss aus Mexico…

    Michel & Ursi

    • avelezsun 12/01/2013 um 1:11 pm #

      Hallo Michel und Ursi!

      Vielen Dank für Euer Kommentar. Furchtbar was diesen Reisenden widerfahren ist! Wir haben kein Verständnis für das Verhalten dieser Dorfgemeinschaft. Was treibt Menschen zu so einer Tat? Es ist unglaublich und beängstigend.

      Wir haben versucht uns nochmal zurückzuversetzen an den Tag als wir durch San Pablo gefahren sind und schildern hier erneut eine kurze Zusammenfassung unser wichtigsten Eindrücke.

      Im Dorf trafen wir sowohl freundliche, zuvorkommende Menschen wie auch zurückhaltende, die uns einen unglücklichen Eindruck machten, doch fühlten wir uns zu keinem Zeitpunkt bedroht.

      Als das Gemeindeoberhaupt zusammen mit seiner Vertretung (el presidente y el vicepresidente) am Abend zu uns kam, machte er uns klar, dass er die „Polizei“ im Dorf verkörperte und er wirkte dabei sehr ernst. Er wollte wissen warum wir dort standen und woher wir stammen. Anschliessend wollte er unsere Ausweise sehen um unsere Aussage zu prüfen. Wir zögerten nicht die Reisepässe zu zeigen.

      Da wir uns für organische Landwirtschaft interessieren, erzählten wir ihnen von unseren Erlebnissen in den vorher besuchten südamerikanischen Ländern, was ihn aber gar nicht interessierte. Der Presidente fragte, ob wir einer Organisation angehören und welchen Nutzen sie aus unserem Aufenthalt zögen. Es schien ihm das einzige wichtige zu sein, was sie dafür bekommen würden, uns an diesem Platz stehen zu lassen. Als wir dann sagten, dass wir ihnen keine finanziellen Mittel zur Verfügung stellen können, wurden wir höflich aber bestimmt dazu aufgefordert, die Gemeinde zu verlassen. Er betonte, dass einige seiner Gemeindemitglieder jähzornig seien und wir bekamen den Eindruck, als wolle er jegliche Auseinandersetzung mit ihnen vermeiden.

      Im Nachhinein betrachtet, war es wohl richtig so, dass er eine Auseinandersetzung mit den Dorfmitgliedern aus dem Weg gehen wollte und uns deshalb wegschickte.

      Bestimmt war es sehr hilfreich, dass wir uns mit ihnen in gutem Spanisch verständigen konnten. Man muss bedenken, dass ihre Muttersprache eine indigene ist. Hilfreich war auch, dass wir von Anfang an den Kontakt zum Gemeindeoberhaupt gesucht hatten um die Erlaubnis zum Stehen zu bekommen. Denn auch bei uns verlangt es der Anstand, dass wenn man sich auf einem fremdem Grundstück aufhält, man um Erlaubnis bittet.

      Unsere Einschätzung der Lage mit den indigenen Gemeinden ist folgende: Es ist ihnen sehr wichtig, dass man ihren Landanspruch ernst nimmt und es hat nichts damit zu tun, ob man Einheimischer oder Ausländer ist, denn sie sehen alles als Fremd an, was nicht in ihrer Gemeinde lebt. Man darf nicht vergessen, dass diese Völker auch heute noch um ihre Rechte kämpfen müssen. Was aber trotzdem dieses brutale Vergehen, wie von „adventureamericas“ geschildert, auf keinem Fall entschuldigt.

      Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass wenn wir freundlich, höflich und verständnisvoll auf die Menschen zugehen, wir dementsprechend behandelt werden. Bisher machten wir dadurch keine schlechte Erfahrung und konnten uns immer auf unser Gefühl verlassen.

      Wir hoffen, dass unsere Schilderung und die sehr schlechte Erfahrung von „adventureamericas“ Euch nicht die Lust am Reisen nimmt, denn Südamerika mit seinen Menschen ist ein wunderschöner Reisekontinent.

      Liebe Grüsse, Ana Maria und Mike

  2. Patric 20/11/2012 um 3:11 pm #

    Hallo ihr zwei!! Na, dann bin ich doch wieder. Das war schön, euren Bericht zu lesen. Ist ja nicht all zu lange her und da haben wir doch einige gleiche Fotos geschossen. Danke, ich war jetzt für ein paar Minuten wieder in Peru. Geniesst es! ist wunderschön dort – wie natürlich praktisch überall auf der Erde….
    Bin seit gestern „Strohwittwer“. Mein Nissan ist am Hafen von New York deponiert und ich bin jetzt ein Backpacker…
    Machet’s guet, vill Spass und es Schmützli vo Hoboken, NJ
    Patricio

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