Imposantes in Peru

6 Okt

Weg von der Küste erfreut sich das Auge an grüner Vegetation und farbigen Blumen. An einem Strassenstand gibt es Früchte und Gemüse zu kaufen. Wir erstehen Avocados, Äpfel und Bananen. Im nächsten Dorf finden wir Peperoni, Zwiebel und Brot. Von 0 auf 3000 Meter fahren wir innerhalb von drei Stunden, daran muss sich erstmals der Körper wieder gewöhnen.

das Auge freut sich über die farbigen Felder

das Auge freut sich über die farbigen Felder

Da wir erst nachmittags von der Küste Richtung Inland abbiegen und es bereits um 18 Uhr dunkel wird, entscheiden wir uns in Mayorarca auf 3‘417 M.ü.M. neben einem Fluss am Dorfrand stehen zu bleiben, einige Meter von der Hauptstrasse entfernt, aber gut sichtbar vom Dorf. Wir wissen dank GPS Informationen anderer Reisenden, dass schon mal jemand hier gut über Nacht gestanden hat. Dies ist zwar keine Garantie für Sicherheit, aber es beruhigt.

Stellplatz am Dorfrand von Mayorarca

Stellplatz am Dorfrand von Mayorarca

Wie erhofft, verbringen wir eine ruhige und angenehme Nacht. Am Morgen nutze ich die frühen Morgenstunden zum Tagebuch führen und Bericht schreiben. Gegen 8.30 Uhr wird unser Zuhause  von Strassenarbeiter umringt. Es scheint als wäre unser Stellplatz der Treffpunkt zum Arbeitsbeginn. Während wir unsere Sachen zusammenräumen, tauschen wir mit einigen von ihnen einpaar Worte. Sie nutzen diese Chance um zu betteln. Sie haben es abgesehen auf unsere „Inca Kola“, eine peruanische Lemonade, welche beliebter als Coca Cola ist.

Unterwegs nach Huaraz dürfen wir die verschneiten Berggipfel bewundern. Die Cordilleras Blanca und Huayhuash seien abgesehen vom Himalaya, die weltlängste aneinander gereihte Kette von hohen Gipfeln. Insgesamt hat es 22 zu besteigende Berge über 6‘000 M.ü.M.

die verschneiten Gipfel der Cordillera Blanca

die verschneiten Gipfel der Cordillera Blanca

Die Stadt Huaraz ist der Anlaufpunkt von Treckern, Kletterer und Biker. Wir bekommen aber keine Touristen zu sehen. Heute herrscht eine komische Stimmung in dieser Stadt. Mehrere Strassen sind durch Felsen und Baumstämme blockiert. Es fällt uns schwer, uns hier zurecht zu finden. Trotz den Strassenblockaden scheinen aber die Menschen nicht beunruhigt.

Wir essen in einer Art Biergarten, die sich „cevicheria“ nennt, Jalea de Trucha (gebratene Forelle). Zum ersten Mal auf unserer Reise sehen wir viele Bettler, was uns sehr erstaunt, ist doch die Gegend landwirtschaftlich gesehen, nicht arm.

Unser heutiges Ziel ist der Parque Nacional Huascará. Auf dem Weg dorthin liegen grosse Felsbrocken auf der Strasse. Da scheint kurz zuvor eine gewaltsame Demonstration stattgefunden zu haben. Viele Menschen sind zu Fuss unterwegs. Wir haben aber dank unserer eingelegten Mittagspause das Glück, nicht in die Demonstration gekommen zu sein.

grosse Felsen auf dem ganzen Weg

grosse Felsen auf dem ganzen Weg

In Macará halten wir bei den Baños de Choncas, wo wir die Thermalbäder aufsuchen. Die Aussicht auf ein wärmendes Bad lässt unsere Herzen höher schlagen, obwohl wir uns keine grossen Hoffnungen machen, denn mittlerweile wissen wir, dass Thermalbäder in Südamerika nicht im entferntesten Sinne den mitteleuropäischen ähneln. In Chile erlebten wir unsere erste Enttäuschung, als wir im Nationalpark Puyehue für umgerechnet EUR 13 lediglich Zugang zu einem beheissten Schwimmbecken bekamen.

Hier gibt es die Möglichkeit entweder in einen heissen Pool zu steigen oder eine Höhlensauna zu nutzen. Man muss sich am Eingang entscheiden. Etwas unsicher lösen wir ein Ticket für die 20 Minütige Höhlensauna und stehen kurzdarauf im Badeanzug vor abgeschlossenen Türen im Freien. Auf jeder Türe gibt es eine andere Temperaturangabe. Wir drücken alle Türklinken, bis sich eine öffnet. Der Blick ins Innere löst noch grössere Fragezeichen als die erhaltene Auskunft beim Eingang. Links eine leere Badewanne, rechts eine Holzbank mit Kleiderhacken, eine weitere Türe gewährt den Eintritt zu einer stinkenden Tropfhöhle, in deren Mitte sich eine Sitzbank befindet.

Draussen frage ich wartende Gäste, wie das Bad „funktioniert“. Daraufhin rufen sie mehrmals laut AGUA!!! (Wasser!!!) worauf ein Mann mit einem Eimer heisses Wasser aus der Thermalquelle kommt, um die Badewanne zu füllen. Das heisse Wasser soll man nach eigenem Guttünken mit dem kalten Wasser aus dem Hahn vermischen um nach dem Dampfbad ein warmes Bad zu geniessen. …Aha… alles klar. Wir setzen uns in die stinkende Tropfhöhle und schmunzeln über unsere neue Erfahrung. OK… ein warmes Bad für 5 Soles (EUR 1.50) ist ja nicht die Welt.

Unser Ziel, das Nationalpark Huascará ist riesig und hat mehrere Eingänge. Als wir um 17.30 Uhr den Eingang bei den Lagunas de Llanganuco auf über 4‘000 M.ü.M. erreichen, ist der Eingang nicht mehr besetzt. Wir nächtigen gleich beim Eingang und wundern uns über den reichen Verkehr durch die Nacht.

NP Huascará vor dem Eingang zu den Lagunas Llanganuco

NP Huascará vor dem Eingang zu den Lagunas Llanganuco

Eine Strasse führt mitten durch den Nationalpark, so dass Lastwagen und Busse Tag und Nacht  den Park als Durchgang nutzen. Nach Zahlung des Eintritts fahren wir durch den Nationalpark und geniessen die schöne Aussicht auf die Lagunas de Llanganuco.

Lagunas Llanganuco

Lagunas Llanganuco

Unser Ausflug an die Cordillera Blanca wird gekrönt mit der Durchfahrt einer Schlucht namens „Cañon del Pato“. Unser Freund Héctor hatte uns nicht zu viel versprochen. Wir sind begeistert über die Bergformationen und die architektonische Höchstleistung in den peruanischen Anden.

Cañon del Pato

Fahrt durch den Cañon del Pato

Wir kommen in Santa wieder an die Küste und fahren am selben Tag bis Virú, vorbei an vielen grossen landwirtschaftliche Felder. Trotz der Trockenheit der Gegend wird hier seit einigen Jahren dank Bewässerungsprogramme (irrigation) mit grossem Erfolg angebaut z.B. Mais, Reis oder Spargeln.

Wüste zu Leben erweckt

Wüste zu Leben erweckt

Die Nacht wollen wir in einem Campamento verbringen. Campamento bedeutet in Spanisch Feldlager oder Zeltplatz. Die Adresse haben wir von anderen Reisenden und wir stellen uns vor, dies sei ein Campingplatz. Ein netter Wächter vor dem Campamento erklärt uns, dass man nur mit Einladung Zutritt bekommt. Das Zeltlager gehöre einer Universität für Landwirtschaft. Leider ist es aber schon zu spät um jemanden zu erreichen, den wir um Erlaubnis bitten könnten und draussen vor dem Tor dürfen wir nicht bleiben.

Wir fahren zurück und bleiben auf derselben Strasse neben einem abgezäumten Feld stehen. Den Platz finden wir passend. Als wir gerade dabei sind uns für die Nacht einzurichten, hören wir ein heranfahrendes Motorrad. Zwei mit Gewehren bewaffnete Männer steigen ab und kommen vorsichtig auf uns zu. während Mike ganz ruhig ist, rutscht mir das Herz in die Hose. Höflich begrüssend, fragen sie uns, ob wir vorhätten hier über Nacht zu bleiben. Dies sei ein privater Weg und sie wären über Funk informiert worden, dass sich Fremde hier aufhalten.

Aus Sicherheitsgründen sei es nicht angebracht hier zu stehen. Sie schlagen vor, dass wir unseren Stellplatz vor ihren Eingang verschieben, wo sie uns im Auge hätten. Die Gegend sei nicht gefährlich aber sie beharren auf die Vorsorge. Sie bitten per Funk um Erlaubnis bei ihrem Vorgesetzten und schreiben unsere Namen und Personalien in ein Heft ein. Dann stellen sie uns die Trockentoilette und fliessend Wasser zur Verfügung und wünschen uns eine gute Nacht. Wow! Wir sind mehr wie überrascht.

Am darauffolgenden Tag unterhalten wir uns mit dem neuen Wächter über die hier angebauten Lebensmittel und erfahren dabei, dass Peru ein grosser Exporteur von den hier angebauten Spargeln ist. Der gute Mann kontrolliert die Sicherheitsmassnahmen, damit die Verbreitung der Fruchtfliege und anderer Schädlinge Einhalt geboten wird. So müssen Arbeiter mit ihren Stiefeln in ein Desinfektionsbad steigen und ihre Hände und Arme ebenfalls desinfizieren. Nachdem wir dem Sicherheitsmann genügend Löcher in den Bauch gefragt haben, traut auch er sich uns Fragen über unser Auto zu stellen.

Er hat sichtlich grosses Interesse an unser Auto und wir nutzen wiederum dieses Gespräch um nach einer Werkstatt für einen Ölwechsel zu fragen. Auch läuft bald unsere Versicherung ab und wir benötigen eine neue, sollten wir doch noch länger in Peru bleiben. in beiden Fällen kann uns der nette Herr eine Empfehlung geben. So suchen wir als erstes die empfohlene Lubrisol auf und lassen den Ölwechsel vornehmen.

Ölwechsel in Viru

Ölwechsel und Luftfilter-Reinigung in Viru

Unser Besuch bei einer Versicherungsagentin scheitert aber an fehlenden Kopien. Aber die Versicherung ist momentan nicht so wichtig und so fahren wir nach einem kleinen Frühstück der Küste entlang zur nächsten Stadt.

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