Küstenfahrt und Strandurlaub

20 Nov

Die letzten 715 km in Peru verbringen wir an der Küste und dies nicht zu kurz. In der wärmsten Region Perus lassen wir 45 Tage lang die Seele baumeln.

In Trujillo, der drittgrössten Stadt Perus, sind wir vom Weltkulturerbe Chan Chan begeistert, von der grössten aus Lehmziegeln gebaute Stadt der Welt (20 km2). Wir lassen uns die Ruinen von einer einheimischen Führerin zeigen und erfahren so etwas mehr über die Geschichte der Region. Dabei schiessen wir hunderte von Fotos. Schwer zu glauben, dass man sich für Lehmwände so begeistern kann.

Weltkulturerbe Chan Chan in Trujillo

Weltkulturerbe Chan Chan in Trujillo

Die Stadt wurde zwischen dem 12. Und dem 15. Jahrhundert gebaut während des Königreichs Gran Chimú. Man nimmt an, dass sie bis zur Eroberung durch die Inkas von mehr als 100‘000 Menschen bewohnt war. Ihr Merkmal sind die grossen, fein gravierten Mauern. Die Chimú sind als die besten Goldschmiede und Töpfer des alten Perus bekannt.

Ein Bild wie die Stadt mit ihren 100'000 Einwohner in etwa ausgesehen hat vor 500 Jahren

Eine Zeichnung von Chan Chan mit ihren 100’000 Einwohner vor etwa 500 Jahren

Siebzig Kilometer nördlich davon, in Puerto Malabrigo Chicama windet es einem fast davon. Der Name sagt es: Mal Abrigo, was so viel heisst wie schlechter Schutz. Der Wind bläst hier sehr stark, was die Kite-Surfer besonders freut. In den Sommermonaten (Jan.-März) finden in diesem kleinen Fischerdorf Surf-Meisterschaften statt.

Wir übernachten mit Meeressicht vor dem Hostal Sueños de Chicama und bezahlen für den Stand mit Zugang zu Toilette und Dusche 20 Soles die Nacht (EUR 6).

Unser Stellplatz vor dem Hostal Sueños de Chicama in Puerto Mal Abrigo

Unser Stellplatz vor dem Hostal Sueños de Chicama in Puerto Mal Abrigo

Schwer beeindruckt werden wir in Lambayeque vom Museum Tumbas Reales de Sipan (Königsgräber von Sipan), in welchem drei Gräber eines bedeutenden Mochica-Herrschers (200 nach Christus) ausgestellt sind mit dem im Jahre 1987 entdeckten Schatz. Leider ist es nicht erlaubt im Museum Fotos zu machen.

Die Entdeckung des Grabes vom Señor de Sipán wird verglichen mit dem Fund des Pharaonengrabs Tutanchamuns und das Museum gehört zu den bedeutendsten Amerikas – ein wahres Juwel!

Die GPS-Koordinaten von anderen Reisenden führen uns zu den Bosques de Pomal, wo wir die Nacht verbringen möchten. Als wir um 17.30 Uhr dort ankommen ist das Eingangstor bereits mit einem Schloss verschlossen, doch wir werden vom Wächter freundlicherweise reingelassen mit der Bedingung, uns auf der anderen Seite des Waldes beim Förster anzumelden, damit dieser erfährt, dass wir uns im Park befinden. Wir fahren wie versprochen 7 km zur anderen Seite und warten gemeinsam mit Tagesausflügler darauf, dass der Förster kommt, um das Tor zu öffnen.

Die zwei Förster erklären uns, dass in der Reserve keine Einrichtungen zum Camping zur Verfügung stehen. Sie erlauben uns aber beim Visitorcenter zu bleiben unter der Voraussetzung, dass wir ihnen am Morgen eine „Spende“ geben. Wir werden von ihnen 4 km zurück eskortiert bis zu einem Häuschen, in dem einer der Förster über die Nacht bleibt. Hier verbringen wir eine ruhige und angenehme Nacht. Am Morgen erklären sie uns, dass es in der Reserve Ausgrabungsstätten zu besichtigen gibt sowie weitere Sehenswürdigkeiten. Wir geben ihnen 10 Soles und folgen ihren Anweisungen um zu den Sehenswürdigkeiten zu gelangen.

Zu sehen gibt es Lehmziegelpyramiden oder huacas „Tempel“ von fast 40 Meter Höhe, die etwa 800 nach Christus erbaut wurden sowie archäologische Stätten, in denen vor wenigen Jahre bedeutende Gräber gefunden wurden.

Huaca de la Ventana... frühere Lehmziegelkonstruktion

Huaca de la Ventana… frühere Lehmziegelkonstruktion

Quer durch die Wüste „Desierto de Sechura“ geht es nun weiter, 213 km bis Piura, danach 170 km bis Máncora.

Kinder fahren Kinder (12.30 Uhr)

Kinder fahren Kinder (12.30 Uhr)

Eine sechs stündige Zeitreise durch verschiedene Vegetationszonen… Bilder sagen da mehr als Worte…

karge Landschaft (15.10 Uhr)

karge Landschaft (15.10 Uhr)

16.40 Uhr

16.40 Uhr

16.43 Uhr

16.43 Uhr

18.00 Uhr

18.00 Uhr

18.26 Uhr

18.26 Uhr

18.28 Uhr

18.28 Uhr

Im touristischen Surferparadies Máncora kommen wir für 10 Tage in den Genuss vom Strandcamping in der Laguna Surf Camp. Bis auf die zu klein geratene Dusche und die Toilette, die in einem erbärmlichen Zustand gehalten wird, fühlen wir uns hier ziemlich wohl. Hängematten und gemütliche Sessel laden zum Verweilen ein und endlich haben wir wieder Internetzugang, was wir rege nutzen zum Mailen, Skypen und Telefonieren.

Mike ist glücklich in der Wärme und am Meer

Mike ist glücklich in der Wärme und am Meer

doch die Dusche und die Toilette im Laugna Surf Camp wurden nicht für ihn gebaut...

doch die Dusche und die Toilette im Laugna Surf Camp wurden nicht für ihn gebaut…

Gerne würden wir in Máncora surfen lernen, doch die Wellen wollen nicht so recht… Anfangs gibt es keine, später sind sie zu hoch für uns blutige Anfänger. Zum Surfen kommt man besser im Januar zum Hochsommer, denn dann fängt auch hier die Surf-Saison so richtig an. Der Nachteil sind dann die vielen Touristen.

die Wellen lassen auf sich warten

die Wellen lassen auf sich warten

Kulinarisch lassen wir es uns gut gehen. Das 2-gängige Mittagsmenü für 8 Soles (EUR 2.40) bestehend aus Suppe oder Ceviche (roher Fisch) und anschliessendem Fleisch oder Huhn und Reis schmeckt und sättigt.

Oder wir geniessen doch die grosse Auswahl an Gemüse auf dem Markt und kochen selbst.

die Qual der Wahl

die Qual der Wahl

Zur Abwechslung darf es auch mal einen Burger geben vom Burger Beach (Burger King Clone)

wenn das Burger King wüsste...

wenn das Burger King wüsste…

Nur die Vorspeise Ceviche de Conchas Negras (schwarze Muscheln) scheinen Mike nicht zu bekommen. Er bekommt unmittelbar danach Bauchschmerzen und Durchfall und das obwohl wir uns denselben Teller teilen.

frische Zubereitung der Conchas Negras... bloss wie lange liegen die schon hier ohne Eis?

frische Zubereitung der Conchas Negras… bloss wie lange liegen die schon hier ohne Eis?

Zwei Tage vor Ablauf unserer Autoversicherung fahren wir weiter nördlich.

Doch vor der Fahrt muss noch das rechte Hinterrad geflickt werden. Während unseres Aufenthalts im Sand bekamen wir eines Tages Seitenlage… unseren dritten flachen Reifen im Stand.

der Grund für den flachen Reifen ist diesmal ein Rost-Splitter von der Felge

der Grund für den flachen Reifen ist diesmal ein Rost-Splitter von der Felge

Der kurze Ausflug endet 76 km später in Zorritos, wo wir für einen Monat „stranden“. Hätten wir vorher gewusst, dass der Strand in Tres Puntas traumhaft ist und die Camping-Bedingungen so gut sind, wären wir in Máncora früher abgereist.

Campingplatz direkt am kilometerlangen Strand 3 km vor Zorritos

Campingplatz direkt am kilometerlangen Strand 3 km vor Zorritos

Hier können wir direkt am Strand campen mit Schattenspender und Hängematte. Toilette und Dusche gibt es beim Restaurant bzw. bei den Bungalows und es hat Internetverbindung (wifi) im Restaurant. Diese funktioniert zwar nicht immer und auch nicht makellos, doch wir sind dankbar darum. Die Campinggebühr beträgt täglich 20 Soles für uns beide (EUR 6), der Strom wird nach Bedarf zusätzlich mit 5 Soles pro Tag berechnet.

hier wird alles ausgepackt, was den längeren Aufenthalt gemütlich macht

hier wird alles ausgepackt, was den längeren Aufenthalt gemütlich macht

Wir bauen unser Seitenzelt auf und richten uns richtig gemütlich ein.

Einkaufen können wir im Dorf Zorritos, welches sich 3 km vom Campingplatz entfernt befindet. Ich gehe meistens zu Fuss am Strand entlang. Wenn ich es eilig habe oder es zu heiss ist, nehme ich an der Strasse ein Mototaxi oder ein Sammeltaxi für 2 Soles.

zum Glück sind die Mototaxis bequemer und sicherer als dieses Transportmittel

zum Glück sind die Mototaxis bequemer und sicherer als dieses Transportmittel

Während unseres Aufenthalts bekommt Mike Fieber. Die Magenverstimmung, die er seit dem Verzehr der rohen Muscheln hat, kehrt zurück.

So müssen wir in die nächste grössere Stadt zur ärztlichen Abklärung fahren. In Tumbes gehen wir in die Privatklinik „Clinica de la Familia“ wo er schnell und unbürokratisch behandelt wird. Er lässt sich auf Parasiten, Malaria und Hepatitis untersuchen, wodurch wir mehrmals in der Woche nach Tumbes reisen müssen. Die durchgeführte Behandlung ist erfolgreich. Kein Wunder, denn die Untersuchung ergibt „lediglich“ eine Entzündung des Magendarms.

Unsere Nachbarn, eine US-amerikanische Familie mit zwei kleinen Kindern wohnt hier in einem riesigen Trailer seit sechs Monaten. Sie geniessen in ihrem Trailer alle Annehmlichkeiten, die man auch in einem Hause hat. Alan bäckt und verkauft leckere Voll- und Mehrkornbrote sowie auch Pizzas.

wir staunen nicht schlecht, als wir diesen Trailer sehen! zum Herumreisen in Südamerika nicht wirklich geeignet

wir staunen nicht schlecht, als wir diesen Trailer sehen! zum Herumreisen in Südamerika nicht wirklich geeignet

Beim Bierbrauen dürfen wir ihm einmal über die Schulter schauen. Alle Zutaten kommen aus den USA, denn wie wir von ihm erfahren, wächst in diesen Breitengraden kein Hopfen… dieses Getreide braucht zum Gedeihen vier Jahreszeiten.

Hopfen, Malz und Hefe... Bierbrauen leicht gemacht

Hopfen, Malz und Hefe… Bierbrauen leicht gemacht

Das Endprodukt, ein dunkles Bier schmeckt sogar Deutsche… das ist doch ein gutes Zeichen!

Wir dürfen hier einige Langzeit-Reisende kennenlernen:

Heidi aus den USA ist vor zwei Jahren an diesem schönen Strand gestrandet. Ihre Reise führte sie von den USA durch Mittelamerika mit Bus und Boot über Kolumbien und Ecuador. Sie arbeitet in der Küche des Restaurants für Kost und Logis und wohnt in einem einfachen Häuschen am Strand.

Die Spanierin Laura ist Fotografin. Sie lebte die letzten Jahre in Berlin. Nach Peru kam sie vor sechs Monate und während dieser Zeit hat sie an verschiedene Orte für Kost und Logis gearbeitet. Leider wurde ihr alles gestohlen während ihrem Aufenthalt in einem Hostal: die professionelle Fotokamera, Laptop und sogar ihre Kleider. Hier in Tres Puntas arbeitet sie daran, die Homepage und den Facebook-Auftritt des Hostals und des Campings zu aktualisieren. Anfangs Dezember wird sie nach Spanien zurückreisen. Sie möchte aber ihre Reise bald weiterführen.

Wir lernen ebenfalls Petra und Klaus aus Deutschland kennen. Sie sind seit mehreren Jahren unterwegs von Kanada nach Patagonien. In Zorritos legten sie einen kurzen Halt ein und dabei durften wir sie kennenlernen.

so sieht das Fahrzeug von Petra und Klaus aus. Hier mit Besuch aus der Nachbarschaft.

so sieht das Fahrzeug von Petra und Klaus aus. Hier mit Besuch aus der Nachbarschaft.

Während ich mit Heidi und Laura wieder einmal die Thai-Massage übe, geniesst Mike den ausgiebigen Austausch mit Petra und Klaus. Somit wird aus ihrem kurzen Halt doch ein dreitägiger Stopp. Zu Erwähnen ist ihre professionelle und informative Homepage, welche bei Lateinamerika-Traveller bekannt und beliebt ist.

Einige Tage später halten hier die aufgestellten Chris und Fanny aus Kanada bzw. Frankreich. Sie sind ebenfalls von Kanada her unterwegs, allerdings in einem zügigeren Tempo.

Nordamerikaner unter sich... Alan mit Chris

Nordamerikaner unter sich… Alan mit Chris

Nach einem Monat Strand-Urlaub sind wir neugierig auf unsere nächste Destination, von der alle Reisende schwärmen… Ecuador.

Bevor es aber los geht, bekommt Dingidi in Tumbes eine Vollwäsche um endlich das Salz und den Dreck der letzten Monaten loszuwerden während wir einen leckeren Fisch zum Mittagessen verspeisen.

Manpower auch beim Autowaschen

Manpower auch beim Autowaschen

leckeren Fisch zum Mittagessen

leckeren Fisch zum Mittagessen

Peru verabschiedet sich auf der kennengelernten landwirtschaftlicher Art und Weise. Hier an der Nordküste mit Reisfelder…

Reisfelder in der Nähe der Grenzstadt Tumbes

Reisfelder in der Nähe der Grenzstadt Tumbes

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unsere Route:

Trujillo – Puerto Malabrigo Chicama – Lambayeque – Bosques de Pomal – Mancora – Zorritos – Tumbes

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4 Antworten to “Küstenfahrt und Strandurlaub”

  1. Laura 02/02/2013 um 3:23 pm #

    Hola amigos! Qué ilusión leer sobre vuestra estadía en el 3 Puntas y ver mi nombre! Fue un placer compartir sueños y experiencias, atardeceres preciosos y sobretodo el masaje tailandés que me arregló del todo el dolor que tenía en la pierna! kop khun kha und gute Reise!!

    • avelezsun 05/02/2013 um 3:26 pm #

      Hola Laura! Como estas? Nos dio mucha alegria leer tu mensaje! Que sigas disfrutando tu viaje… cuando vengas por Colombia aqui te estaremos esperando. Un fuerte abrazo!

  2. Patric 14/01/2013 um 10:46 am #

    Hola amigos,
    Wunderschön, mitfühlend und bekannte Bilder und Geschichten. Hoffe, dass es Dir wieder besser geht Mike. Habe soeben gesehen, dass ihr in Cali seid. Uiuiui, was haben wir doch – oder besser gesagt DU – über die weiblichen Schönheiten Kolumbiens geschwärmt. Cali ist ein guter Ort – auch dafür… Gucken erlaubt und Deine hübsche, attraktive Ana Maria nicht vernachlässigen, gelle??!!!

    Auf jeden Fall wünsche ich euch von meinem Zuhause in Augst nur das Beste, viiiiel Spass und natürlich erfolgreiches „Finden“ – was und wo auch immer:)

    Mir geht es zu Hause sehr gut und die Leute empfangen mich mit einer ehrlichen, offenen Freude. Hoffen wir mal, dass das noch ein wenig so bleibt, hehe…..

    Ich küsse und umarme euch
    Patric

  3. Wenger Anita 14/01/2013 um 8:25 am #

    Liebe Ana Maria, lieber Mike

    Vielen <3lichen Danke für das wegreisen unseres Alltags. Es tut so gut, kleine Augenblicke in einem fremden Land durch eure Berichte erleben zu dürfen.
    Geniesst und erholt euch von den vielen wundervollen Momente….!
    Herzlichst Anita @–"-,,-"-,,—-

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